Claus Boldt träumt ab 2013 von Konzerthausbau in Konstanz

Bürgermeister: Standort Klein-Venedig ist tot – Planen ab 2013/2014

Konstanz. Der Konstanzer Bürgermeister Claus Boldt ist der Meinung, dass der Bau eines Konzerthauses im übernächsten Jahr schon wieder Thema sein könnte. Den Standort Klein-Venedig hält er allerdings für „tot“. Das sagte Boldt am Freitag bei einer Pressekonferenz im Rathaus anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der Konstanzer Bürgerbefragung durch Professor Thomas Hinz von der Universität Konstanz. Damit widersprach Boldt Äußerungen von Oberbürgermeister Horst Frank vom Vortrag.

Nur ein Fünftel will kein Konzerthaus

Bei der Befragung der Konstanzer Bürger ging es auch um denkbare Konsequenzen aus der klaren Ablehnung eines Konzert- und Kongresshauses beim Bürgerentscheid im März vergangenen Jahres. Das Nein im vergangenen Jahr bedeutet offenbar nicht, dass die Konstanzer kein Konzert- und Kongresshaus möchten. Auch ziehen die Konstanzer ein Konzert- und Kongresshaus laut Befragung eindeutig einem reinen Konzerthaus vor. 46 Prozent meinten, früher oder später sollte ein Konzert- und Kongresshaus in Konstanz geplant werden. Eine relative Mehrheit plädierte sogar für einen baldigen anstatt eines späteren Planungsbeginns. Nur ein knappes Fünftel lehnt eine Planung grundsätzlich ab, heißt es auf Seite 26 der Konstanzer Bürgerbefragung. Als mögliche Standorte wurden der Seerhein und die Reichenaustraße genannt.

Boldt keine „Klassikhalle“

Zum Standort machte Bürgermeister Claus Boldt keine Aussagen. Er sagte aber: „Es ist nicht für Generationen weg.“ Er kann sich vorstellen, das Thema 2013 oder 2014 wieder anzupacken. 2012 findet in Konstanz die nächste Oberbürgermeisterwahl statt. Es gehe um das Planen und um das Wo, sagte Boldt. Weiter sagte der Kulturbürgermeister, die Kampagne vor dem Bürgerentscheid sei nicht optimal gelaufen. Es sei nicht klar geworden, dass es sich nicht nur eine „Klassikhalle“ handelte.

Keine Halle wie in Singen

Als die Konstanzer bei der Befragung, einem Kooperationsprojekt zwischen Stadt und Universität Konstanz, nach ihren Wünschen gefragt wurden, nannte eine Mehrheit Auftritte überregionaler und internationaler Künstler. Nach ihren Präferenzen gefragt, nannten die meisten Befragten populäre Kultur oder Hochkultur. Trivialkultur spielt in Konstanz hingegen keine Rolle. Bürgermeister Boldt verglich die Situation in Konstanz mit der in Singen, wo Auftritte internationaler Künstler möglich sind, für die es in Konstanz momentan keinen vergleichbaren Auftrittsort gibt.

Foto: Stadt Konstanz

3 Kommentare to “Claus Boldt träumt ab 2013 von Konzerthausbau in Konstanz”

  1. Thomas Heidrich
    28. Januar 2011 at 19:02 #

    m(

  2. Bruno Neidhart
    29. Januar 2011 at 12:10 #

    Es ist erfreulich, wenn sich ein Konstanzer Bürgermeister wiedermal mutig wagt, das Wort: „Konzerthaus“ auszusprechen (Die letztjährigen Neinsager-Promotoren, die ein „Konzerthaus“ grundsächlich nie in Frage stellen wollten, schweigen bekanntlich). Anlass für Herrn Boldt ist, dass „Uni-Demoskopen“ festgestellt haben (wollen): Der „Konzerthausgedanke“ sei in der Bevölkerung keineswegs gestorben. Das wäre gut so. Nur müsste man genauer wissen, was damit konkret gemeint sein könnte, was für unterschiedliche Erwartungen an ein solches Haus denn bestehen, wie es also zu einem positiven Urteil kommen konnte: Sollte es ein prinzipiell multifunktionelles Gebäude sein – hallenartig, begrifflich von „Klassisch bis Pop und Alpenland“, oder doch eher ein „klassisches“ Konzerthaus, das im kleineren Umfang auch für andere Aktivitäten (Versammlungen, Vereine, Kongressvorträge, Kabarett, usw.) zu nutzen wäre. Es müsste also vorrangig die (kulturelle-) Struktur eines allfälligen Hauses herausgearbeitet werden und zum „politisch-kulturellen Leitgedanken“ mutieren. Wo das Haus dann steht – zu stehen kommen könnte (!), ist zwar aus mancherlei Sicht nicht unwichtig, aber doch solange zweitrangig, wie im Kern die elementaren Bedingungen der kulturellen (und wirtschaftlich-synergetischen) Wirksamkeit dieses Hauses nicht bekannt sind und man sich nicht darauf „bürgernah“ verständigt hat. Dass sich der OB an neuen Planspielen nicht beteiligen möchte, ist aufgrund seines 2010-er Engagement verständlich. Und so verschiebt er das Dossier unausgesprochen seinen potentiellen Nachfolgern zu. Wichtig ist, dass es im Gespräch bleibt.

  3. carlo
    29. Januar 2011 at 18:20 #

    Fakt ist, dass BM, Gemeinderat und Verwaltung in jetziger Zusammensetzung hinreichend bewiesen haben, völlig außer Stande zu sein, ein auch nur annähernd konsensfähiges, geschweige denn glaubwürdiges Konzept für ein von den Bürgern gewünschtes Veranstaltungsgebäude auf die Beine zu stellen. Dass heute, von einzelnen kuriosen Ausnahmen abgesehen, auf Grund der finanziellen Situation der Stadt Konstanz keine Aktivitäten der – weit visionäreren – „Dagegen“-Initiative stattfinden, zeugt wohl eher von Klug- denn von Trägheit. Aber Ihr Statement war zumindest lustig!

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