Bodenseekreis altert

Demographischer Wandel verändert die Gesellschaft

Bodenseekreis (wak) Kreistag und Landratsamt wollen am 26. und 27. Februar intensiv über die kreispolitischen Herausforderungen durch eine älter werdende Bevölkerung beraten. 2025 wird die Altergruppe der über 60-Jährigen die größte im Kreis sein. Auf einer zweitägigen Klausurtagung holen die Politiker auch den Rat regionaler Experten ein. Die Ergebnisse wollen die Fraktionsvorsitzenden auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 3. März vorstellen.

Über 60-Jährige sind in der Mehrzahl

„In fünfzehn Jahren wird vieles im Bodenseekreis nicht mehr so sein, wie wir es heute kennen“, erklärt Landrat Lothar Wölfle und meint damit die Veränderungen in der Alterszusammensetzung der Kreisbevölkerung. Mit dieser Einschätzung ist der Politiker nicht allein: Wissenschaftler sagen voraus, dass der so genannte demographische Wandel weitreichende Folgen auch im öffentlichen Leben haben wird. „Im Bodenseekreis wird bis zum Jahr 2025 die Einwohnerzahl aufgrund von Zuwanderungen voraussichtlich weiter wachsen. Gleichzeitig wird die Generation der über 60-jährigen die größte Bevölkerungsgruppe sein“, sagt Frau Professor Gertraud Koch von der Zeppelin-University. „Das ist auch für die Kommunalpolitik eine enorme Herausforderung, etwa weil Bildungsangebote und soziale Leistungen dem neuen Bedarf angepasst werden müssen“, so die Kulturwissenschaftlerin weiter.

Auswirkungen auf Wirtschaft, Bildung und Soziales

Um diese Herausforderung anzunehmen und auch die Stärken der Region künftig besser zu nutzen, werden die Kreisräte gemeinsam mit Spitzenleuten des Landratsamts in eine Klausurtagung gehen. Am kommenden Freitag und Samstag wollen die Politiker und Dezernenten über die voraussichtlichen Folgen des demographischen Wandels beraten. „Es ist wichtig, dass wir uns jetzt schon dieses Themas annehmen und die Weichen für die langfristige Planung stellen“, lautet die einvernehmliche Auffassung der Fraktionsvorsitzenden des Kreistages. Schwerpunkte der intensiven Beratungen sollen die Themen Wirtschaft, Bildung und vor allem Familie und Soziales sein.

Kreis steht vor neuen Herauforderungen

Unterstützung holen sich die Kreisräte und Behördenvertreter von namhaften Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft. So soll beispielsweise Professor Peter Jany von der IHK Bodensee-Oberschwaben über Auswirkungen auf die Wirtschaft berichten. Auch Professor Bernd Reinhoffer von der Pädagogischen Hochschule Weingarten wird im Bereich Bildung einen Blick in die Zukunft wagen. „In kleineren Arbeitsgruppen wollen wir dann beraten, was eine veränderte Alterszusammensetzung und die dadurch geränderten Bedürfnisse der Bevölkerung für die einzelnen Aufgaben und Dienstleistungen des Landratsamts konkret bedeuten“, erläutert Landrat Lothar Wölfle. Begleitet wird die Klausurtagung von zwei kommunalpolitisch erfahrenen Moderatoren der Bertelsmann-Stiftung.

Foto: wak

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