Bachelor-Studiengänge an Zeppelin Uni: Vier Jahre

Erste deutsche Uni alle Bachelor-Studiengänge stellt auf längere Studienzeit um – Zeit für Forschung und Persönlichkeitsbildung

Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen stellt als erste deutsche Hochschule ab Herbstsemester 2011 die Regelstudienzeiten ihre gesamten Bachelor-Studiengänge um – von bisher drei auf vier Jahre. Damit reagiert die Universität auf das verkürzte Abitur, die internationalen Standards und ihren Anspruch auf ein forschungsorientiertes und persönlichkeitsbildendes Studium.

Zwei Neuerungen „Zeppelin- und Humboldt Jahr“

Den Studierenden soll dadurch nach Auskunft der Universität vor allem mehr Zeit für eigene Forschungs- und Projektstudien gegeben werden. Die beiden wesentlichen Neuerungen zu den vielfach ausgezeichneten und in Spitzenpositionen gerankten Studiengängen: das interdisziplinäre und methodenbasierte „Zeppelin-Jahr“ in den ersten beiden Semester verbunden mit einem eigenen Forschungsprojekt in Kleingruppen und das „Humboldt-Jahr“ mit Individualforschungsprojekt an einem Lehrstuhl beziehungsweise Forschungsverbund der ZU oder einer Partneruniversität.

ZU: Vier Jahre internationaler Standard

„Die langjährigen Erfahrungen im Bologna-Prozess hatten es bereits angedeutet, die Bildungsstreikenden haben es gefordert, wir setzen es mit knapp zweijähriger sorgfältiger Vorbereitung konsequent um: mehr Eigenzeit für Eigenwilliges, mehr Reflexion als bloße Übersichtsveranstaltungen, mehr Nachfrageermöglichung als beschleunigtes Angebot“, erläutert ZU-Präsident Professor Dr. Stephan A. Jansen die Motivation. Hinzu käme, dass der vierjährige Bachelor an Spitzenuniversitäten inzwischen internationaler Standard sei und so die Anschlussfähigkeit auch bei verkürztem Abitur gesichert bleibe.

Privatuni argumentiert mit  Erfahrungen

Erste Erfahrungen hatte die ZU bereits mit ihrem Stipendienprogramm für „begabte Langzeitstudierende“ gemacht. „Bildung ist nicht bestellbar, sie ist ein vom Studierenden aus zu denkender Prozess, der gerade bei Erfolg diese wissensdurstige und nachhaltige Neugier und damit Zeitbedarfe auslöst“, beschreibt Gründungspräsident Jansen die Erfolge der Absolventen bei der Aufnahme in international ausgewiesene Master- und Promotionsprogramme.

Entschleunigung der Bildung

Eine weitere Neuerung – auch mit Blick auf der Aussetzung der Wehrpflicht: das Vorpraktikum mit mindestens sechs Wochen Organisationserfahrung ob auf einem Schiff, in einem Museum oder Theater, einem Entwicklungshilfeprojekt, einer Partei, einem Wohlfahrts- oder Sozialunternehmen. „Wir wollen dem Zeitgeist der beschleunigten Bildung etwas entgegensetzen: Erfahrung“, so Jansen weiter: „Trockene Theorien und Methoden werden nässer, also verständlicher in konkreten Praxis- oder Forschungsprojekten – ob zur Urbanität, Migration, Verwaltungsmodernisierung, Zivilgesellschaft, Kulturwirtschaft oder zu Politiknetzwerken.“ Die Anpassung der Regelstudienzeit betrifft alle drei Studiengänge der ZU: Politik- und Verwaltungswissenschaft, Kultur- und Kommunikationswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften.

Mehr Zeit für Forschung

„Die Zeppelin Universität steht für das Überlegen und Unternehmen. Wenn künstlerische, politische wie unternehmerische Erfahrungen wissenschaftlich begleitet und reflektiert werden sollen, dann gibt es nichts Praktischeres als ein forsches Studium – und das braucht Zeit“, sagt Jansen abschließend, „Substanz geht vor Schnelligkeit. Mit einem Fundament an Denk- und Handwerkszeugen wird Bildung zur regenerativen Energie des Lebens in einer Wissensgesellschaft.“

Start im September 2011

Vor dem Start der Studienprogramme zum September 2011 standen knapp zweijährige Planungen – mit allen Wissenschaftler, den Studierenden und auch mit Partnern aus der Praxis. Die ZU nimmt zum Januar und September Studierende in einem gesonderten Auswahlverfahren auf, das jeweils im Frühjahr bzw. Herbst davor stattfindet. Der nächste Bewerbungsschluss ist der 10. April 2011.

Foto: ZU

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