Aschermittwochsveranstaltung wird zum Fettnäpfchen-Hopping

Linke kritisiert scharf Reaktion des Singener „Wochenblatts“ – Kritik auch an „großen Parteien“

Singen/Konstanz. Erneut hat die Partei Die Linke das Verhalten des Singener Wochenblatts scharf kritisiert. Die Linke fordert, dass alle Kandidaten demokratischer Parteien an einer Aschermittwochveranstaltung teilnehmen sollten. Außerdem rügte die Linke die „großen Parteien“, weil sie sich auf einen „Kuhhandel“ mit dem „Wochenblatt“ eingelassen hätten.

 

Fettnäpfchen-Hopping

 

Wörtlich heißt es in einer Mitteilung der Linken: „Das Singener ,Wochenblatt‘ tritt von einem Fettnäpfchen in das nächste.“ Nachdem die Einladung der beiden rechtsextremen Kandidaten nicht zu halten gewesen sei, weil sich etliche der anderen geladenen Politiker, darunter als erster der Singener Linke-Kandidat Michael Krause, geweigert hätten, sich mit Neonazis auf ein Podium zu setzen, folge jetzt die Kehrtwende.

 

Kleine Parteien aussortiert

 

„Offenbar hat man mit den ,großen‘, schon im Landtag vertretenen Parteien ausgekungelt, dann eben alle ,kleinen‘ Parteien, nicht nur die Rechten, auszuladen“, so die Linke. „Das ist nicht nur eine billige Retourkutsche“, sagt Krause, „sondern wirft auch ein bezeichnendes Licht auf das Demokratieverständnis und die Motive der Wochenblatt-Verantwortlichen.“ Offenbar gehe es den Veranstaltern weniger um die Belebung der politischen Kultur, sondern um Eigenwerbung, damit das Anzeigenaufkommen steige, so der Linke-Kandidat weiter. „Diese Rechnung wird aber nach diesem Desaster nicht aufgehen.“ Anfragen von See-Online die Aschermittwochveranstaltung betreffend hat die Wochenzeitung allesamt nicht beantwortet und auch keine Stellungnahme abgegeben.

 

Linke spricht von „Kuhhandel“

 

Scharf kritisiert Michael Krause auch die Vertreter von CDU, FDP, SPD und Grünen dafür, dass sie sich auf diesen „Kuhhandel“ eingelassen haben. „Offenkundig sehen die etablierten Landtagsparteien nun die Chance, unter sich zu bleiben und die anderen demokratischen Parteien auszuschließen“, griff Krause diese ganz große Koalition an. Besonders enttäuscht hat ihn dabei, dass dies durchgezogen worden sei, ohne die Kandidaten von Linken, Piraten und ÖDP auch nur zu informieren. Ähnlich hatte sich bereits am Freitag die Konstanzer Landtagskandidatin der Piraten, Ute Hauth, geäußert. Sie hatte eine eine „rechts“- freie Runde der im Landtag vertretenen Parteien kritisiert. Franz Weber (ÖDP) machte klar, dass er weiterhin gern mitdiskutieren möchte.

 

Linke, Piraten, ÖDP wieder einladen

 

Alle Welt beklage die wachsende Politikverdrossenheit in der Bevölkerung; durch solche Aktionen werde sie weiter befördert werden, klagt die Linke. Michael Krause fordert, dass alle Vertreter der demokratischen Parteien eingeladen werden, neben der Linken also auch Piratenpartei und ÖDP. Unterzeichnet haben die Pressemitteilung Jürgen Geiger, Geschäftsführender Kreisvorstand der Linken und Michael Krause, Landtagskandidat Wahlkreis Singen.

 

Foto: Ernst Rose PIXELIO www.pixelio.de

 

Ein Kommentar to “Aschermittwochsveranstaltung wird zum Fettnäpfchen-Hopping”

  1. Karl
    7. März 2011 at 23:51 #

    Der Linkspartei steht es ganz bestimmt nicht zu, Befehle zu erteilen, wer sich mit wem in diesem Land unterhalten darf. An Arroganz nicht mehr zu überbieten.

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