Nachgefragt: Wer ist eigentlich Norbert Zeller?

Im Gespräch mit Landtagskandidaten im Wahlkreis Bodensee

Wählen oder nicht wählen und wenn ja, wen wählen? Diese Frage stellt sich den Wahlberechtigten in Baden-Württemberg am 27. März bei der Landtagswahl. Parteibindungen werden bei Wahlentscheidungen immer weniger wichtig. Während ein Teil der Wahlberechtigten eher strategisch wählt und sich für eine Partei entscheidet, spielt bei anderen auch die Persönlichkeit des Kandidaten eine Rolle.

See-Online: Stellen Sie sich doch bitte einmal kurz vor: Verraten Sie uns Ihr Alter, wo Sie geboren sind, Ihren Beruf und wo und wie Sie leben.

Norbert Zeller: Ich bin 60 Jahre jung und in Friedrichshafen geboren und aufgewachsen. Neben meiner Abgeordnetentätigkeit arbeite ich als Sonderschullehrer an der Merian- und Pestalozzischule in Friedrichshafen. Zusammen mit meiner Frau und Freunden habe ich eine ehemalige Mühle zu einem Mehrgenerationenhaus um- und ausgebaut.

See-Online: Weshalb haben Sie sich entschieden, ausgerechnet in Ihre und in keine andere Partei einzutreten?

Norbert Zeller: Für mich ist die SPD die Partei der sozialen Gerechtigkeit. Dies gilt für alle Politikfelder. Auf Landesebene setze ich mich vor allem dafür ein, dass Bildung nicht abhängig vom Geldbeutel der Eltern sein darf. Deshalb: früh investieren statt spät reparieren.

See-Online: Partei- und Regierungsprogramme könnten wir im Internet lesen. Wir möchten Sie deshalb lieber persönlich ein bisschen näher kennenlernen. Sind Sie mit ein paar persönliche Fragen einverstanden?

Norbert Zeller: ja

See-Online: Stellen Sie sich vor, es ist Sonntag. Sie können nicht einkaufen. Was darf in Ihrem Kühlschrank an einem Sonntag auf gar keinen Fall fehlen?

Norbert Zeller: Die Zutaten für ein gemütliches Frühstück und ein gutes Abendessen im Kreise meiner Familie. Beim Essenzubereiten übernehme ich gerne so genannte Hilfsdienste, denn meine Frau kocht genial.

See-Online: Politik ist Kommunikation. Macht es Ihnen Spaß, unter Menschen zu sein?

Norbert Zeller: Wer in einer siebenköpfigen Familie aufwächst, gerne sich in der Jugendarbeit engagiert, der lernt kommunikativ zu sein. Ich diskutiere gerne mit Menschen, auch kontrovers, wobei es trotzdem menschlich zugehen sollte.

See-Online: Sind Sie gern draußen an der frischen Luft?

Norbert Zeller: Wer lange Zeit im Zeltlager (Seemoos, Benistobel) gelebt und gearbeitet hat, einen großen Garten hat, der genießt die Arbeit an der frischen Luft. Als Bodenseekind fühle ich mich auch auf dem Wasser (bei anständigen Temperaturen) sehr wohl.

See-Online: Wo haben Sie Ihrer besten Ideen? Vielleicht unter der Dusche…?

Norbert Zeller: Die besten Ideen habe ich morgens, wenn ich ausgeschlafen bin. Als Teamspieler entstehen oft gute Ideen in gemeinsamen Diskussionen.

See-Online: Wie wichtig sind Ihnen Freunde? Wir meinen nicht politische Freunde, sondern Menschen, die Ihnen wirklich nahe stehen.

Norbert Zeller: Ohne wirkliche Freunde kann es kein gutes Zusammenleben geben. Neben meiner Familie bin ich froh echte Freunde zu haben, die selbstverständlich auch meine Schwächen kennen, ohne sie an den Pranger zu stellen.

See-Online: Wie wichtig ist emotionale Intelligenz und die Fähigkeit zu Empathie? Oder sind Sie ein reiner Verstandsmensch, dem Emotionen nicht so wichtig sind?

Norbert Zeller: Einfühlungsvermögen in eine andere Lebensweise oder Kultur ist die Grundvoraussetzung für verantwortliches politisches Handeln, Wer nicht versucht sich in die Gedankenwelt von Kindern und Jugendlichen, von Arbeitssuchenden oder Pflegenden hineinzuversetzen, kann keine verantwortliche Politik machen. Nicht nur darüber zu lesen, sondern mit den Betroffenen zu reden, halte ich für unabdingbar.

