Bodenseekreis: Aktionstag gegen prekäre Beschäftigung

IG Metall Region Friedrichshafen-Oberschwaben ruft zu Veranstaltungen in 20 Betrieben auf

Friedrichshafen. In mehr als 20 Betrieben werden am Donnerstag, 24. Februar, Protestaktionen, zu denen die IG Metall aufgerufen hat, stattfinden. Das Motto heißt „Arbeit – Sicher und fair!“. Die Gewerkschaft möchte mit ihren Aktionen auf prekäre Arbeitsverhältnisse und die Problematik der Leiharbeit aufmerksam machen.

Unsichere Beschäftigungssituation

Geplant sind betriebliche Veranstaltungen, die oftmals in den Kantinen stattfinden. Ziel ist es die Beschäftigten auf die unsichere Beschäftigungssituation von Leiharbeitern aufmerksam machen. „Das Niveau der Beschäftigung von Leiharbeitern hat mittlerweile das Vorkrisenniveau zu Beginn des Jahres 2008 erreicht“, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall. Über 1 Million Menschen bundesweit befinden sich nach Angaben der Gewerkschaft in Leiharbeit.

Leiharbeiter ohne sichere Lebensperspektive

Bei den Verhandlungen über die Hartz IV Gesetze zwischen Bundesregierung und Bundesrat sind auch sogenannte Mindestlöhne für Zeitarbeit vereinbart worden. Oftmals seien junge Menschen, die ihre Ausbildung beendet haben und in der Metallindustrie fast nur noch befristet übernommen würden, die Leidtragenden. Nach einer Befristung folge oft der Gang in die Leiharbeit. „Leiharbeiter haben keine sichere Lebensperspektive“, so die IG Metall. Bei Banken, wenn es um Kredite gehe, erhalten sie meist eine „Abfuhr“. Kein sicherer Arbeitsplatz, kein Kredit, so werde gehandelt. Leiharbeiter seien somit Menschen 2. Klasse und aie sind oftmals – neben dem fast 30 % niedrigeren Lohn – von weiteren sozialen Leistungen, wie Bezuschussung des Kantinenessens oder anderen Sozialleistungen ausgenommen.

Aktionen in den großen Unternehmen

Beim Aktionstag werden in Friedrichshafen bei der ZF insgesamt drei Kundgebungen stattfinden, wobei die Kundgebung um 11:30 Uhr am in Werk II vor der Hauptpforte die größte sein werde. Bei der mtu/Tognum, bei der es noch keine Betriebsvereinbarung zur Leiharbeit gibt, werde mit einer fantasievollen Aktion in der Kantine auf die prekäre Lage von Leiharbeitern aufmerksam gemacht und die Forderung nach unbefristeter Übernahme der Auszubildenden werde erhoben. Die „soziale Verantwortung“ der mtu werde dort zu Grabe getragen, heißt es seitens der IG Metall.

Bei der ifm in Tettnang, die gemessen an der Zahl ihrer Beschäftigten etwa. 20 Prozent Leiharbeiter im Betrieb habe, werde morgens vor dem Betriebstor um 5:00 Uhr zu Arbeitsbeginn und bei Schichtwechsel um 13:30 Uhr eine Vesper-Aktion stattfinden. In einigen Betrieben gibt es laut IG Metall zusätzliche Betriebsversammlungen, die insbesondere die Leiharbeiter ansprechen.

Leiharbeit nur für kurzfristige Spitzen

Die IG Metall erhoffe sich mit ihren Aktionstages nochmals Druck auf die parlamentarischen Beratungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes, die noch im Laufe des Montas März stattfinden. Die IG Metall fordert, dass Leiharbeit nur für kurzfristige Spitzen und nach dem Grundsatz „Equal Pay“ gleiches Entgelt für gleiche Arbeit geregelt sein müsse. Das schreibt Lilo Rademacher von der IG Metall in Friedrichshafen.

Logo: IG Metall

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