Bretonischer Granit erinnert an auf Mainau verstorbene Franzosen

Erinnerungszeichen wird am Sonntag übergeben – Mainau erwartet französischen Botschafter

Konstanz. Zukünftig wird im Park der Insel, in der Nähe des ehemaligen Bestattungsorts ein aus bretonischem Granit gestaltetes Erinnerungszeichen an die auf der Insel Mainau verstorbenen französischen Staatsbürger erinnern. Am kommenden Sonntag wird das Erinnerungszeichen übergeben.  Aus diesem Anlass kommt auch der französische Botschafter auf die Bodensee-Insel.

 Auf Initiative der Deutsch-Französischen Vereinigung Konstanz

In den vergangenen Monaten wurde von der Mainau GmbH auf Anregung der Deutsch-Französischen Vereinigung Konstanz e.V. ein Erinnerungszeichen geschaffen, welches am Sonntag, 18. November 2012, in Anwesenheit des Botschafters der Französischen Republik S. E. Maurice Gourdault-Montagne der Öffentlichkeit übergeben wird. Das teilte Florian Heitzmann, Pressereferent der Mainau, mit.

Mainau setzt sich mit Geschichte auseinander

Weiter heißt es in der Mitteilung auf Anregung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Konstanz e.V. beschäftige sich die Mainau-Verwaltung seit einiger Zeit mit der Zeitgeschichte und der Historie Insel. Mit drei Fachberatern, Prof. Dr. Lothar Burchardt, Dr. Tobias Engelsing und Dr. habil. Jürgen Klöckler, sei nun auch ein Konzept für ein Erinnerungszeichen entwickelt worden. Es erinnert an 33 ehemalige französische KZ-Häftlinge, die nach Kriegsende zu Genesungszwecken auf die Insel gebracht wurden und an den Folgen ihrer Leiden hier verstarben.

Nach 1945 kamen französische KZ-Häftlinge

Während der Kriegsjahre, als Lennart Graf Bernadotte die Insel Mainau als Bevollmächtigter verwaltete und in seiner schwedischen Heimat arbeitete, wurde die Insel zunächst von einem ortsansässigen Verwalter weiter touristisch bewirtschaftet und ab 1943 an die Organisation Todt, eine Institution des damaligen NS-Staats, verpachtet. Kurz vor Kriegsende wurden auf Weisung des Auswärtigen Amts in Berlin französische Kollaborateure des NS-Regimes auf der Insel einquartiert. Mit dem Kriegsende in der westlichen Bodenseeregion im April 1945 übernahm die französische Militärregierung auch die Inseln Reichenau und Mainau. Sie wurden ausgewählt für die Unterbringung und Erholung von aus dem KZ Dachau befreiten französischen Häftlingen. Insgesamt wurden mehrere tausend Häftlinge an den Bodensee gebracht, davon die meisten auf die Reichenau. Auf der Mainau standen das Schloss und von der Organisation Todt errichtete Baracken inzwischen leer. Sie dienten nun als Unterkunft vor allem für schwerkranke und besonders geschwächte ehemalige KZ-Häftlinge, die von französischen Ärzten sowie französischen und deutschen Krankenschwestern nach neuesten Gesichtspunkten behandelt, gepflegt und betreut wurden.

33 Franzosen starben auf der Insel

33 Häftlinge überlebten nicht. Trotz guter Pflege starben sie während ihres Aufenthaltes auf der Mainau und wurden zunächst am Ostufer der Insel auf einem provisorischen Gräberfeld begraben. Lennart Bernadotte veranlasste nach seinem ersten Besuch der Insel nach Kriegsende, dass die Toten auf den Konstanzer Hauptfriedhof umgebettet wurden. Zwischen 1947 und 1949 wurden die sterblichen Überreste dann nach Frankreich überführt. Bereits im September 1945 wurde das Lazarett auf der Mainau aufgelöst und die zu Kräften gekommenen ehemaligen KZ-Häftlinge nach Frankreich gebracht.

Foto: Insel Mainau

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