Bodmaner Familienunternehmen Peter Lenk baute Jurrasic Park

Coup „Ausgrabungen“ begeistert in Albstadt – Miriam Lenk arbeitet mit dem Vater

Konstanz/Albstadt. Weil Fossilien so gut auf die Schwäbische Alb passen, hat das Familienunternehmen Peter Lenk den Albstädtern einen Jurrassic Park in die neue Ebinger Innenstadt gesetzt. „Ausgrabungen“ lautet der Titel einer skurrilen Ausstellung mit Molchen und anderen Reptilien. Das Werk ist das Resultat einer künstlerischen Zusammenarbeit von Miriam und Peter Lenk. Miriam Lenk ist die Tochter und das Saurierei fällt nicht weit vom Papa-Dino.

Wenn der Vater Lenk mit der Tochter…

Manche Zirkusdynastien sind weltberühmt. Eine neue Künstlerdynastie ist in Bodman im Kreis Konstanz entstanden, wo Miriam Lenk (36) gerade zusammen mit dem streitbaren Bildhauer Peter Lenk einen Jurrassic Park baute. Die Ideen, Politiker zu karikieren, stammen von dem mittlerweile über 60-jährigen Peter Lenk. Sie haben ihn berühmt gemacht. Für die üppigen Formen – Joschka Fischers gewaltigen Wendebauch zum Beispiel – sei dieses Mal die Tochter zuständig gewesen.

Bürgermeister bestellte Fabelwesen im Sack

Zwei Jahre lang arbeiteten Vater und Tochter an den Figuren, die seit dieser Woche in Albstadt zu besichtigen sind. „Es hat toll geklappt“, freute sich Peter Lenk am Tag danach, an dem er noch in Albstadt weilte. Das Aufstellen der Giganten ist jedes Mal ein Kraftakt und erfordert präzisestes Arbeiten. Überhaupt ist es auch immer eine Schinderei und harte körperliche Arbeit, wenn Lenk neue Skulpturen schafft. Die Bronzefiguren zu „Ausgrabungen“ hat das Familienunternehmen zunächst in Originalgröße modelliert, abgeformt und die Formen im Wachsausschmelzverfahren ausgegossen. Ein Coup war die Enthüllung der Kunstwerke vor allem, weil sie der Bürgermeister am Gemeinderat vorbei bestellt hatte. Das erzählte Peter Lenk am Telefon gern und wird – was nur bei einem Telefonat über Skype zu sehen gewesen wäre – dabei spitzbübisch gegrinst haben.

Miriam Lenk in Peter Lenks Fußstapfen

Miriam Lenk machte eine Ausbildung zur Goldschmiedin, schrieb sich für Literatur und Medienwissenschaft an der Universität Konstanz ein, studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Prof. Ralf Kerbach, ging mit einem Erasmus-Stipendium an die Universität Barcelona, wo sie sich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigte und ist derzeit Meisterschülerin bei Prof. Ralf Kerbach.

Prähistorische Versuche der Menschwerdung

Die „Ausgrabungen“ zeigen prähistorische Versuche der Menschwerdung. „Aus Strauß und Molch“, schreibt Peter Lenk. Aus dem Ei geschlüpft sind in Albstadt keine Standespersonen aus der Stadt, sondern deutschlandweit bekannte „Sumpfblüter der jüngeren Vergangenheit“. Lenk führte dazu aus: „ Dazu gehören die Politiker als Fabelwesen: Sie werden nicht geboren, sie sterben nicht aus, sie schlüpfen und entschlüpfen. Sie befruchten sich selbst.“

Politiker kriechen aus dem Ei

Denkmäler gesetzt hat das Famienunternehmen Lenk dem „Wendebauch (Joschka) Fischer“, dem robbenden Baby Claudia Roth und Thilo Sarrazin, der noch mit Eierschale am Kopf (oder ist es ein Fetzen Kopftuch?) modelliert worden ist. Ein reptilienartiger Stefan Mappus kriecht aus dem Ei. Allesamt hat sie der Satiriker gut getroffen.

Macht-Verzocker Mappus

Nach welchen Kriterien Lenk seine Hauptdarsteller aussuchte, erklärt er gern. „Schnappus, das kleine Krokodil, 58 Jahre CDU-Regierungsmacht verzockt zu haben, ist auch denkmalwürdig“, erläutert Peter Lenk. Dann nimmt sich Lenk den „Wendebauch“ Fischer vor: „Kaum geschlüpft, okkupierte er sofort ein anderes Ei. Ein grünes.“ Lenk weiter: „Erfolgreich diente sich das Polit-Genie als Feigenblättchen den Konzernen wie BMW und RWE an, die er damals so inbrünstig verdammte.“

Reptil Sarrazin

Thilo Sarrazin ist Lenks „Ausländerbeauftragter“. Peter Lenk über das SPD-Mitglied: „Eine notwendige Integrationsdebatte befeuerte er mit Kopftuchmädchen und jüdischen Genen. So etwas kommt bestsellerfreundlich an, in Deutschland.“

Kleinkindhafte Claudia Roth

Eindeutig in der Mehrzahl sind Giganten aus de Reihen der Grünen. Claudia Roth, Ritterin der Französischen Ehrenlegion, darf im Jurrassic Park ebenfalls mitspielen. Lenk erläuterte: „Der Ritterschlag war offenbar zu heftig: In einem Interview erklärte die grüne Pazifistin empathisch: ,Ich liebe die Konflikte in der Türkei’“. Peter Lenk belegt das Zitat auch gleich noch mit einem Link zu Spiegel TV.

Kleine Presseschau

Der Zollern-Alb-Kurier schrieb von „skurril-märchenhaften, teils gigantisch großen Bronzefiguren“, die mit einem Kran auf ihre Plätze gehievt worden seien. Von „formbildnerischer Genialität“, war im Zeitungsbericht in Zusammenhang mit den „Fabelwesen“ die Rede. Auf die Frage des Zollern-Alb-Kuriers an Lenk, was ihn antreibe, sagte der Bodmaner Bildhauer: „Ich fühle mich als Chronist meiner Zeit.“

Öffnungszeiten rund um die Uhr

Öffnungszeiten der Ausstellung in der Innenstadt von Albstadt-Ebingen Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr, auch über Weihnachten. Der Eintritt ist frei. Wer sich die Kunst im öffentlichen Raum anschauen will, hat dazu zeitlich unbefristet die Gelegenheit.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: privat

3 Kommentare to “Bodmaner Familienunternehmen Peter Lenk baute Jurrasic Park”

  1. Karottenstreichler
    1. Dezember 2011 at 18:08 #

    Also meiner Meinung nach hätte der Herr Lenk die Claudia auch
    als dicken fetten grünen Frosch herstellen können.

  2. eikju
    3. Dezember 2011 at 18:44 #

    lenk ist auf seine weise ein genius. die hervorragende wiedergabe
    der einzelnen physiognomien ist einmalig, hierzu mein großes Kompliment. allerdings stimme ich dem „karottenstreichler“ zu,
    daß auch claudia roth einen logenplatz verdient hätte. am besten
    mit technischer unterlegung einer froschstimme, denn ihre endlos polemischen wiederholungen sind unverständliches gequake.

  3. Karottenstreichler
    5. Dezember 2011 at 11:26 #

    Man hätte auch einen Brunnen machen können. Unsere
    Bundestränendrüse hätte den locker gefüllt.

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