Bildungsstreik ist am Bodensee angekommen

Schüler und Studenten demonstrieren für bessere Bildung in Konstanz

Konstanz (wak) Viel zu heiß war es den meisten Konstanzer Schülern und Studenten offenbar am Mittwoch für einen Bildungsstreik in Konstanz oder sie büffelten in Seminaren an der Universität und in der Hochschule am Seerhein. Nur ein kleines Häuflein, etwa 150 Protestierende, versammelte sich am Mittwoch auf der Konstanzer Marktstätte, um für bessere Bildungschancen zu demonstrieren. Am an der Universität beginnenden Protestmarsch in die Innenstadt hatten sich zuvor offenbar mehrere Hundert Schüler und Studenten beteiligt.

Am Anfang stand ein Schülerstreik


Mit von der Partie waren die Hochschulgruppen von Jusos und den Grünen sowie die Linke. Ein Kundgebungsredner erinnerte daran, dass der Bildungsstreik vor zwei Jahren mit einem Schülerstreik begann. Die Demonstrierenden wehren sich gegen „Selektionsprozesse“ im Bildungssystem und gegen den Bologna Prozess zur Vereinheitlichung des Studiums in Europa. Auch Eliteuniversitäten – so wie auch die Konstanzer in Teilen eine ist – sehen die Teilnehmer am Bildungsstreik kritisch.

Kostenlose Bildung gefordert

„Bildung muss für jeden zugänglich sein“, forderte ein Kundgebungsredner. „Kostenlos und sozial gerecht“, verlangte der Studentenvertreter. Kritik übten die Demonstranten auch an der Verkürzung der Schulzeit von früher 13 auf nur noch 12 Jahre bis zum Abitur. Auch Lernmittelfreiheit sei nicht mehr gegeben.

Studenten dürfen nicht „Kunden“ sein

Die Protestierenden wehrten sich dagegen, Menschen nur noch als „Humankapital“ zu betrachten. Sie möchten keine „Entdemokratisierung“ des Bildungssystems. Es sei schlecht, wenn sich Studenten ihre Hochschule nur noch nach Rankings aussuchten. Studierende dürften sich nicht als „Kunden“ fühlen, sondern müssten ihre Hochschule demokratisch mitgestalten. Ausbildung müsse zu „kritischem Denken“ befähigen.

Fotos: wak

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