Zwölf Tote und viele Verletzte auf dem See

Internationale Unfallstatistik für den Bodensee 2009

Bodensee (wak) Der Bodensee ist ein gefährliches Revier. So sind die Unfallzahlen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen (+ 21 %), die Zahl der Schiffsunfälle ging ebenfalls nach oben (+ 16 %). Extrem stieg die Zahl der Verletzten  (+ 45%). Insgesamt starben auf und am See  zwölf Menschen. Das war ein Toter weniger als im Jahr zuvor. Die Summe der Sachschäden stieg um 22 % und lag etwa bei einer halben Million Euro. Diese Zahlen nannte die Polizei. Die gemeinsame Unfallstatistik für das Jahr 2009 legten die Leiter der See- und Wasserschutzpolizeien aus Lindau, Vorarlberg, St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen und Baden-Württemberg vor.

Sturm und Seegang schuld an einem Drittel der Unfälle

An den Schiffsunfällen waren die Motorboote mit 33 % und die Segelboote mit 41 % beteiligt. Zum Vergleich: Derzeit sind seeweit 57.721 Boote bei den Zulassungsstellen registriert. Der Anteil der Motorboote liegt bei 38,3 %, der Anteil der Segelboote bei 50,1 %. Nach wie vor ereigneten sich die meisten Schiffsunfälle in den Häfen und in der Uferzone (58 %). Hauptunfallursachen waren Sturm und Seegang (33%) sowie mangelnde Sorgfalt (32 %). So rammte ein Segelboot ein auf dem Gnadensee treibendes Schlauchboot. Die Bilanz: Zwei Leichtverletzte. 88 Unfälle, davon fünf tödliche,  ereigneten sich im baden-württembergischen Teil des Sees. Die Zahl der Unfalltoten – zwölf Menschen starben –  hat sich im Vergleich zu den beiden Jahren zuvor nicht wesentlich verändert. Wie im letzten Jahr kamen zwei Menschen bei Tauchunfällen zu Tode. Vor allem der Überlinger See gilt als beliebtes Tauchrevier. Taucher unternehmen  jedes Jahr rund 40.000 Tauchgänge.  Sechs Menschen starben beim Baden im See und sechs Badende wurden bei Badeunfällen verletzt. Ein schwerer Badeunfall ereignete sich am Konstanzer Seerhein, wo eine junge Frau bei einem Kopfsprung schwere Rückenverletzungen erlitt. Die übrigen Unfälle mit Toten und Verletzten ereigneten sich zum Beispiel bei Stürzen auf Booten und in Hafenanlagen oder bei Schiffsunfällen. So ging ein Segler über Bord und ertrank.

Einzelne heftige Stürme im vergangenen Jahr

Einfluss auf die Statistik hat immer auch das Wetter. Das Jahr 2009 war laut Wetterdiensten zwar insgesamt nicht ganz so windreich wie das Vorjahr, trotzdem gab es Windspitzen. Bei einem Orkan krachte ein Fahrgastschiff gegen mehrere Dalben, wobei großer Sachschaden entstand. Die Monate April und Mai waren sehr sonnig und warm. Im Juni und Juli gestaltete sich das Wetter aber recht wechselhaft, teilweise mit heftigen Gewittern. Der August und der September waren dann wieder überdurchschnittlich warm. Der Seespiegel lag im gesamten Jahr im Bereich des langjährigen Mittelwerts. Der tiefste Stand wurde Ende Februar mit 2,64 Meter und der höchste Wert mit 4,25 Meter Ende Juni und nochmals Mitte Juli registriert.

Foto: wak

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