Auch Überlinger Jugendliche wollen am See grillen

Nach Jugendbefragung und Jugendforum kommen Ideen aus Projektgruppen

Überlingen (wak) Eine Grillstelle am See. Das ist eine der Forderungen, die Überlinger Jugendliche der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat vorgetragen haben. Einen Platz, die Wiese beim Jugendcafé und Gondelehafen, favorisieren die Jugendlichen. Oberbürgermeisterin Sabine Becker sagte, sie werde prüfen, ob dort eine Grillstelle eingerichtet werden könne. Außerdem versprach die Stadt, sich auf die Suche nach einem „Lärmort“ zu machen, an dem Jugendliche laute Partys feiern können. Weiter sprachen sich die Jugendlichen dafür aus, einmal im Jahr ein Jugendforum stattfinden zu lassen, zweimal im Jahr ihre Ideen dem Gemeinderat vortragen zu dürfen und möglicherweise auch einen Jugendgemeinderat zu wählen.

Viele Ideen und hoher Einsatz der Jugendlichen

Was die Grillstelle angeht, könnte sie möglicherweise schnell realisiert werden. Es brauche nur eine Grillstation und ein paar Bänke, so die Jugendlichen. Dass die jungen Überlinger mitreden wollen, hat das große Engagement bei einer Jugendbefragung vor wenigen Monaten, an der sich 2701 Schüler beteiligt hatten, und bei einem Jugendforum gezeigt. Seither arbeiten die Jugendlichen in Projektgruppen, wo sie ihre Ideen konkretisieren. Das Themenspektrum reicht von einem auf Bedürfnisse Jugendlicher und junger Erwachsener zugeschnittenen ÖPNV bis zu Partyzonen und zentralen Treffpunkten, an denen es mangelt. Die Aktivsten und Sprecher der Projektgruppen sind etwa ein Dutzend Schüler, von denen die meisten in diesem Jahr Abitur gemacht haben. Wenn sie Überlingen demnächst verlassen, folgten aber neue Jugendliche nach, sagten sie. Auch Daniela Joos vom Jugendreferat geht davon aus, dass die Projekte weiter laufen.

Räume reichen Jugendlichen nicht

Ein großes Thema ist ein zentraler Ort für ein Jugendhaus und ein Platz am See. Das derzeitige Raumangebot im Jugendcafé und in der „Rampe“ sei zu klein und im Falle der „Rampe“ zu weit vom Stadtzentrum entfernt. Interesse haben die Jugendlichen auch an Sportangeboten wie Fußball oder Volleyball im öffentlichen Raum. Klar ist, dass Information und Kommunikation bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fast ausschließlich übers Internet läuft. Eine Jugendbörse könnte es geben, sagen die Jugendlichen. Vereine könnten sich dort zeigen. Auch Firmen sollten auf der Website Stellenangebote oder Praktikumsplätze einstellen. Gedacht sei auch an eine Nachhilfebörse.

Junge Erwachsene wünschen sich Akzeptanz

Auf einer „trendigen“ Homepage sollen sich Jugendliche informieren können. Auch wichtige Infos zum Jugendbeteiligungsprozess und den Projektgruppen soll es auf der Website geben. Weitere mögliche Online-Angebote wären ein Chat, Newsletter, Termine, Fotos und eine Mitfahrzentrale. Ihre Homepage machen die Jugendlichen, die auch in Facebook zu finden sind, selbst. Im „realen Leben“ wünschen sich die Jugendlichen vor allem Akzeptanz. Sie möchten in ihrer Stadt von den Erwachsenen ernst genommen werden und sie wünschen sich Orte für ihre Veranstaltungen. Für die jungen Überlinger, die die Ergebnisse ihrer Projektarbeit der Oberbürgermeisterin und dem Gemeinderat in dieser Woche vorstellten ist klar, dass sie sich auch politisch einbringen und im Kommunalen engagieren wollen.

Echo aus der Erwachsenen-Politik

Stadtrat Oswald Burger (SPD) sagte, die Jugendlichen wünschten sich nichts Utopisches, sondern nur Realisierbares. Der Rat meinte damit auch, dass die Jugendlichen momentan nur Finanzierbares von der klammen Stadt haben möchten. Bernhard Bueb, FDP-Stadtrat und ehemaliger Leiter der Schule Schloss Salem, fragte, wen die aktiven Jugendlichen überhaupt erreichen. Bueb wollte wissen, ob auch Hauptschüler und Migranten in die Jugendarbeit integriert und aktiv dabei sind. „Inwieweit sind Sie repräsentativ?“ Die Jugendlichen, die in den Ratssaal gekommen waren sagten, es gebe den Versuch, sie einzubinden. „Für Veranstaltungen sind sie zu haben.“ Daniela Joos erklärte, dass die von Bueb angesprochenen gesellschaftlichen Gruppen im Jugendcafé präsent seien und Abiturienten dort nicht unter sich seien.

Hier geht es zu Überlinger Jugend im Web.

Foto: Günter Havlena  PIXELIO

Ein Kommentar to “Auch Überlinger Jugendliche wollen am See grillen”

  1. dk
    16. Juli 2010 at 10:23 #

    Man sollte diese Jugendliche nicht nur als „Sozialarbeiter“, sondern auch als „potentielle Arbeitnehmer oder Existenzgründer“ ansehen.

    Sowohl die Website als auch neue Programmier-Anregungen zeigen Interesse und Unternehmensgeist jenseits von Internet-Chatten und -Konsum und dürften als Gesprächskultur sicher bei anderen Personengruppen (Jugend-Randgruppe, Wirtschaft u.a.) zumindest Aufmerksamkeit, Interesse und evtl. auch eigene Aktivitäten bewirken.

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