Christoph Nix: Konstanzer Theater am schlechtesten finanziert

Intendant kritisiert fehlende Lobby-Politik – Bekenntnis zum Überlinger Sommertheater

Konstanz/Überlingen. Das Konstanzer Theater sei das am schlechtesten finanzierte in ganz Baden-Württemberg. Das sagte Theaterintendant Christoph Nix bei der Vorstellung des neuen Spielplans „Borderline, Deutsche Heimat Schweizer Berge“. Als Ursache hat Nix fehlende Lobby-Arbeit in Stuttgart ausgemacht. Das Überlinger Sommertheater möchte Christoph Nix weiter anbieten. Voraussetzung sei aber, dass die Stadt Überlingen den Zuschuss in Höhe von 60.000 Euro nicht zusammenstreiche.

Weniger Landesförderung als andere Theater

Nix sagte, das Rechnungsprüfungsamt habe das Theater geprüft. Von Verschwendung sei da nicht die Rede gewesen. Im Gegenteil: Das Theater Konstanz sei das von Stadt und Land am schlechtesten finanzierte Theater bezogen auf die Zahl der Mitarbeiter und Zuschauer. In der 80.000 Einwohner Stadt komme das Theater immer auf mehr als 100.000 Zuschauer. Die Subvention pro Karte liege bei 60 Euro. Während die Landesförderung am Theater Konstanz bei 28 bis 31 Prozent liege, würden andere mit mindestens 35 Prozent gefördert. In Stuttgart sei keine Lobby-Politik gemacht worden, sagte Nix. Er forderte 34 Prozent Landesförderung. Das wären 200.000 bis 250.000 Euro mehr.

Nix plant mit Sommertheater

Zum Überlinger Sommertheater sagte Nix, im April werde das Theater den Spielplan für den kommenden Sommer vorstellen. Im Juli 2013 soll dann „Der fröhliche Weinberg“ von Carl Zuckmayer Premiere haben. Nix sagte: „Wir wollen weiter zusammenarbeiten.“ Die Förderung durch die Stadt Überlingen müsse aber weiterhin 60.000 Euro betragen. Der Intendant sagte: „Wenn die Stadt kürzt, steigen wir aus.“ Er sagte aber auch, dass das Publikum das Theater in der Kapuzinerkirche schätze. Er habe auch den Eindruck, dass sich die Oberbürgermeisterin dem Theater „angenähert“ habe.

Ein Kommentar to “Christoph Nix: Konstanzer Theater am schlechtesten finanziert”

  1. Fafnir
    14. März 2012 at 07:18 #

    Ein gar nicht steuerfinanziertes Theater wäre am besten. Der Theaterchef könnte sich mal nach einem Mäzen umsehen. Zu jammern, daß der Steuerzahler für das Konstanzer Theater am wenigsten zur Kasse gebeten wird und daraus ableiten, daß nun noch mehr Geld fließen müsse, ist ja eine wirklich seltsame Einstellung. Und dann noch die Schuld für das eigene schlechte Wirtschaften auf die Politik schieben, weil diese keine Lobby-Arbeit für das Theater machen würde!

    Ich finde, 60 Euro pro Karte Zuschuss ist unglaublich. Das bedeutet, daß das Theater 60 Euro x 100.000 Zuschauer = 6.000.000 Euro bekommt?? Entweder bringen das die 100.000 Zuschauer auf, oder das Theater macht dicht. Die steuerzahlenden Bürger sind doch nicht für die Belustigung einer Minderheit verantwortlich.

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