City-Maut – oder andere Wege aus dem Konstanzer Verkehrsproblem

Konstanz lädt Bürger zum Verkehrsdialog ein – Gemeinderat will Ende 2013 entscheiden

Lago-Parkaus und Bedarfsparkplatz (hinten)Konstanz. Ausgerechnet an einem Adventssamstag lädt die Stadt Konstanz ihre Bürger zu einem Workshop zur Lösung des Verkehrsproblems ein. Während sich der Verkehr in Richtung Innenstadt staut, diskutieren OB Horst Frank, Baubürgermeister Kurt Werner, Planer und Bürger darüber, wie die Stadt den Verkehr in Zukunft leiten möchte. „Wie entwickelt sich der Verkehr in Konstanz? Welche Konzepte und Lösungen brauchen wir dafür?“ So lauten die großen Fragen, die die Stadt beantworten muss. Bei der Auftaktveranstaltung zum „Masterplan Mobilität“ am Samstag, 3. Dezember 2011, haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, darüber zu diskutieren. Das Treffen findet von 10 Uhr bis 13 Uhr im Wolkensteinsaal des Kulturzentrums am Münster statt.

Masterplan Mobilität

Mit dem „Masterplan Mobilität“ wollen Gemeinderat und Verwaltung die „richtigen Antworten für die Verkehrsfragen von Heute und Morgen“ entwickeln, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Bürgerbeteiligung schreibt die Stadt dabei groß – mehrere Foren sind geplant. Ziel sei ein „umfassendes Handlungskonzept“, das die Grundlage bietet für die stufenweise Umsetzung von „Maßnahmen“.

Entscheidung fällt Ende 2013

Beschlossen werden soll dieses Handlungskonzept vom Gemeinderat Ende des Jahres 2013. Das wäre übernächstes Jahr. Bereits im vergangenen Sommer hatte sich zum Beispiel Stadtrat Jürgen Ruff (SPD) massiv dafür eingesetzt, dass sich die Stadt des Problems annimmt.  „Das bessere Verkehrskonzept“, namentlich der grüne Ex-Landtagsabgeordnete Günther Schäfer, Marco Walter und die grüne Ex-Stadträtin Sabine Seeliger,  forderten mittlerweile sogar eine City-Maut für Konstanz. Allein für temporäre Aktionen an den vier Adventssamstagen hat die Stadt gerade 58.000 bereit gestellt. Das Stadtmarketing will Autofahrer immer samstags mit Verkehrsengeln, Gutscheinen für Grillwürste und einer gedruckten Zeitung „Parkbote“ dieses Mal auf P+R-Parkplätze leiten. Das Motto heißt: „Der Stau is(s)t uns Wurscht“.

Bürger sollen mitsprechen

Bei der Diskussion des „Masterplans Mobilität“ ist, so heißt es in einer Mitteilung der Stadt, dem Gemeinderat und der Verwaltung die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sehr wichtig: Sie sollen mitreden und mitgestalten können. Es sei geplant, dass im Laufe der nächsten Monate mehrere Veranstaltungen stattfinden sollen, bei denen die Themen des „Masterplans Mobilität“ behandelt und diskutiert würden. Die Auftaktveranstaltung am Samstag moderieren Mitarbeiter des Beratungsunternehmens CG-Konzept aus Freiburg und Verkehrsfachleute des Büros Steteplanung aus Darmstadt. Anwesend sind auch Oberbürgermeister Horst Frank, Bürgermeister Kurt Werner, Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung und Umwelt als Verfasser des „Masterplans Mobilität“ und weitere Mitarbeiter der Verwaltung.

Bürger bitte vorher melden

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich unter folgender Telefonnummer bei Helmut Bechtold anmelden: 900533 (mail: bechtoldh@stadt.konstanz.de). Damit auch Eltern teilnehmen können, bietet die Stadt während der Zeit des Workshops eine Kinderbetreuung an.

