Ausstellung zeigt „Stolpersteine für Konstanz“ und Biografien

Initiative Stolpersteine präsentiert sich vom 26. Januar bis 19. Februar 2012 im Kulturzentrum am Münster im Gewölbekeller

Konstanz. In Konstanz sind von Januar bis Februar 2012 Stolpersteine sowie einzelne Schicksale hinter den Steinen zu sehen. Schon heute machte das Kulturbüro der Stadt auf die Ausstellung aufmerksam.

103 Stolpersteine in Konstanz verlegt

Bis Ende 2011 sind in Konstanz insgesamt 103 Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig verlegt. Jeder Stein steht für ein Opfer des Nationalsozialismus. Demnigs Intention ist unter anderem, den NS-Opfern, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihre Namen zurückzugeben. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zitiert der Künstler die Thora.

Erinnern an Einzelbiografien und Opfergruppen

Vom 26. Januar bis 19. Februar 2012 stellt die Konstanzer Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ im Gewölbekeller des Kulturzentrums ihre Arbeit vor. Gezeigt werden auch Einzelbiografien. Auch an einzelne Opfergruppen werde mit umfassenden Hintergrundinformationen erinnert.

Die Ausstellungseröffnung ist für 26. Januar um 18 Uhr geplant.

Ein Kommentar to “Ausstellung zeigt „Stolpersteine für Konstanz“ und Biografien”

  1. dk
    6. Dezember 2011 at 21:28 #

    Der Vorteil von hochauflösenden Bildern ist die Lesbarkeit von Namen: auf der rechten Seite war der Name „Spiegel“ 5x lesbar, der an ein „Schüler-Interview“ für eine „schulische Festschrift“ gegen Ende der 70er Jahre mit einem jüdischen Amerikaner mit Nachnamen „Spiegel“ erinnerte.

    Aus KN stammend ist er rechtzeitig nach den USA ausgewandert und hat sich dort eine Existenz aufgebaut; seine letzten Jahre hat er in Kreuzlingen gewohnt, wo auch das Gespräch stattgefunden hat. Es war eher ein Talk zwischen den Generationen über einen ungewöhnlichen Lebenslauf in verschiedenen Epochen: im Vergleich zu wenigen Jahren später hatten wir eher nur eine „nebelige Vorstellung einer grausamen Zeit“ und konnten daher „keinen investigativen Interview-Stil“ pflegen.

    Mit dem Lehrer und Buch-Herausgeber, der den Kontakt zustande gebracht hatte, war auch vereinbart, dass man dem hohen Alter geschuldet eher dem Erzählenden zuhören als bedrängen sollte.
    Als dieser am Anfang den US-geprägten Begriff „Gentlemans Agreement“ erwähnt hat, wurde dieser von mir mit einem „fairen gegenseitigen Umgang“ übersetzt. Erst 2-3 Jahre später konnte man diese Haltung in ganzem Umfang richtig wertschätzen.
    Wie oben erwähnt, fand keine historische Aufarbeitung statt, sondern familiäre Episoden und Lebensläufe wurden eher skizziert, um einigen Jugendlichen aus abgeklärter Sicht exemplarische Geschichte zu vermitteln. Es wurde deutlich, dass durch den Wechsel in die USA ein neues Leben angefangen hatte und der Begriff „Heimat“ verständlicherweise neu definiert wird.
    Beim Abschied reichte man sich gegenseitig freundlich die Hände und freute sich über das Kennenlernen trotz schönem Wetter.
    Jahre später hätte man gerne weitere Fragen gestellt: zu Europa und den USA als „neue Welt“. Als Stichwort zu diesem Gespräch ist „Gentlemans Agreement“ geblieben.

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