Am Tag vor Weihnachten: Brandruinen in Konstanzer Altstadt qualmen noch

Sechs historische Häuser in der Konstanzer Fußgängerzone evakuiert – Heute Nachmittag Feuerwehrmann verletzt – Haus Hussenstraße 1 einegstürzt

Konstanz. Das Feuer in der Konstanzer Altstadt mitten in der Fußgängerzone hat zwei Häuser total zerstört. Die Zahl der Verletzten stieg mittlerweile auf drei. Noch qualmen die Brandruinen. Nach Aussage von Feuerwehrsprecher Nikolaj Schutzbach, der seit heute Morgen vor Ort ist, sind insgesamt rund 300 Rettungskräfte im Einsatz, darunter die Feuerwehr aus Radolfzell.

Rauch steigt aus Brandruinen

In der Konstanzer Altstadt bietet sich ein surreales Bild. Wo sich gestern noch Weihnachtseinkäufer durch die Fußgängerzone schoben, herrscht am Tag vor Heiligabend gespenstische Leere. Zu sehen sind nur Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Die Polizei hat das Areal rund um die seit dem Morgen brennenden Häuser weiterhin abgesperrt. Auch Stunden nach der Alarmierung, am frühen Nachmittag, schossen die Feuerwehrleute noch immer Löschwasser in die Gebäude. Noch am Nachmittag stieg aus den Brandruinen Rauch auf. Wo sich Schaufenster und in den oberen Geschossen Fenster befanden, klaffen jetzt schwarze Löcher.

Noch immer Signalhörner in Konstanz zu hören

Den ganzen Tag über sind in der Konstanzer Altstadt Signalhörner von Einsatzfahrzeugen zu hören. Kamerateams und viele Fotografen sind im Laufe des Tages am Brandort eingetroffen. Insgesamt haben Feuerwehr und Polizei wegen des Großfeuers rund um den Obermarkt sechs Häuser räumen lassen. Betroffen sind die Gebäude Hussenstraße 1, 3 und 5 sowie Kanzleistraße 19, 17 und 15. Das sagte Erich Böhler vom Ordnungsamt der Stadt Konstanz. Welche und wie viele Häuser und Wohnungen dauerhaft unbewohnbar sind, war am Nachmittag noch unklar. Fest stand nur, dass zwei Häuser komplett zerstört sind. „Zwei oder drei Häuser sind unbewohnbar“, so Böhler. Wo die betroffenen Bewohner unterkommen, werde geprüft. Das sagte Böhler am frühen Nachmittag. „Wir sind dabei“, so Böhler. Vor Ort war auch Johannes Kumm, Leiter des städtischen Hochbauamts, der sich ein Bild vom Großbrand in Nachbarschaft des historischen Rathauses der Stadt machte.

Giebel und Haus stürzten am Nachmittag ein

Am frühen Nachmittag schreckte ohrenbetäubender Lärm Einsatzkräfte und Passanten. Die schwer beschädigten Häuser in der Hussenstraße 1 und 2 waren plötzlich in eine riesige Staubwolke gehüllt. Als sich der Staub verzogen hatte, standen die Fassaden der innen total ausgebrannten Häuser aber noch. Eingestürzt waren lediglich die Giebel. Brandschutt fiel in die Straßen. Ein Feuerwehrmann erlitt Verletzungen. Mittlerweile ist das Haus Hussenstraße 1 komplett eingestürzt. Das hat soeben Michael Aschenbrenner, Pressesprecher der Polizeidirektion Konstanz, bestätigt.

Konstanzer Feuerwehr bittet Landkreis um Hilfe

Der Feuerwehreinsatz in der Konstanzer Innenstadt wird noch Stunden weitergehen. An eine Rückkehr zur Normalität ist vorerst noch nicht zu denken. Unterstützt wird die Konstanzer Feuerwehr derzeit bereits von den Feuerwehren aus Radolfzell, Allensbach und Reichenau. Nach etwa sechs Stunden Dauereinsatz sind die Konstanzer Feuerwehrleute entkräftet und erschöpft. Aus dem ganzen Landkreis sei deshalb Verstärkung angefordert worden, so Nikoaj Schutzbach, Sprecher der Konstanzer Feuerwehr.

Fotos (Stand 23.12.2010 um 13.30 Uhr)  wak

Noch mehr Fotos gibt’s bei dornroeschen.nu unter http://www.tmw-kn.com/blog/2010/12/23/grosfeuer-in-konstanz/. Fotografiert hat Frieder Schindele auch aus einem Fenster des Hotels Barbarossa am Oberbmarkt.

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