Deutsches Wal- und Delfinschutz-Forum und Connyland streiten weiter

Kreuzlingen/Lipperswil. Im Mai diesen Jahres hat das Schweizer Parlament einem Importverbot für Wale und Delfine zugestimmt. Für das einzige Delfinarium in der Schweiz im Vergnügungspark Connyland im Kanton Thurgau könnte das das Aus bedeuten. Das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDFS) lässt offenbar aber noch nicht locker, weil es vermutet, dass der Vergnügungspark versuchen wird, Delfine nachzuzüchten, um sie nach Überzeugung der Tierschützer delfinunwürdigen Bedingungen trotz Importverbots auch in Zukunft noch in Gefangenschaft zu halten. Auch deswegen streiten das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDFS) und der Connyland-Pressesprecher weiter. Aktuell geht es um „üble Nachrede“. 

Die Schuld am Tod der Delfine

Auf der Website von Connyland heißt es, WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmöller und sein
Umfeld machten sich „selber dringend tatverdächtig“, den Tod von zwei Delfinen in Connyland verursacht zu haben. Das deutschen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wehrt sich gegen diesen Vorwurf und stellte wegen dieser Behauptung Strafanzeige gegen den Geschäftsführer und Pressesprecher von Connyland, Erich Brandenberger. Brandenberger habe deswegen nun eine Vorladung zur polizeilichen Vernehmung durch die Kantonspolizei Ermatingen erhalten, teilte das WDFS mit. Auf der Website wird die Behauptung aber weiterhin aufrecht erhalten.

Tierschützer verweisen auf Gutachten

Obwohl inzwischen bekannt geworden sei, dass auf Veranlassung des Connyland ein weiteres Gutachten über den Tod der beiden Delfine vorliege, halte sich  Connyland bedeckt und veröffentliche das neue Gutachten nicht, so das WDSF. „Offensichtlich weil die Autopsie der Universität Zürich schon längst ergeben hatte, dass die beiden Connyland-Delfine an einer Antibiotikum-Vergiftung nach einer eigenen tierärtzlichen Indikation des Antibiotikums gestorben sind und es nicht Tierschützer waren, die den Tod verursacht haben“, schreibt das Wal- und Delfinschutz-Forum in einer Medienmitteilung.

WDFS empört über Inzest

Das WDSF vermutet, dass die Delfin-Shows in Lipperswil auch in Zukunft weitergehen und dass es intensive Zuchtbemühungen zwischen der Delfinmutter und ihrem geschlechtsreifen Nachwuchs geben werde. „Wir werden diesen Inzest jedoch juristisch prüfen lassen“, kündigten die Tierschützer an. Das WDSF werde nicht locker lassen, bis das Delfinarium tatsächlich geschlossen sei und die Delfine in einer würdigen Umgebung untergebracht seien, zumal eine Auswilderung aufgrund der Nachzuchten weitgehend ausscheide.

Tierschützer dürfen nicht mehr Tierquälerei sagen

Im Oktober hatte das Schweizer Bezirksgericht Kreuzlingen gegen das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) entschieden. Das WDFS darf seither nicht mehr behaupten, dass die Delfinhaltung im Schweizer Vergnügungspark Connyland „Tierquälerei“ sei.

Foto: Cigdem Büyüktokatli  / pixelio.de

5 Kommentare to “Deutsches Wal- und Delfinschutz-Forum und Connyland streiten weiter”

  1. Antonietta
    21. November 2012 at 12:53 #

    Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.
    Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht „natürlich“, denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.

  2. Rüdiger
    23. November 2012 at 13:02 #

    Liest man Antoniettas Post, findet man in jeder einzelnen Zeile eine Falschaussage. So kann man natürlich auch „Delfinschutz“ (ha, ha, ha!!!) betreiben.

  3. Norbert
    25. November 2012 at 16:03 #

    Es ist unglaublich, mit welcher Penetranz die immer gleichen Leute die immer gleichen Unwahrheiten und Unterstellungen verbreiten.

