Banker fragen Banker: Das neue Anlegerschutzgesetz

Hermann-Josef Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Gespräch

Überlingen (wak) Toll, die Pressesprecher der Volksbank Überlingen, Erich Heggenberger und Michaela Quetsch, haben ihren Chef Hermann-Josef Schwarz interviewt. Das Interview, in dem Banker einen Banker fragen, beschäftigt sich mit der Frage „Das neue Anlegerschutzgesetz – Warum eine gute Beratung so wichtig ist“. Die Redaktion von See-Online.info hat sich die Fragen und Antworten genauer angeschaut und findet, das Interview ist natürlich auch geschickt verpackte Eigenwerbung der Bank – es hat aber unbestritten auch einen Informationswert. Deshalb hier das vollständige Interview im Wortlaut. Im Gespräch mit Hermann-Josef Schwarz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG Überlingen.

Zum 1. Januar ist ein neues Anlegerschutzgesetz in Kraft getreten. Was ändert sich für den Privatkunden?

Es ist jetzt Pflicht für jede Bank, den Inhalt einer Anlageberatung zu protokollieren, wenn es um Finanzinstrumente wie Zertifikate, Wertpapiere, Fonds oder Aktien geht. Der Gesetzgeber will damit sicherstellen, dass der Kunde tatsächlich nach seinen Bedürfnissen beraten wird. Aber selbst der Verbraucherschutzminister unseres Landes sorgt sich schon darum, dass das Beratungsprotokoll ein bürokratisches Monster wird.

Was macht gute Beratung für Sie aus?

Die Volksbank Überlingen ist eine Genossenschaft, die ihren Mitgliedern, den Menschen hier in der Region gehört. Für sie sind wir da. Deshalb stehen wir für eine aufrichtige und verlässliche Beratung und für eine ganzheitliche Sicht auf die individuellen Fragen unserer Kunden. Und zwar durch qualifizierte Mitarbeiter, die sich laufend weiterbilden. Unsere genossenschaftlichen Grundwerte verpflichten uns zu einer langfristig angelegten sowie nachhaltigen Kundenbeziehung.

In Politik und Öffentlichkeit wird kritisiert, dass Banken nach Provisionen beraten, die sie von Produktanbietern bekommen. Wie sieht das bei der Volksbank Überlingen aus?

Volksbank eG Überlingen – Immenstaad – Markdorf – Stockach Unsere ganz überwiegende Einkommensquelle ist die Zinsspanne. Sie entsteht, wenn wir Spargelder aus der Region für Investitionen in der Region verleihen. Daraus wird zum Beispiel die Beratung bei Spareinlagen oder bei Baufinanzierungen finanziert. Das Gehalt des Beraters muss ja, wie in jedem Unternehmen, erwirtschaftet werden. Unsere zweite Ertragsquelle sind die Provisionseinnahmen. Dazu zählen zum Beispiel Einnahmen aus dem Zahlungsverkehr oder aus der Wertpapiervermittlung, also klassische Bankgeschäfte. Ein anderer Teil der Provisionserträge kommt zum Beispiel aus der Vermittlung von Fonds, Bausparverträgen, Lebensversicherungen und Immobilienvermittlungen. Als regionales Geldinstitut haben wir Produktlieferanten wie die Union Investment, die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Lebensversicherung. Sie gehören unserer Gruppe; wir werden also nicht fremdgesteuert.

Und wie sieht das konkret aus?

Wenn wir zum Beispiel einem Kunden einen Aktienfonds des Verbundunternehmens Union Investment vermitteln, bekommen wir dafür eine Provision von der Union Investment, und zwar die Bank, nicht der einzelne Berater. Mit dieser Provision bezahlen wir die Beratungskosten, die bei uns in der Bank anfallen. Sonst müsste bereits die Beratung etwas kosten, wie beim Arzt oder dem Steuerberater, aber das akzeptieren die Kunden nicht. Unsere Beratung und unser Unternehmensziel sind an den Bedürfnissen unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtet. Die Beratung ist auf eine langfristige und individuelle Kundenbeziehung angelegt. Gerade bei der Geldanlage muss die Frage nach dem Sinn gestellt werden. Zins, Laufzeit, Sicherheit und Risiko sind nur Teilaspekte. Der verlässliche Rat sowie der wertorientierte Umgang mit Geld sind die Basis von Vertrauen und Seriosität. Für alle Kundenbedürfnisse haben wir ein entsprechendes Angebot. Es kommt also immer darauf an, aus einer großen Palette nach ganz individuellen Wünschen und Zielen auszuwählen.

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