Auch das noch: Pathologischer PC- und Internet-Gebrauch

Uni Vortrag: Jörg Petry über suchthaftes Verhalten oder süchtig nach PC und Internet

Konstanz (red) Berichte über besorgniserregende stundenlange Freizeitbeschäftigung mit PC und im Internet insbesondere von Jugendlichen nehmen seit einem Jahrzehnt zu. Teilweise wird dies als „Sucht“ bezeichnet, teilweise als Folge anderer Störungen angesehen, etwa im Sozialkontakt oder im Leistungsvermögen. Am Donnerstag, 1. Juli, spricht mit Jörg Petry ein Experte für suchthaftes Verhalten an der Universität Konstanz. In seinem Vortrag „Pathologischer PC- und Internet-Gebrauch“ geht er nicht nur auf die Betroffenen ein, die seltener professionelle Hilfe suchen, sondern auch auf die durch solches Verhalten beunruhigten Eltern und Lehrer. Die Veranstaltung findet in Hörsaal A 702 statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Alkohol, Automaten, Internet

Jörg Petry untersucht seit vielen Jahren als Kliniker und Wissenschaftler die Themen Alkoholabhängigkeit, exzessives Casino- und Automaten-Spiel und Medikamentenabhängigkeit. Sein neuestes Buch befasst sich mit unkontrollierter, zeitraubender Beschäftigung an PC und im Internet, mit den möglichen Ursachen und Folgen, mit Möglichkeiten zu Verhaltensänderungen sowie mit therapeutischen Hilfen.

Foto: Hanns Fahlbusch Uni Konstanz

Ein Kommentar to “Auch das noch: Pathologischer PC- und Internet-Gebrauch”

  1. dokape
    28. Juni 2010 at 11:43 #

    Suchthaftes Verhalten bei TV-Konsumenten festgestellt.
    Seit Jahren wird ein vermehrtes zwanghaftes Verhalten bei der Nutzung des Fernsehgerätes festgestellt. Mehrere Stunden am Tag sitzen immer mehr Menschen teils regungslos vor dem Bildschirm und lassen sich berieseln. Es erfolgt lediglich durch die Wahl eines anderen Programmes eine Auswahl der unterschiedlichen Informationskanäle. Eine aktive Hinterfragung der Geschehnisse durch Auswahl anderer Medien und ausländischer Berichterstattung erfolgt meist nicht.
    Immer häufiger ist auch zu beobachten, dass die ausgewählten Sendungen kein besonders hohes Bildungsniveau beschweren und damit auch ansprechen.

    In familiären Bereichen führt der Fernsehkonsum immer häufiger zu starken Konfliktsituationen bis zum handfesten Familienstreit.
    Gründe dazu gibt es viele. Sei es die Programmauswahl, bei der sich die Familienmitglieder uneinig sind, oder die Lautstärke oder um Störungen durch Tätigkeiten wie Telefonieren oder Unterhalten mit anderen Menschen.
    Die TV-Sucht hat auch Folgen auf die Kommunikation mit Nicht-Süchtigen. Diese müssen berücksichtigen, wann sie ihre süchtigen Bekannten anrufen oder besuchen. Nicht zu jeder Tageszeit oder Nachtzeit sind die Süchtigen gewillt, sich stören zu lassen. Süchtige vereinsamen mit der Zeit, da sie für ihre Bekannten keine Zeit mehr haben.

    Die fehlende Bewegung durch das lethargische Verhalten wird durch fettreiche Knabberkost ergänzt. Eine zunehmende Fettleibigkeit und gesundheitliche Probleme erhöhen die Arztkosten und damit auch die Krankenkassenbeiträge.

    Aus obigen Gründen bleibt eigentlich nur die Forderung, schnellstmöglich den TV-Konsum der Süchtigen einzuschränken. Sei es über ein Zeitfenster, bei dem Gesendet wird oder gar um ein Verbot des TV-Konsums für TV-Süchtige.

    Ein erster Schritt könnte ein Verbot von Serien sein. Sie erzeugen einen Zeitdruck und eine Erwartungshaltung, etwas wichtiges zu versäumen.

    Es sind mehr Menschen TV-süchtig als Internetsüchtig. Aber bisher hat man sich der Wahrnehmung dieser Tendenz verschlossen. Die Lobby-Arbeit der Sendeanstalten hat zu großen Einfluss auf die Politik. Da am organisierten TV-Produktionsmarkt mehr Geld hängt, als am unorganierten Internet-Markt, werden diese neue Medien verteufelt. Die Politiker orientieren sich weiterhin an der seit Jahren gültigen Forderung: „Brot und Spiele fürs Volk“.

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