Destination Bodensee ohne Konstanz: Wo laufen sie denn, die Konstanzer Touristiker?

Deutsche Bodensee Tourismus Gesellschaft - Der Bodensee stellt sich neu auf

Deutsche Bodensee Tourismus Gesellschaft - Der Bodensee stellt sich neu aufBodenseekreis/Konstanz. Am deutschen Bodenseeufer gibt es jetzt eine eigenständige regionale Tourismusorganisation, die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH. Die neue Gesellschaft ist in Friedrichshafen durch die notariell beurkundete Unterzeichnung des Gesellschaftervertrages aus der Taufe gehoben worden. Die Stadt Konstanz ist nicht dabei. Die neue Gesellschaft will aber die Tür für die Konstanzer offen halten. Die Signale sind deutlich: Der Urlauber will einen einheitlichen Auftritt der Destination Bodensee. Kirchturmdenken ist out. Das sagt auch der grüne Landtagsabgeordnete Martin Hahn, der selbst auf seinem Bauernhof Ferienwohnungen vermietet.

Nordsee rauft sich zusammen

Gründungsgesellschafter sind die Landkreise Bodenseekreis, Lindau, Sigmaringen sowie die Stadt Stockach und die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen aus dem Landkreis Konstanz. Die Geschäftsführung der DBT wird ab April Christoph Kunz übernehmen. Der gebürtige Freiburger war zuvor für die schweizerische Samnaun Tourismus sowie in Bad Säckingen am Hochrhein und Waldshut-Tiengen beruflich aktiv.

Das macht die neue Tourismus Gesellschaft DBT

Die DBT soll, wie die Gründer mitteilten, auf deutscher Seite eine regionale Dienstleistungs- und Koordinationsstelle schaffen. Sie soll im Sinne eines Verbandes aktiv „Destinationsmanagement für die deutsche Bodenseeregion“ betreiben und als „Kommunikator zwischen den hiesigen Akteuren“ fungieren. Außerdem soll die DBT „strategisch und operativ Marketing- und Vertriebsaufgaben“ übernehmen. Hierzu zählen beispielsweise Messe- und Internetauftritte, Marktforschung sowie das Aquirieren von Fördermitteln.

Vorbild Schweiz und Österreich

Die Notwendigkeit einer gesamtregionalen Tourismusorganisation auf der deutschen Bodenseeseite sei unter anderem durch ein umfassendes Positionierungsprojekt der Internationalen Bodenseetourismus (IBT) deutlich geworden, teilten die Gründer mit. Hier hatten Wirtschaftswissenschaftler und Tourismusexperten untersucht, wie sich die Vierländerregion Bodensee künftig präsentieren und organisieren sollte, um sich auf den nationalen und internationalen Tourismusmärkten als Destination behaupten zu können. Hierzu sei es unabdingbar, dass sich auch die deutsche Bodenseeregion einheitlich vermarkte, so die Einschätzung der Touristiker. Vorbilder sind hier die regionalen Organisationen am österreichischen sowie schweizerischen Bodenseeufer. Bislang hat es auf deutscher Seite aber nur vereinzelt lokale Tourismusverbunde gegeben.

Erwartung der Urlauber

„Schließlich ist es einem Gast egal, in welchem Landkreis er übernachtet oder in welcher Gemeinde er touristische Angebote in Anspruch nimmt. Er möchte an den deutschen Bodensee und die hiesige Angebotsvielfalt möglichst einheitlich und übersichtlich präsentiert bekommen“, sagt Landrat Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises. „Kundenorientierung statt Kirchturmdenken ist nötig, um den Tourismus am Bodensee zu stärken“, bekräftigt dies der Lindauer Landrat Elmar Stegmann.

Landespolitiker steht hinter der Gesellschaft

Martin Hahn (Grüne), Landtagsabgeodneter aus dem Bodenseekreis, freut sich ebenfalls über die eigenständige regionale Tourismusorganisation, die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH. Die neue Gesellschaft, deren Gründungsgesellschafter die Landkreise Bodenseekreis, Lindau, Sigmaringen sowie die Stadt Stockach und die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen aus dem Landkreis Konstanz sind, sei der richtige Weg.

Schluss mit Kirchturmdenken

Martin Hahn erklärte: „Der Bodenseekreis ist mit 70 Prozent der Geschäftsanteile der mit Abstand größte Gesellschafter.“ Er sagte, die neue Gesellschaft werde das touristische Angebot in der Region sehr gut präsentieren. Er hoffe, dass die Zeit des Kirchturmdenkens im Tourismus am Bodensee damit zu Ende gehe.

Bedauern über Konstanzer Alleingang

Martin Hahn weiter: „Es ist sehr schade, dass der Landkreis Konstanz sich bislang noch nicht dafür entscheiden konnte, sich anzuschließen.“ Er hoffe, auf ein Umdenken. Er freue sich über die Haltung der neuen Gesellschaft, die signalisiert hatte, die Tür für die Konstanzer offen zu halten. „Wir sind ein Bodensee“, so Martin Hahn.

Über die Tourismus-Region Bodensee

Die deutsche Bodenseeregion zählt mit jährlich rund sechs Millionen Übernachtungen zu den bekanntesten und stärksten Tourismusregionen Baden-Württembergs und Süddeutschlands. „Mit der neuen Gesellschaft wird die Region erstmals gemeinsam Zeichen setzen“, sagte der Angeordnete.

Foto: Landratsamt Bodenseekreis

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