DLRG im Kreis Konstanz: 2011 fast doppelt so viele Seenotfälle

DLRG zieht vorläufige Bilanz der Bade- und Wassersportsaison 2011 – DLRG rettete 20 Menschen vor nassem Tod auf dem Bodensee

Konstanz. So schlecht kann der Badesommer doch nicht gewesen sein. Die DLRG im Kreis Konstanz war in diesem Sommer 45 Mal im Einsatz. Das sind fast doppelt so viele Einsätze wie in anderen Jahren. In 20 Fällen bewahrten die Wasserretter Menschen vor dem nassen Tod.

Spektakuläre Rettung aus dem Seerhein

Spektakulär war die Rettung einer hilflosen Person aus dem Konstanzer Seerhein im Juli. Ein Rettungsschwimmer, der gerade erst auf dem Weg zum Einsatz war, sprang von der Konstanzer Fahrradbrücke in den 16°C kalten Rhein, als er eine vermeintlich leblose Person auf dem Wasser treiben sah. Zusammen mit einem Polizisten brachte der Retter die Person auf ein im Rheinstrandbad befestigtes Floß. Der Gerettete wurde von Mitgliedern der DLRG reanimiert.

Kanufahrerin nur noch tot geborgen

Vor Radolfzell kam hingegen für eine gekenterte Kanufahrerin im Juni jede Hilfe zu spät. Die aus Bremen stammende Frau, die bei einem schweren Unwetter mit ihrem Kanu gekentert war, konnte von von der Wasserschutzpolizei nur noch tot aus dem See geborgen worden.

Retter zu 45 Einsätzen gerufen

Die vorläufige DLRG-Bilanz der Wasserrettung am badischen Bodenseeufer hat am Ende der Hauptbade- und Wassersportzeit am vergangenen Wochenende der DLRG-Bezirksvorsitzende Andreas Hoffmann vorgelegt. Die 45 Einsätze, zu denen die Wasserretter gerufen worden sind, sind im Vergleich zu anderen Sommern nahezu eine Verdoppelung der Alarmierungen, so Hoffmann. In 20 Fällen hat die DLRG hilflose Personen – zumeist in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei und dem landgebundenen Rettungsdienst – aus dem Wasser gerettet.

Viele Einsätze an Sturm-Tagen

Im Einsatz war die DLRG auch an vielen Sturm-Tagen forderten, die den ganzen Einsatz der DLRG-Aktiven in einer Vielzahl von Bootsbergungen nach Kenterungen forderten. In einem Fall mussten bis zu fünf Personen gleichzeitig versorgt werden, so Andreas Hoffmann. Typische Einsatznotrufe lauteten: „Kanu-Fahrer in Seenot“ – „verletzter Wanderer in der Marienschlucht“ – „Schwimmer vermisst“ – „gekenterte Jolle – Segler über Bord“.

Freizeitsportler helfen sich gegenseitig

Nach ersten Einsätzen schon im April brachten dann die folgenden Sommermonate von Juni bis August durchweg mindestens ein Dutzend Alarmierungen pro Monat mit sich, wobei bei den ehrenamtlichen Rettern der DLRG wiederholt sogar mehrfach am Tage die Alarmmelder schrillten. „Manche Einsätze konnten allerdings bereits während der Anfahrt abgebrochen werden, da sich die in Not befindlichen Personen entweder doch selbst gerettet hatten oder durch andere Boote bereits aufgenommen worden waren“, so Andreas Hoffmann. Solche Fehlalarmierungen zeigten eine „gestiegene Aufmerksamkeit“ der Seeanwohner für mögliche Notlagen anderer und zum anderen auch eine erfreulich „hohe Hilfsbereitschaft der Freizeitsportler“ untereinander.

DRLG hilft auch in Strandbädern

Neben den großen Wasserrettungseinsätzen fielen in der Saison 2011 natürlich auch Dutzende von weiteren Hilfeleistungen bei großen und kleinen Problemen auf dem See und in den Strandbädern für die ehrenamtlichen Retter an.

Kein Unfallschwerpunkt auf dem Bodensee

Einen Einsatz-Schwerpunkt gab es im badischen Bereich des Bodensees nicht. Fast alle See-Reviere von der Höri bis nach Bodman finden sich in der Liste der Einsätze; und nicht nur in der Marienschlucht waren die DLRG-Boote mehrfach als schwimmende Krankentransportfahrzeuge im Einsatz. Selbst bei der Bergung durch Dritte oder nach Selbsthilfe waren oft noch die medizinischen Kenntnisse der DLRG-Rettungsteams bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gefragt.

400 ausbildete Wasserretter im Kreis Konstanz

Im Bezirk Bodensee-Konstanz, der deckungsgleich mit dem Landkreis Konstanz ist, sind rund 2.800 Personen Mitglied der DLRG. Für den Wasserrettungsdienst stehen im gesamten Landkreis rund 400 ausgebildete Retter zur Verfügung.

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