Zwischenruf! Zeit die (den) neue(n) Konstanzer OB zu wählen

Von Waltraud Kässer

Hier in der Altstadt zeigt das Thermometer heute hochsommerliche 30 Grad im Schatten. Zeit, endlich wieder das Schwimmen im Seerhein in Erwägung zu ziehen oder einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es auch ein Leben außerhalb des OB-Wahlkampfes gibt.

Am 1. Juli ist Wahltag

Am Sonntag, 1. Juli, wählt Konstanz einen neuen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin. Dass bei 13 Bewerberinnen und Bewerber bereits im ersten Wahlgang eine Entscheidung fällt, ist unwahrscheinlich. Dass ein Kandidat 50 Prozent der Stimmen oder mehr holt, ist schon rein rechnerisch kaum möglich. Voraussichtlich wird sich am Sonntag also lediglich eine Spitzengruppe vom Hauptfeld absetzen können. Der Gewinner oder die Gewinnerin steht dann am 15. Juli fest. Die Platzierung am 1. Juli ist aber trotzdem wichtig.

Am Samstag startet die Tour de France, während die Konstanzer OB-Kandidaten bereits die meisten Etappen zurückgelegt haben. Am Sonntag fahren die OB-Bewerber sozusagen  über den Col de Galibier. Wer am 1. Juli schlapp macht, hat verloren. Zwei Wochen später geht es dann noch über den Col du Tourmalet.

Traditionell endet die Tour de France unter dem Jubel tausender Fans in Paris auf den Champs-Elysées. Am Sonntag in zwei Wochen, 15. Juli, endet dann voraussichtlich auch der OB-Wahlkampf und unter dem Jubel hunderter Wähler werden die Konstanzerinnen und Konstanzer im Rathaushof ihren neuen Oberbürgermeister oder ihre Oberbürgermeisterin feiern.

Dass es Zeit wird, dass die Wahl stattfindet, zeigt auch die Befindlichkeit des einen oder anderen im Bewerberfeld. Die Nerven liegen blank. Ein allerletztes Mal möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass See-Online in den vergangenen Wochen sozusagen mit einen defekten Rad unterwegs war. Aufgrund der persönlichen Freundschaft zu OB-Kandidatin Sabine Reiser habe ich mich in den vergangenen Wochen mit Bewertungen weitestgehend zurück gehalten.

Die Namen sämtlicher OB-Kandidaten finden sich aber auf dem Blog. Außerdem gibt es Links von See-Online auf die Websites und zu den Facebook-Seiten der Kandidaten. Verlinkt sind auch sämtliche Kandidaten-Reden bei der offiziellen Kandidaten-Vorstellung der Stadt im Konzil, die Occupy Konstanz ins Internet gestellt hat. Wer noch einmal reinschauen möchte, kann das mit zwei Klicks tun. Nicht möglich war es leider, über alle 13 Kandidatinnen und Kandidaten zu berichten. Jene Bewerber, die weder Informationen noch ein offizielles Pressefoto geschickt haben und See-Online auch nicht zu Medienkonferenzen eingeladen haben, wurden nicht berücksichtigt. So gingen auch die See-Online-Fragebögen nur an die vier Bewerber, die auch bei Entertainer Tobias Bücklein auf den Top-Plätzen waren und an den Piraten. Eine Bewerberin kündigte bereits vor Wochen an, Strafanzeige zu stellen und streute diese Nachricht stadtweit. Ein weiterer sagte heute in einem Telefongespräch: „Am Sonntag rechnen wir ab.“ Er ließ es – auch auf Nachfrage – wie eine Drohung klingen.

Seit neun Wochen habe ich OB-Kandidatin Sabine Reiser  als Freundin und mit PR-Leistungen auf Flachetappen und Bergstrecken begleitet. Dass es so gekommen ist, war nicht von Anfang an so geplant. Ich bin froh, dass ich am Sonntag endlich einen Ruhetag habe. Die Beine sind schwer und der Kopf ist leer. In den letzten beiden Wochen wird  sich die Kandidatin noch ein paar andere Wasserträger suchen müssen.

Wer am Sonntag viele Stimmen bekommt, hat gute Chancen, die Stadt in den kommenden acht Jahren zu führen. Wir sollten es nicht dem schönen Wetter oder dem Hochsommer überlassen, wer vorn liegt.

Bitte geben Sie Konstanz Ihre Stimme!

2 Kommentare to “Zwischenruf! Zeit die (den) neue(n) Konstanzer OB zu wählen”

  1. Mykola Neumann
    1. Juli 2012 at 10:06 #

    „Jene Bewerber, die weder Informationen noch ein offizielles Pressefoto geschickt haben und See-Online auch nicht zu Medienkonferenzen eingeladen haben, wurden nicht berücksichtigt.“

    Dieser Satz hat mich sehr gewundert. Ich habe am 11.05.2012 angeboten, See-online regelmäßig mit Informationen über meinen Wahlkampf zu versorgen. Dies wurde freundlich per e-mail abgelehnt:

    „Bitte nicht böse sein, aber ich verdiene mein Geld hauptsächlich jenseits des Blogs mit PR-Texten (für Kunden) und ich habe einfach nicht genug Kapazitäten.“

    Es lag also sicher nicht an mir. Gerne wäre von mir jede gewünschte Information gekommen, auch Fotos oder andere Infos. Aber ich hatte Verständnis dafür, dass die Kapazitäten nicht vorhanden sind, alle Kandidaten zu begleiten. Selbstverständlich kann jedes Medium, ob Zeitung oder Blog, entscheiden, über wen es berichtet. Hier wird es aber so dargestellt, dass man gern berichtet hätte, man habe aber von mir keine Infos bekommen. Das ist so nicht richtig. See-online wollte von mir, wie dargelegt, keine Infos. Das habe ich akzeptiert.

    Mit besten Grüßen

    Mykola Neumann

    • wak
      1. Juli 2012 at 10:38 #

      @Mykola Neumann. Ich habe Sie mehrfach als sympathisch erwähnt, wie bei meinem Beitrag über die Bücklein-Show, und auch dass Sie gleich beim ersten Podium einen wirklich guten Auftritt hatten. Ich habe es nicht geschafft, über alle Kandidaten zu schreiben und ich habe mich deswegen auf die beschränkt, die gefühlt vorne liegen. Meine Aussage, auf die Sie sich beziehen, habe ich nicht mit Blick auf Sie, sondern mit Blick auf die Herren Kaltenbach und Tartsch gemacht. Von Herrn Tarstch habe ich nie auch nur eine Info erhalten – ich möchte hier nicht wiederholen, was er mir gegenüber geäußert hat, er kündigte an, heute „abzurechen“. Ich habe ein sehr unschönes Telefongespräch mit ihm vom vergangenen Freitag in Erinnerung, das ich hier aber nicht im Einzelnen wiedergeben möchte.

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