Ehrenwerte Frauen in Zeiten des Konstanzer Konzils

Frauen ums Konstanzer Konzil – Nur der Hure ein Denkmal gesetzt

Frauen ums Konstanzer KonzilKonstanz. Wer an Frauen und das Konstanzer Konzil (1414-1418) denkt, dem fallen ehrenwerte Frauen ein – und auch Liebesdienerinnen.

Die Imperia im Hafen

Letzteren hat bekanntlich Peter Lenk im Konstanzer Hafen ein Denkmal gesetzt. Seine Imperia ist die Statue im Hafen von Konstanz, entworfen und ausgeführt von dem Bodmaner Bildhauer Peter Lenk und 1993 aufgestellt. Die imposante Figur ist aus Beton gegossen, neun Meter hoch, 18 Tonnen schwer und dreht sich innerhalb von drei Minuten einmal um die eigene Achse.

Erotische Ausstrahlung

Die Statue erinnert an das Konzil von Konstanz (1414–1418). Sie ist aber eher eine Satire. Denn sie stellt keine der ehrenwerten Frauen dar, die es damals auch gab, sondern eine üppige Kurtisane mit einem tiefen Dekolleté, das der Figur eine erotische Ausstrahlung verleiht. In ihren Händen hält sie zwei nackte Männlein. Das Vorbild der Figur ist ein literarisches. In einer frivolen Erzählung von Balzac, „La belle Impéria“ ist die schöne Imperia eine Kurtisane, die zum Konzil in Konstanz weilt. Die Imperia ist die Geliebte von „Kardinälen, Würdenträgern, Fürsten und Markgrafen“ und entpuppt sich in der Erzählung als heimliche Herrscherin des Konzils.

Richental: „und hipsch frowen“

Ulrich Richental, den der promovierte Historiker und Leiter der Städtischen Museen, Tobias Engesing, salopp, als „bekanntesten Klatschreporter der Kirchenversammlung“, bezeichnet, berichtete während der Kirchenversammlung auch von Frauen. Engelsing ist sich ganz sicher: In Zeiten des Konstanzer Konzils (1414-1418) kam die Pizza an den Bodensee. Auch Gartenlokale seien in dieser Zeit erfunden worden, so schreibe es der „Klatschreporter“: Zu haben waren Wein, Speisen und Liebesdienste von Prostituierten „und hipsch frowen“ zitiert Engelsing.

Adlige und Handwerkerfrauen

Das Konzil 1414-1418 war das Großereignis im mittelalterlichen Konstanz. Frauen erscheinen dabei eher als Randfiguren. Sie waren aber da und sie waren Teil adligen und städtischen Lebens, sie füllten ihre gesellschaftliche Rolle aus. Sie nahmen an den Prozessionen teil und lebten vom Kleinhandel oder halfen ihren Männern, die Handwerker oder Kaufleute waren.

Begleiterinnen der Mächtigen

In einer Führung am Sonntag, 16. Januar, um 14 Uhr im Rosgartenmuseum werden diese ehrenwerten Frauen von der Historikerin Gudrun Schnekenburger vorgestellt: die Königin Barbara von Cilli mit ihren Begleiterinnen, die 15-jährige Elisabeth von Brandenburg, die 1418 mit Ludwig II. Herzog von Brieg verheiratet wurde, Fida Pfister, die Johannes Hus beherbergte und viele andere. Sie alle übernahmen als Frauen ihrer Zeit ihren Part am Großereignis Konzil.

Foto: Rosgartenmuseum

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