Das Wesen menschlicher Unterschiedlichkeit

Erstes „Thurgau Experimental Economics Meeting“ (theem)

Konstanz/Kreuzlingen (red) Vom 22. bis zum 24. April treffen sich in Kreuzlingen in den Räumen der Pädagogischen Hochschule Thurgau auf Einladung des Thurgauer Wirtschaftsinstituts an der Universität Konstanz WissenschaftlerInnen zum Thema „Heterogenität und Stabilität von Präferenzen“. Sie diskutieren über die Zusammenhänge von Eigenschaften wie Geduld, Risikobereitschaft oder Vertrauen aus Sicht der experimentellen Wirtschaftswissenschaft und benachbarter Disziplinen. Weiter präsentieren sie neuste Forschungsergebnisse.

Risiko Mensch

Wie hängen Geduld und Risikobereitschaft zusammen? Heißt Großzügigkeit immer in gleichem Maße und zu jeder Zeit gleich großzügig sein? Warum gilt jemand im Vergleich zu anderen als vertrauenswürdiger? Ist eine Person, die sich als vertrauenswürdig erwiesen hat, immer vertrauenswürdig? Oder verkehrt sich diese Eigenschaft ins Gegenteil, wenn es um große Geldbeträge geht? Bisher ist noch wenig über die Zusammenhänge zwischen solchen Eigenschaften bekannt. Gleichzeitig ist die Beantwortung dieser Fragen von großer Bedeutung, um menschliches Verhalten zu verstehen und ökonomische Entscheidungen zu analysieren.

Wesen der Unterschiedlichkeit

Gerade der jüngste Vertrauensverlust in etablierte Forschungsergebnisse in den Wirtschaftswissenschaften hat noch einmal den Blick auf die Unterschiedlichkeit der Menschen geschärft. „Natürlich war immer klar, dass Menschen unterschiedlich sind. Denn Menschen haben unterschiedliche Geschmäcker, sind unterschiedlich vertrauenswürdig und risikobereit. Dennoch gibt es noch wenige gesicherte Erkenntnisse über das Wesen dieser Unterschiedlichkeit“, präzisiert Prof. Urs Fischbacher. Gemeinsam mit Prof. Lisa Bruttel und Dr. Gerald Eisenkopf hat der Leiter des Thurgauer Wirtschaftsinstituts und Inhaber der Professur für angewandte Wirtschaftsforschung am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Konstanz die Konferenz „theem“ initiiert, um sowohl führenden WissenschaftlerInnen aus Ökonomie, Psychologie und Neurowissenschaften als auch NachwuchswissenschaftlerInnen Raum für einen fundierten Austausch zu verhaltensökonomischen Fragen zu bieten. „Das Thurgauer Wirtschaftsinstitut als Zentrum für experimentelle Wirtschaftsforschung im Bodenseeraum ist hierfür der ideale Ort“, betont Lisa Bruttel, Juniorprofessorin für Verhaltensökonomie am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Konstanz. „Wesentlich dafür ist sein Labor ,lakelab‘ und die inter- und transdisziplinäre Vernetzung.“

Top WissenschaftlerInnen nehmen teil

Mit Prof. Armin Falk von der Universität Bonn und Prof. Daria Knoch von der Universität Basel konnten zudem zwei herausragende Keynote Speaker an den Bodensee eingeladen werden. Der Ökonom Armin Falk wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen 2008 mit dem Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik und 2009 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Die Neurowissenschaftlerin Daria Knoch befasst sich mit dem noch jungen Feld der neurobiologischen Grundlagen von sozialen Interaktionen.

Das 2002 gegründete Thurgauer Wirtschaftsinstitut (TWI) ist als An-Institut der Universität Konstanz ein grenzübergreifendes, deutsch-schweizerisches Projekt. Der wissenschaftliche Schwerpunkt des TWI liegt in der experimentellen Wirtschaftsforschung.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.