Der Lindauer Löwe brüllt wieder bayerisch

Ende des Lindauer Hafenstreits heute auch notariell beurkundet

Konstanz/Lindau (wak) Heute Montag, 12. April, um 17 Uhr endet der Städte-Streit zwischen Konstanz um den Lindauer Löwen endgültig. Im Großen Sitzungssaal des Alten Rathauses in Lindau wird eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Stadt Lindau und den Bodensee-Schiffsbetrieben Konstanz in Sachen „Lindauer Hafen“ notariell beurkundet. Der Lindauer Löwe brüllt dann auch wieder offiziell bayerisch. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Oberbürgermeister der beiden Bodensee-Städte einen Kompromiss gefunden.

Zoff ums Wappentier begann vor sieben Jahren

Ob das Wappentier als Single in die Obhut der Bayern zurückkehrt oder ob er noch ein Gehege unter dem weiß-blauen Himmel bekommt, war zwischen den beiden Städten sechs Jahre lang strittig. 2003 hatten die Konstanzer Stadtwerke von der Deutschen Bahn überraschend die Bodensee-Schiffsbetriebe samt zwölf Häfen, Immobilien, 15 Schiffen und auch noch dem Lindauer Löwen gekauft. Die Konstanzer Stadtwerke zahlten damals gerade einmal schlappe 12,5 Millionen Euro für den Schiffsbetrieb und erwarben die Weiße Flotte somit zu einem echten Schnäppchenpreis. Jezt kauft die Stadt Lindau für 1,7 Millionen Euro den Hafen zurück, den die Schiffsbetriebe aber langfristig nutzen können.

Wahrzeichen Löwe und Leuchtturm

Dass den Konstanzern der Lindauer Hafen gehörte, war für die Bayern schon schlimm. Am wenigsten aber vermochten es die Lindauer zu verschmerzen, dass ihr Löwe mit dem Kauf plötzlich badisch geworden war. Der sechs Meter hohe Löwe und der 33 Meter hohe Leuchtturm waren schließlich die Wahrzeichen des 1856 gebauten Hafens. Erbaut hatte den Lindauer Hafen der noch der bayerische König Maximilian I – sein Sohn König Maximilian II vollendete ihn.

Oberbürgermeisterin wollte Löwengehege

Schon bald, nachdem der bayerische Löwe zwangsweise die badische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, verhandelten die Stadt Lindau und das bayerische Verkehrsministerium mit den Konstanzer Stadtwerken. Die Konstanzer wollten sich zu einem symbolischen Preis von nur einem Euro vom bayerischen Wappentier trennen. Einig wurden sich die Parteien aber nicht: Denn die Konstanzer waren nur bereit, den Löwen herzugeben, den Hafen aber wollten sie behalten. Unklar war, nicht nur wer die Unterhaltskosten tragen sollte. Petra Meier to Bernd-Seidl erklärte, der Löwe brauche auch ein Gehege. Sie meinte damit, die Hafenanlage mit ihren 46.000 Quadratmetern Fläche. Sie zählt zu den schönsten am ganzen Bodensee.

Städtekrieg am Bodensee spitzte sich zu

Dem Vernehmen nach soll den Lindauer Bürgern ihr Löwe so wichtig sein, dass sie gar einen Seekrieg unter Führung von Petra Meier to Bernd-Seidl angezettelt hätten. Ob die Lindauer dabei auch an den Raub der Konstanzer Imperia gedacht haben könnten, ist nicht überliefert. Dass sich die Parteien vor dem Oberverwaltungsgericht treffen würden, schien aber unausweichlich.

Oberbürgermeister erzielten Vergleich

Überraschend haben sich die Bayern und Badener nun aber dann doch noch auf einen Kompromiss geeinigt. Die Initiative ergriffen hatten die Lindauer Oberbürgermeisterin und der Konstanzer Oberbürgermeister. Am 7. Oktober vergangenen Jahres einigten sich Vertreter der Stadt Lindau und die Konstanzer Stadtwerke, deren Aufsichtsratsvorsitzender Horst Frank ist, auf einen Vergleichsvorschlag. Seither ist sicher: Der Lindauer Löwe brüllt wieder bayerisch.

Notarieller Vertrag wird unterschrieben

Unterzeichner des Vertrags sind auf Lindauer Seite Oberbürgermeisterin Petra Meier to Bernd-Seidl, auf Konstanzer Seite Oberbürgermeister Horst Frank sowie die Geschäftsführer der Konstanzer Tochterunternehmen SWK, BSB und BHG, Konrad Frommer, Christoph Sigg, Jörg Handreke und Stefan Ballier sowie ein Vertreter der Deutschen Bahn AG. Das Notariat Lindau vertritt Dr. Peter Reibenspies.

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