Ausflugsschiffe auf Seerhein fahren ab kommender Saison langsamer

Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft vorerst mit Ausnahmebewilligung auf Kurs

Konstanz/Schaffhausen (wak) Die Arbeitsgruppe Bodenseeufer (AGBU) hat behauptet, dass Fahrgastschiffe zwischen Ermatingen und Konstanz viel zu schnell fahren. Dadurch würden Schäden am Ufer verursacht. Die Wissenschaftler sagten, sie hätten das Tempo von Schiffen der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein gemessen. Heute hat die Geschäftsleitung Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein noch einmal ausführlich Stellung genommen. Offenbar sind die Kursschiffe tatsächlich zu schnell. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft weist aber auch darauf hin, dass an Wochenenden viel mehr private Motorboote als Ausflugsschiffe auf dem sensiblem Streckenabschnitt fahren.

Viel mehr private Motorboote unterwegs

Die Schweizer erklärten, dass sie den Uferschutz ernst nehmen. Insbesondere vor den als besonders verletzlich bezeichneten Uferabschnitten fahren die Kapitäne langsamer. Es gebe aber auch weniger sensible Streckenabschnitte zum Beispiel zwischen den Konstanzer Brücken, wo das Ufer mit Beton verbaut sei. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft sei sich bewusst, dass die Kursschiffe starke Wellen auslösen. Bei dem neuesten Schiff, dem MS Munot, sei darauf geachtet worden, dass ein „optimales Wellenbild“ entstehe. Täglich fahren je Richtung allerdings nur drei Schiffe – in der Hochsaison seien es vier. Wörtlich heißt es: „Die Zahl der privaten Motorboote ist ein Vielfaches davon. Es können an einem Wochenende bis zu 500 Boote sein.“

Ab 2011 längere Fahrzeiten auf der Strecke

Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft gab der Arbeitsgruppe Bodenseeufer jetzt aber in soweit Recht, dass die Fahrzeiten zwischen Ermatingen und Konstanz knapp bemessen seien. Wörtlich heißt es: „Deshalb kommt es zu Geschwindigkeitsüberschreitungen, insbesondere, wenn bei größerem Passagieraufkommen und damit verbunden längeren Fahrgastwechselzeiten der Fahrplan sonst nicht eingehalten werden könnte.“ Im kommenden Jahr möchte die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft ihren Fahrplan anpassen. Damit die Schiffe in Konstanz Anschluss haben, müssten die Schiffe auf dem See – wo sie schneller fahren dürfen – auch schneller verkehren. Für diese Saison bate die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft eine Ausnahmegenehmigung. Das Schweizer Bundesamt für Verkehr, die Behörden der Kantone Thurgau und Schaffhausen sowie das Landratsamt Konstanz haben eine befristete Bewilligung erteilt. Maximal dürfen die Schiffe bergwärt 15 Stundenkilometer schnell sein.

Ein Kommentar to “Ausflugsschiffe auf Seerhein fahren ab kommender Saison langsamer”

  1. Fenedig
    13. August 2010 at 11:04 #

    Na also – es geht doch wenn man direkt miteinander spricht! Dass nicht nur auf dem Land, sondern auch auf dem Wasser, Fahrzeuglenker/Kapitäne im Zeitstress stehen, ist nicht neu und passt in unsere Welt. Derzeit, bei hohem Wasserstand, wo z.B. die Passagiere in Diessenhofen das Schiff wechseln müssen, da die alte Rheinbrücke nicht zu unterfahren ist, stellt sich für die Schifffahrtsgesellschaft URh das Fahrplaneinhalten zusätzlich als Problem dar. Es geht halt manchmal nur mit vertretbaren Kompromissen.

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.