Barcamp Bodensee und ein Hund namens Linux

Keywords, Blogger, Web 2.0, Strandbar und die Weisheit eines Wochenendes

Konstanz (wak) Der kleine Terrier hieß Linux. Die Atmosphäre beim Barcamp Bodensee war zwei Tage lang sehr lässig. Diese Botschaft ist für Suchmaschinen vielleicht nicht weiter wichtig und aus Sicht der Search Engine Optimization (SEO) womöglich schädlich. Offenbar geht es aber auch Bloggern – das haben wir beim Barcamp gelernt – nicht etwa nur um Keyword optimiertes Schreiben. Das Erzählen soll in einem Blog und erst Recht in einem Zeitungsblog bitte auch nicht zu kurz kommen. Also amüsieren wir uns ein bisschen.

Hunderte Teilnehmer in Sessions

Am Sonntagabend ging nach einem High Speed und T-Shirt-Wetter Wochenende auf dem Campus der Konstanzer HTWG das erste Barcamp Bodensee, das in Konstanz stattfand, zu Ende. Mehrere Hundert Blogger, Mikroblogger, Informatiker und Internetnutzer, die im Web 2.0 unterwegs sind, haben sich zwei Tage lang in Sessions miteinander ausgetauscht und sich neu vernetzt.

„Techies“ blieben nicht unter sich

Das Barcamp Bodensee war – so wie es die Organisatoren zuvor versprochen hatten – tatsächlich ein Barcamp nicht etwa nur für Nerds oder Digital Natives, also für jene, die nur noch auf Computern herum hacken oder schon mit dem Internet groß geworden sind. Es war nicht nur eine großartige Erfahrung für „Techies“, die eine besonders hohe Affinität zu Technologiethemen haben und sich über Informatik unterhielten, sondern auch für jene, die einfach nur privat oder im Job den Anschluss nicht verpassen wollen.

Internet verändert alle Lebensbereiche

Das Internet verändert nicht nur die Welt der Youngsters. Das Web durchdringt längst alle Lebensbereiche. Freunde begegnen sich auf Facebook und lernen sich vielleicht bei einem Barcamp persönlich kennen. Kurznachrichten verbreiten sich rasend schnell über Twitter oder Identica. Blogger machen im Netz Meinung, Wissen verfällt immer schneller und auch der Journalismus erfindet sich, seit dem der Niedergang der Printmedien, gerade neu.

Badelatschen, iPhones und Netbooks

An iPhones herumfingernd und vor aufgeklappten Netbooks sitzend, teilten viele und nicht nur „Techies“ ihr Wissen. Wer in Badelatschen zu einem Barcamp kommt, ist – so war es wenigstens beim Barcamp Bodensee – nett, hilfsbereit, möchte sein Wissen teilen, hofft auf neue Anregungen und die Stimmung war in den Sessions entsprechend entspannt. Die knapp 250 Teilnehmer am Samstag und ein paar weniger am Sonntag waren zum Barcamp aus ganz Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz oder China an den Bodensee gekommen.

Nur Zuhören bei Barcamps verboten

Alle, die an den jeweils 45-minütigen Sessions teilnehmen wollten, mussten auch eine eigene Session anbieten. Bei Barcamps gilt die „no tourist“ Regel. Vier bis fünf Sessions konnte ein Teilnehmer pro Tag maximal schaffen.

Ein Leben ohne kostenloses Facebook

Ein Thema waren am Wochenende zum Beispiel auch Social Networks. Es ging natürlich wieder um Facebook, um Vorteile und Nachteile und darum, wie Nutzer heute ihre Privatheit schützen können. Die Sache aber ist komplizierter. Ohne die Daten der Nutzer gebe es keine kostenlosen sozialen Netzwerke. Die Alternative wären Bezahlsysteme oder ein Leben ohne Facebook. „Würdest du für ein soziales Netzwerk bezahlen?“, fragte einer in die Runde.

SEO – erster Streich

Dann Raum- und Themenwechsel. SEO steht für Suchmaschinenoptimierung. Bei Stephan Sigloch (http://www.webideas.de/) ging es um Suchworte bei Google und um die Anzahl von Keywords. Seit zwölf Monaten ist alles im Wandel, sagte einer der Sessionteilnehmer. SEO meint Technik, Inhalt, Linkbuilding und Monitoring. Klar ist: Es gibt Überschriften, es gibt Tags und Content und falschen und richtigen Traffic. Bei SEO können auch Onlinezeitungen sehr viel falsch machen. Zum Glück gibt es aber nicht nur Webmaster, die sich darum kümmern, sondern auch Barcamps, auf denen sich die Admins informieren können.