See-Online: Viele Menschen haben ein Lieblingszitat oder einen Lieblingsspruch wie „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen…“ . Haben Sie auch so einen Satz?

Norbert Zeller: „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen!“ Heraklit von Ephesops 535 vor Chr. – 475 vor Chr.

See-Online: Besitzen Sie ein Smartphone?

Norbert Zeller: Ich besitze ein Blackberry, um die wichtigsten E-Mails während der Zugfahrt zu lesen und zu bearbeiten.

See-Online: Lesen Sie Nachrichten lieber online oder in gedruckten Zeitungen?

Norbert Zeller: Ich lese täglich beim Frühstück und der Zugfahrt. Ich brauche eine gedruckte Zeitung. Täglich lese ich den Südkurier, die Schwäbische Zeitung und die Frankfurter Rundschau. Hinzu kommen oftmals weitere Zeitungen.

See-Online: Nutzen Sie in Ihrer Freizeit Twitter oder Facebook oder finden Sie für sich persönlich soziale Netzwerke und Mikroblogging nicht ganz so wichtig?

Norbert Zeller: Zugegeben: ich bin kein Twitter oder Facebook-Fan. Mache aber gerade erste „Gehversuche“. Wer mit eine E-Mail schickt, bekommt aber eine Antwort.

See-Online: Wissen Sie welche Rolle Facebook in Tunesien spielte, Stichwort „Revolution im Internet“?

Norbert Zeller: Ich verkenne nicht, dass das Facebook in vielen Ländern einen unschätzbaren Beitrag zur Demokratisierung eines Landes leisten kann. Ohne Facebook wäre ein schneller und informativer Austausch nicht möglich. Das wissen auch die Diktatoren, weshalb in Ägypten und China diese Kommunikationsmittel teilweise ausgeschaltet wurden.

See-Online: Auch im Fall von „Stuttgart 21“ spielte sich viel im Internet ab. Nachrichten verbreiten sich über Twitter fast in Echtzeit? Haben Sie im Internet schon einmal fluegel.tv geschaut?

Norbert Zeller: Ja, als der Nordflügel abgerissen wurde, während der Klausurtagung meiner Fraktion

See-Online: Apropos schauen: Gehen Sie lieber ins Kino oder schieben Sie eine DVD ein? Welchen Film sollten wir uns unbedingt einmal anschauen?

Norbert Zeller: Ich gehe viel zu selten ins Kino. Wenn ich abends spät heimkomme zappe ich herum um noch Nachrichten anzuschauen. Ein Film, den ich nach wie vor jedem empfehlen kann, ist „Schindlers Liste“.

See-Online: Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welchen Headliner, welche Band oder welchen internationalen Künstler, würden Sie gern einmal in Salem live spielen hören?

Norbert Zeller: Shakira natürlich. Dafür werde ich mich weiterhin einsetzen.

See-Online: Jetzt doch noch eine politische Frage. Was halten Sie von Volksentscheiden? Was haben Sie aus den Ereignissen in Zusammenhang mit Stuttgart 21 gelernt?

Norbert Zeller: Ich möchte, dass die Menschen früher und direkter an Projekten beteiligt werden. Dies gilt für die kommunale Ebene ebenso wie für die Landesebene. Die Schweiz zeigt uns, was es heißt, Menschen wirklich teilhaben zu lassen. Bei S 21 sind diesbezüglich große Fehler gemacht worden.

See-Online: Letzte Frage: Warum sollten wir ausgerechnet Sie wählen?

Norbert Zeller: Weil ich seit 23 Jahren als Abgeordneter der Bodenseeregion über die notwendige Erfahrung verfüge, für eine gerechte und soziale Politik stehe und vor allem als Bildungspolitiker dafür gearbeitet habe, dass auch im Bereich der Bildung die Gerechtigkeit im Vordergrund steht. Ich bin für längere gemeinsame Lernzeiten und ein gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen und vor allem dafür früh in Bildung zu investieren statt spät zu reparieren.

Mehr über die Politik der SPD gibt’s unter http://www.norbertzeller.de/

Bereits erschienene Gespräche:

Ulrich Müller http://www.aktuelles-bodensee.de/25659/nachgefragt-wer-ist-eigentlich-ulrich-mueller/

Martin Hahn http://www.aktuelles-bodensee.de/25706/nachgefragt-wer-ist-eigentlich-martin-hahn/

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