Hier geht’s zum Parkboten Parkbote für vier Advenstsamstage

Foto: wak

5 Kommentare to “City-Maut – oder andere Wege aus dem Konstanzer Verkehrsproblem”

  1. Wo.Becker
    26. November 2011 at 10:09 #

    und was sagt der Südkurier?

    http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Kehrtwende-im-Rat;art372448,5247672

    Wenn das Papier an einem Tag mit größtem Verkehrschaos diskutiert wird,
    so kann man sich das Ganze nach der Diskussion gleich live ansehen.

    Ob der OB Frank mit BM Werner, begleitet von den Fachpersonal der Verwaltung und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, auch eine Exkursion anhängt?

    So im Sinne von Diskutieren über Theorie und dann die Praxis anschauen.

  2. dk
    26. November 2011 at 14:12 #

    Wo.Becker

    Statt Theorie und Praxis sollte man eine Exkursion in die Schweiz machen, um regionale Kunden-Standards im Marketing zu erkunden.

    Als kaufm. Azubi durfte man Baustoffe in der Ostschweiz (gelegentlich auch Zürich) ausliefern, wobei man von Vorgesetzten und LKW-Kollegen auf „Hygiene-Standards für Baustoffe in der Schweiz“ hingewiesen wurde: der LKW musste innen und aussen sauber und aufgeräumt sein; die Ladefläche mit Baustoffen ziemlich „staubfrei“ und bei der Qualität keinerlei Ausschuss (z.B. keine Kratzer an Ziegelsteinen).

    Jahre später durfte man als Grenzgänger sein Gehalt bei einer Dorfbank sein Gehalt abholen und staunte nicht schlecht über den Unterschiede zu KNer Bankzentralen.

    Im besten Fall dürfte die jetzige Situation von CHer als Unwissenheit über Marketing-Fragen bewertet werden, die schlimmsten Fälle möge man sich selbst ausdenken. Bei einer Umfrage wird man diplomatisch keine Antwort bekommen: höchstens als Durchreise ins Hinterland.

  3. dk
    26. November 2011 at 14:23 #

    Im Frühjahr wurde man auch im Klinikum an den Unterschied von Hygiene und Ordnung erinnert: jeden Tag kam die Putzfrau und hat kräftig poliert. Auch sonst wurde der hohe Stellenwert von Hygiene bewusst gemacht. Obwohl der Aufenthalt sehr angenehm war, wollte man schnellstens entlassen werden.
    Grund: vor der Einweisung war man wenige Tage ziemlich handlungsunfähg, was entsprechend aussah und gegenüber dem Roten Kreuz beim Abtransport peinlich war.
    Folge: man wollte möglichst bald „eigene Hygiene praktizieren“. So werden selbst stark geschwächte Männer zu akzeptablen Hausfrauen. Vielleicht kann ein sehr guter Wechselkurs doch nicht alle Gewohnheiten auslöschen.

  4. loewe
    26. November 2011 at 17:29 #

    Da kann man den Konstanzern nur wünschen, dass es keine Alibi-und Show-Veranstaltung wird wie in Überlingen.

  5. dk
    26. November 2011 at 23:01 #

    Sicher können Sie auch externe Gasthörer mitmachen; im Redaktions-Artikel waren keine Einschränkungen vermerkt.
    Ein Beratungsunternehmen zwecks Moderation und Verkehrsfachleute eines Büros dürften für weiterbildende Atmosphäre sorgen, wobei die Fachleute der Verwaltung zur Stadtplanung auch zu beachten sind.
    Die Situation kann einem Stadtplan oder GoogleMaps entnehmen, die möglichen Verkehrsziele kann man in 1-2 Stunden als sehr gemächlichen Stadtspaziergang erkunden; schneller kann man sich nicht in ein Thema einarbeiten. Sicherlich wird es viele Anregungen geben.

    Ein Professor hatte im letzten Jahr die fehlende Fähigkeiten vieler Studenten für Haus- und Diplomarbeiten beklagt. Uns hatte er nicht gemeint: das Formale war schnell anzueignen und das Inhaltliche beruhte vor allem auf der Fähigkeit des systematisch-strukturierten analytischen Denkens, was man automatisch durch die Beschäftigung mit dem Wissensgebiet erlernt.

    Bei soviel Experten dürften sich auch StudentenInnen über eine Lehrstunde in Denk-Methodik freuen.

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