SEO – zweiter Streich

Admins können aber trotzdem auch nicht alles alleine richten. Am Sonntag folgte eine zweite Session, in der es schon wieder um SEO und WordPress – dieses Mal für Anfänger – ging. Während Schreiber gern ein bisschen selbstverliebt auf die von ihnen produzierten Texte starren, sieht ein Blogbeitrag aus der Perspektive der Informatikerin Ute Hauth (http://www.miradlo.com/) leider vollkommen anders aus. Hinter jedem Blog steht ein HTML-Text und er hat ein „zweites Gesicht“ – ein Mängelexemplar sozusagen, das aus der Journalistenperspektive nicht unbedingt zu erkennen ist. Mit ein paar Klicks und dem Beachten von ein paar neuen Spielregeln beim Verfassen von Texten, lassen sich aber zum Glück ein paar dieser Mängel schnell beheben und mit WordPress sogar viel reißen.

This is flattr

Vollkommen ungelöst ist noch die Frage, ob und wie sich mit Blogs oder Onlinezeitungen Geld verdienen lässt. Flattr ist ein neues freiwilliges Bezahlsystem, das aus Schweden kommt. Im Einsatz ist es bereits bei der taz. Weil fast zeitgleich noch ein zweites ähnliches System aufgetaucht ist, könnte es sein, dass die Zeit sogar reif für ein solches System ist. Pro angeklicktem Beitrag verdienen die Blogs oder Onlinezeitungen so zumindest Centbeträge, wenn die Nutzer freiwillig zahlen. Mehr zur social micropayment platform unter http://flattr.com/.

Fragen, fragen, fragen

Einer, der es im Netz und im richtigen Leben geschafft hat, ist Peter Eich (http://www.bodenseepeter.de/about/), der beim Barcamp Bodensee über Seriengründungen berichtete. Er erzählte in einer Session seine Erfolgsgeschichte, die vor allem mit Radreisen und dem Internet zu tun hat. Eichs Tipp: Er suchte konsequent den Nebennutzen und machte aus einer Kostenstelle ein Profitcenter. Der Seriengründer sprach vom unbedingten Willen, davon die eigenen Stärken zu trainieren und zu fragen, zu fragen und zu fragen. Sein Rat: Statt im Unternehmen besser am Unternehmen arbeiten.

Innovatives Coworking

Das könnten auch in Konstanz demnächst ein paar Freiberufler beim Coworking tun. Coworking meint innovatives gemeinsames Arbeiten in einem Büro. Coworking ist aber keine Bürogemeinschaft, obwohl sich die Coworker, die aus unterschiedlichen Berufen kommen, Schreibtische und Infrastruktur sowie einen Besprechungsraum für ihre für Kundengespräche teilen. Wer mag, kommt vielleicht nur an einem Tag, andere dreimal die Woche und wieder andere zahlen zum Beispiel in Stuttgart 239 Euro im Monat für eine Fullmitgtliedschaft. Dafür gibt’s dann auch einen eigenen Schlüssel. Mehr dazu: http://coworking-stuttgart.de/ In Feldkirch gibt es Coworking deluxe – für etwa den doppelten Monatsbeitrag. Mehr dazu http://www.ordino.at/produkte/coworking-space. Auch beim Coworking geht es um den Austausch und um Inspiration.

Kein Wiki zum Weiterschreiben

Was es sonst noch beim Barcamp gab? Softdrinks und Longdrinks, Strandbaratmosphäre und zum Beispiel auch die Präsentation eines Wiki – das zufällig das Wiki der Piratenpartei war. In dieser Session konnten die Zuhörer lernen, dass es durchaus Vorteile hätte, wenn es sich bei diesem Wordperessartikel um ein Wiki handeln würde. Dann könnten die „Techies“ den Beitrag spontan ergänzen und von den technischen Sessions beim Barcamp Bodensee berichten. Nutzer könnten noch ein paar Links einfügen und gleich grobe Fehler korrigieren. Blamieren will sich eine Onlinemedium bei der Berichterstattung über ein Barcamp ja schließlich nicht.

Weitere Erfahrungsberichte gibt es  unter http://barcampbodensee.mixxt.eu/.

Fotos: wak

Ein Kommentar to “Barcamp Bodensee und ein Hund namens Linux”

  1. Cheap Tiffany Jewelry
    12. August 2013 at 08:52 #

    [Als Spam markiert von Antispam Bee | Spamgrund: Regulärer Ausdruck]
    I will stop regifting things I borrow from other people’s houses.
    Cheap Tiffany Jewelry http://newtiffanyuk.faceonmall.com/

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.