Aufreger Konstanzer Galerie-Führer

GalerieführerKonstanz. Ein kleiner, unvollständiger Konstanzer Galerie-Führer ist zum Aufreger geworden. Auf den Weg gebracht hat den kostenlos verteilten Führer, der in einer Auflage von 10.000 Exemplaren erscheint, das Stadtmarketing Konstanz. Stadtmarketing-Geschäftsführer Hilmar Wörnle ärgerte sich in der vergangenen Woche über die ausgebliebene Würdigung des Printprodukts in der Konstanzer Lokalzeitung.

Wettbewerber auf  dem Anzeigenmarkt

 

Zufällig dürfe es nicht so gekommen sein. Denn die Zeitung hätte möglicherweise ja auch selbst auf die Idee kommen können, einen Galerie-Führer zu produzieren und könnte mutmaßlich ihrerseits verärgert gewesen sein, dass das Stadtmarketing plötzlich als Wettbewerber im lokalen Anzeigenmarkt auftrat und sich ein Stück vom Printprodukt-Kuchen auf den Teller schaufelte.

Kritische Würdigung

Die Lokalzeitung, die andere Aktionen des Stadtmarketings durchaus freundlich und wohlwollend begleitet hatte, setzte sich mit dem Führer kritisch auseinander und prangerte indirekt auch gleich noch die Anzeigenpreise von 590 Euro pro Seite und den „Ton“ der Vertriebsmitarbeiter des Stadtmarketings an.

Verweigerung kostenloser Hinweise

 

Stadtmarketing-Geschäftsführer Hilmar Wörnle hat kein Verständnis dafür, dass ihm die Lokalzeitung für die neueste Geschäftsidee nicht das erhoffte Forum bieten und die neue Publikation auch nicht in redaktionellen Teil kostenlos bewerben wollte.

Glieder einer Kette

 

Hilmar Wörnle sagt, die Erfahrung, dass die Lokalzeitung nicht über alle Aktionen im redaktionellen Teil der Zeitung berichte, habe das Stadtmarketing zuletzt auch in Zusammenhang mit dem Projekt „KonsTanzt“ gemacht. Das Stadtmarketing hatte das neue Format aus der Taufe gehoben und startete an einem Sonntag im Februar die  „Tour de Danse“. Der Tag sollte ein Tag für alle Tanzfreunde werden. Die Lokalzeitung unterstützte das Projekt nicht, so wie es sich das Stadtmarketing erhofft hatte.

Der Galerie-Führer

 

Hilmar Wörnle erklärt, die Lokalzeitung verweigere sich immer öfter, wenn es um kostenlose redaktionelle Berichterstattung für ein mutmaßlich kommerzielles Ereignis gehe. So war es auch Anfang März, als  das Konstanzer Stadtmarketing verkündet hatte, gemeinsam mit der Galerie malzeit und dem Internationalen Bodensee Club (IBC) an der ersten Auflage eines neuartigen Galerie- und Atelierführers zu arbeiten.

Werbetext musste draußen bleiben

 

Die handliche, Ende April erscheinende und dann kostenlos ausliegende Broschüre solle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gäste mit den „vielfältigen vor Ort existierenden künstlerischen Angeboten vertraut machen“, so der O-Ton einer Medienmitteilung. Galerien, Ateliers und Künstler, die sich in der Broschüre mit einem Eintrag präsentieren wollten, könnten sich beim Stadtmarketing Konstanz sowie bei Karl-Heinz Joos von der Galerie malzeit über die jeweiligen Möglichkeiten und Konditionen informieren. Die Lokalzeitung hatte diese Meldung anscheinend nicht veröffentlicht.

Größe eines Kuchenstücks

Hilmar Wörnle sagt, er sei darauf angewiesen, Projekte wie Oldtimerrallyes, Kinderfeste und den Flohmarkt zu veranstalten und vielleicht auch einen Galerie-Führer herauszubringen. Um das an sich unterfinanzierte Stadtmarketing finanziell über Wasser zu halten, müsse er Einnahmen generieren. Von der Stadt bekomme er gerade einmal einen Euro pro Einwohner. Mit dem Galerie-Führer dürfte das Stadtmarketing freilich keine allzu großen Einnahmen machen. Denn längst nicht alle Künstler und Galeristen wollten sich in der Publikation präsentieren. Die Städtische Wessenberg Galerie und die angesehene Galerie Geiger am Fischmarkt, die im Moment grade Heinz Mack zeigt, fehlen ganz. Ausgerechnet. Vielleicht war das Kuchenstück, das das Stadtmarketing der Lokalzeitung wegschnappte ja nicht einmal ganz so groß.

 

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