Ehemalige Café-Bohe-Haus in der Wessenbergstraße 37 vorbildlich restauriert

20130709_103210Konstanz. Das Haus Wessenbergstraße 37 zählt zu den Vorzeigehäusern in der Konstanzer Altstadt. Das denkmalgeschützte, zuletzt heruntergenutzte Wohnhaus wurde 2009 bis 2011 im Auftrag der neuen Eigentümer, Frank und Margarita Villa-Rosa durch das Architekturbüro Fredi D´Aloisio umfassend saniert. Der Bauhistoriker Burghard Lohrum und der Restaurator Robert Lung haben die Sanierung vorbereitet und restauratorisch begleitet. 

Früheres Café-Bohe-Haus saniert

Seither hat für das denkmalgeschützte Haus in der Wessenbergstraße 37 hat eine neue Zeit begonnen. Jahrzehntelang war das dortige Café Bohe ein beliebter Treffpunkt. Nachdem das Café vor einigen Jahren schloss, konnten die neuen Hauseigentümer Frank Kirchner und Margarita Villa Rosa das heruntergenutzte Haus vollständig sanieren.

Passt ins Stadtbild

Der gelungene Umbau ist der Stiftung Stadtbild Konstanz eine Auszeichnung wert. Die Stiftungsvorstände Angela Büsing und Winfried Koeder überreichten bei einem Ortstermin dem Ehepaar einen Scheck über 2000 Euro als Anerkennung. „Die Sanierung erfolgte sehr behutsam“, erklärte Koeder. Sie wurde unter Federführung des Konstanzer Architekten Fredi D’Aloisio umgesetzt.

Baugeschichte konserviert

Geglückt ist neben dem äußeren Erscheinungsbild – das gefällige Weiß setzt sich von den farbigen Nachbarhäusern ab – auch der Umbau im Innern des schmalen und langstreckten Baues. Im Innern treffen die verschiedenen Epochen der Baugeschichte seit dem 14. Jahrhundert zusammen. Behutsam wurden zuvor verdeckte mittelalterliche Elemente wie eine Bretter-Balken-Decke oder der Dachstuhl freigelegt und konserviert. Diese lassen einen weitgehend unverfälschten Blick auf die Baukunst vergangener Jahrhunderte zu. Mit den aktuellen Einbauten aus Stahl und Holz sowie der straßenseitigen Dachgaube mit Glas und Lamellen haben die Eigentümer und der Architekt einen Zeitzeugen der Bauarchitekturen vom Mittelalter bis heute erschaffen.

Haus zur „Zur Lilie“

Das Haus „Zu Gilge“ – oder wie es heute auf der Fassade prangt „Zur Lilie“ – wurde 1359 erstmals urkundlich erwähnt. Es war ursprünglich ein Klosterlehenshaus des Domkapitels und wurde zeitweise als Domherrenhof genutzt. Der viergeschossige Steinbau über einem flach gedeckten Keller stammt von 1394/95. Aus dieser Zeit stammt auch das gut erhalten gebliebene Sparrendach. Einen umfangreichen Umbau erfuhr das Gebäude um das Jahr 1800, was dessen Aussehen maßgeblich veränderte: Es wurde mit den südlichen Nachbarfronten um etwa anderthalb Meter in den Straßenraum hinein erweitert und somit die Flucht an die nördlich benachbarten Häuser angepasst. Erhalten geblieben sind auch große Teile der Stein- und Holzböden. Diese wurden wo erforderlich erneuert, sind jedoch größtenteils erhalten.

Wohnraum im schmälsten Haus

Bei den jüngsten Umbauten entstanden ein Laden im Erdgeschoss und von dort über eine Stahltreppe erreichbare Lagerräume. Über ein Treppenhaus sind eine große Wohnung sowie eine Einliegerwohnung erreichbar. Der Keller wird über eine Hebebühne im Flur erschlossen. „Die räumlich Trennung von Laden und Wohnraum hat keine Treppe zugelassen“, erklärte Frank Kirchner diese ungewöhnliche Lösung.

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