Döbele Reservefläche für temporäres Konstanzer Parkhaus?

Lago-Center plante schon vor fünf Jahren zusätzliche 264 Stellplätze

Konstanz (wak) In der Rush Hour in der Ferien- und Haupteinkaufszeit mangelt es in Konstanz hauptsächlich an einem: An ausreichend vielen Parkplätzen. Jede Menge Blech schlängelt sich an solchen Tagen durch die Stadt und staut sich vor belegten Parkhäusern.

Lago oder temporäres Parkhaus

Ginge es nach dem Lago-Center, wären im Lago in einem Parkgaragenanbau schon 2005, also schon längst, 264 neue Stellplätze entstanden. Doch dafür gab es bis heute kein grünes Licht. Ginge es nach dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Alexander Fecker, könnte auf dem Döbele bereits ein vollautomatisches Parkhaus auf Zeit stehen. Doch auch hier schaltete die Ampel nicht auf grün, sondern auf rot. Fecker hält die Idee aber weiterhin für diskutabel: Die linksrheinische zentrumsnahe Reservefläche könnte zumindest vorübergehend als Standort für mehrere Parkdecks dienen.

Skepsis gegenüber Wohnbebauung

Eine Alternative wäre, das Döbele zu lassen, was es heute ist: Gebührenpflichtiger Parkplatz, Anwohnerparkplatz, Busparkplatz und Wohnmobilparkplatz. Eine andere Möglichkeit wäre Wohnbebauung. Alexander Fecker kann sich mit diesem Vorschlag, der einmal von der SPD kam, aber gar nicht anfreunden. In Falle einer Wohnbebauung bräuchte es nämlich eine mehrgeschossige Tiefgarage: Das erste Untergeschoss mit Stellplätzen und Kellern für die Bewohner, das zweite als Ersatz für die heutigen Anwohnerparkplätze und das dritte dann vielleicht als zusätzliche Parkfläche. Mindestens 30.000 Euro dürfte ein Stellplatz in einer Tiefgarage kosten.

400 neue Stellplätze

Deswegen entzückt den Fraktionsvorsitzenden der CDU viel eher der – wenn auch nicht neue – Vorschlag, ein temporäres Parkhaus zu bauen. Zehn oder zwölf Jahre könnte es stehen bleiben. 400 Stellplätze könnten entstehen, meint Fecker. Schon einmal war Konstanz dicht davor. Doch dann kippte die Mehrheit des Gemeinderats das schöne neue Parkhaus. Dabei käme es für die Stadt günstig: Ein externen Investor könnte die Garage bauen und betreiben. Fecker sagt, für alles gebe es im vollautomatischen Parkhaus eine Lösung. Statt im Kofferraum könnten Nutzer ihre Einkäufe in Schließfächern deponieren. In anderen Städten funktioniere es ja auch.

Vorteil Lago

Vielleicht wird Fecker in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstag auch gleich noch einmal nachfragen, was Sachstand in Sachen Lago ist. Mit Fecker wären die 264 zusätzlichen Stellplätze auf jeden Fall zu machen. Ursprünglich wollten die Lago-Investoren sowieso mehr Stellplätze – beim Bau des Lago entschied der Gemeinderat damals aber, dass weniger Stellplätze reichen. Die Lago-Besucher parken länger im Lago als sie sich im Center aufhalten, sagt Fecker. Von den zusätzlichen Stellplätzen würden auch andere Geschäfte profitieren – auch die Kunden des Sporthauses Gruner, das Ablöse für Stellplätze zahlte, müssten schließlich irgendwo parken.

Fotos: wak

Ein Kommentar to “Döbele Reservefläche für temporäres Konstanzer Parkhaus?”

  1. Fenedig
    21. April 2010 at 10:36 #

    Bevor das Parkraumproblem weiter diskutiert wird, muss entschieden werden, welche Aktivitäten auf den zwei verbleibenden Grossflächen in Zentrumsnähe (Döbele und Klein-Venedig) zukünftig noch vorstellbar sind und welche nicht. Derzeit werden beide Orte periodisch durch „Events“ belegt. Wird Klein-Venedig zu einem grünen Parkgelände, steht nur noch das Döbele als Freifläche für grössere Veranstaltungen innenstadtnah zur Verfügung. Das derzeitige Verfahren- einmal Autoparkfläche, einmal Eventfläche – ist hier anachronistisch und verstärkt den Parkplatzsuchverkehr stark, zumal einerseits dem Lago die Erweiterung seines Parkhauses nicht bewilligt wurde, und andererseits das 450-er Parkhaus auf der seeseitigen Gleisseite neulich nicht den Segen bekam. Beides zusammen hätte u.a. eine Entlastung zumindest im Parkraum-Suchverkehr gebracht. Um den geht es letztlich. Ein temporäres Parkhaus auf dem Döbele wäre nur eine kleine Lösung und urbanästhetisch unbefriedigend, eine Bebauung des noch einzigen freien, innenstadtnahen Geländes „nach SPD“ sogar fatal. Wird die Laube zukünftig vermehrt als „Achse“ aufgewertet und beschildert, sind in diesem Bereich 1-2 neue, zentrumsnahe Parkhäuser sinnvoller (Z.B.: Bereich Lutherplatz, Vinzentius/Schottenplatz). Sie können zudem den Anwohnern dienen – sowohl für die Altstadt, wie fürs Paradies. Auch wäre damit (bei Vinzentius/Schottenplatz) endlich eine notwendige (gewerbe- und bewohnerrelevante) Aufwertung der Niederburg verbunden.

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