    Connyland hätte durchaus noch legale Möglichkeiten, weiterhin Zucht zu betreiben, ohne dass es dabei zu Inzucht kommt. Delfinsperma lässt sich nämlich genauso leicht gewinnen, einfrieren und transportieren, wie das anderer Säugetiere. Auch gibt es inzwischen Verfahren, mit denen eine für die Kühe völlig schmerzlose künstliche Besamung möglich wäre.

    Da der Park sich aber tatsächlich um seine Tiere kümmert und um ihr Wohlergehen besorgt ist, wurde aufgrund des Gesetzes auch das Ende der Delfinhaltung beschlossen. Es sind keine weiteren Zuchten mehr geplant, da ohne erwachsene, fremde Bullen kein vernünftiger Familienverband mehr aufgebaut werden kann.

    Im Übrigen kommt es weder in Delfinarien, noch in freier Wildbahn zu Inzucht zwischen Kühen und ihren eigenen männlichen Nachkommen. Die Kühe sind durchaus kräftig und geschickt genug, um das zu verhindern (solange es sich nur um einen Angreifer handelt) – auch wenn beide danach meist etwas mitgenommen aussehen.

    @Antonietta:
    Ihr immer gleiches Statement ist ebenso langweilig, wie grottenfalsch. Sie mischen die Eigenschaften von verschiedenen Arten und Unterarten in eine Behauptung.
    Nur werden die von ihnen angeführten Delfinarten in keinem einzigen Delfinarium gehalten. Die großen Tümmler aus dem Golf von Mexiko/Karibik/Kuba leben schon immer in flachen Gewässern und bewohnen kleine eng begrenzte Reviere; teilweise bei Wassertiefen von weniger als 2 Metern.

    Außerdem verschmähen sie auch in freier Wildbahn keineswegs *frischen* toten Fisch, sondern fressen inzwischen sogar die Langleinen der Fischer ab und lauern in der Umgebung von Fischerbooten auf Abfälle.

  4. Susanne
    25. November 2012 at 18:31 #

    Zur Inzucht bei freilebenden Delfinen
    Zusammen mit Genetikern wie Dr. Michael Krützen und Dr. Céline Frère wurden von den Delfinen in der Shark Bay (Westaustralien) sogenannte genetische Fingerabdrücke hergestellt, um ihre Verwandtschaft untereinander festzustellen. Schließlich paart sich ein Delfin-Weibchen mit mehreren Männchen, sodass der Vater eines bestimmten Delfin-Babys nicht von vornherein identifiziert werden kann. Mit der Molekularmethode konnte jedoch der Verwandtschaftgrad der Tiere untereinander bestimmt werden. Während des fast 25-jährigen Beobachtungszeitraumes wurden auch immer wieder Inzucht-Fälle entdeckt, zum Beispiel Kälber, die aus einer Verbindung zwischen Vater und Tochter hervorgingen.

    Für Inzucht-Paarungen sind offenbar vor allem jüngere Delfin-Weibchen anfällig. Festgestellt wurde außerdem, dass Kälber aus Inzucht-Verbindungen länger brauchen, bis sie entwöhnt sind, als Kälber, die aus einer Verbindung von nicht miteinander verwandten Delfine stammen. Das bedeutet wiederum, dass ihre Mütter weniger Jungtiere in die Welt setzen als andere Delfine. Inzucht-Paarungen sind daher aus Sicht der Evolution unerwünscht.

  5. wak
    26. November 2012 at 08:27 #

    Heute zitiert 20 Minuten online Connylandchef Gasser. Er vermutet, frühere Angestellte hätten die Delfine vergiftet. An der Stelle an der heute noch das Bassin für die Delfine ist, will er eine Achterbahn errichten. 2013 sollen die Delfine ausquartiert werden, sagt Gasser. http://www.20min.ch/schweiz/ostschweiz/story/31467697

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.