Binswanger: „Geld und Magie“ Deutung der modernen Wirtschaft an Hand von Goethes Faust

Kursaal ÜberlingenÜberlingen. Zu einem Vortrag mit einem sehr besonderen Thema lädt die SPD Überlingen ein. Professor Dr. Hans Christoph Binswanger spricht über „Geld und Magie“. Er widmet sich der Deutung der modernen Wirtschaft an Hand von Goethes Faust. Der Vortrag findet statt am Montag, den 13. Mai 2013 um 20:00 Uhr im Foyer des Kursaals in Überlingen.

 Spross berühmter Familie Binswanger

Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger stammt aus einer berühmten Familie von Psychiatern und Psychoanalytikern und wurde 1929 in Zürich geboren. Er ist der Sohn des Schriftstellers Robert Binswanger und der Malerin Margarete Binswanger geborene Goetz, die in den zwanziger Jahren das Regenbogenhaus in der Mozartstraße auf der Rehmenhalde in Überlingen erbaut hatten und daraus einen berühmten Künstlertreffpunkt machten. Hans Christoph Binswanger wuchs in Zürich, Ascona, Überlingen, Kreuzlingen und Dubrovnik auf, 1933-1939 besuchte er die Volksschule in Überlingen. Aufs Gymnasium ging er in Zürich, wo er anschließend Sozialökonomie studierte und 1956 mit einer Dissertation zum Thema „Die europäische Wirtschaftsintegration“ promoviert wurde. Seine akademische Karriere führte ihn von Zürich über St. Gallen und Kiel 1966 an die Hochschule St. Gallen. Seine Habilitationsschrift befasste sich mit dem Thema „Markt und internationale Währungsordnung“. Von 1967 bis zu seiner Emeritierung 1994 lehrte er an der Hochschule St. Gallen theoretische Volkswirtschaftslehre. Das Thema seiner Antrittsvorlesung 1968 an der Hochschule war „Wirtschaftliches Wachstum – Fortschritt oder Raubbau“. Hans Christoph Binswanger war Leiter zahlreicher Forschungsgruppen, Expertenkommissionen und akademischen Gremien. Von 1969 bis 1980 war er als Mitglied der Fraktion der Freisinnig-Demokratischen Partei gewählter Gemeinderat der Stadt St. Gallen. 1980 war er Erster Preisträger der Bodo-Manstein-Medaille des BUND Deutschland für seine Verdienste im Umweltschutz, nach vielen anderen Ehrungen erhielt er 2004 den Adam Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik.

Wirtschaft im Fokus

Schwerpunkte seiner in über 20 Büchern und hunderten von Fachaufsätzen dokumentierten Arbeits- und Forschungstätigkeiten sind die Umwelt- und Ressourcenpolitik, die Geldtheorie, die Geschichte der Wirtschaftstheorie und die Europäische Integration. Sein Hauptinteresse gilt seit den sechziger Jahren dem Zusammenhang von Ökonomie und Ökologie. Sein Hauptwerk ist das 2006 erschienene Buch „Die Wachstumsspirale – Geld, Energie und Imagination in der Dynamik des Marktprozesses“.

Ökonomische Deutung von Goethes „Faust“

Einen besonderen Platz in Binswangers Werk nimmt seine ökonomische Deutung von Goethes „Faust“ ein; 1985 erschien sein Buch „Geld und Magie. Deutung und Kritik der modernen Wirtschaft anhand von Goethes Faust“, das auch ins Japanische, Englische, Koreanische und Portugiesische übersetzt wurde.

Bezug zu Überlingen

Durch seine Herkunft aus dem künstlerischen Milieu, sein Interesse an der Literatur und seine Verbundenheit mit der Bodenseeregion und der Stadt Überlingen wurde Hans Christoph Binswanger 1997 in das Preisgericht für den Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen berufen, dem er als kundiger Preisrichter mit weitem Horizont bis 2012 angehörte.

Ein Kommentar to “Binswanger: „Geld und Magie“ Deutung der modernen Wirtschaft an Hand von Goethes Faust”

  1. Bernd
    13. Mai 2013 at 23:47 #

    Vielen Dank für die Information zur Veranstaltung. Sie war sehr lehrreich und es war beeindruckend Prof. Binswanger persönlich zu erleben!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.