Ein Brief von Martin Walser und Jogis Jungs in der Konstanzer Strandbar

Heute Abend zum letzten Mal Auftritt der deutsche Fußballer auf Großleinwand

Konstanz/Überlingen (wak) Alle schauen Fußball. Sogar Martin Walser, der Dichter vom Bodensee tut es. Wer heute Lust auf Public Viewing und Planschen hat, ist wieder in der Konstanzer Strandbar richtig. Anpfiff ist um 20.30 Uhr. Fans, die etwas mehr vom Spiel Deutschland gegen Uruguay sehen wollen, sollten aber ein bisschen früher kommen.

Walsers Kniefall vor Schweinsteiger

Die Süddeutsche Zeitung hat heute einen offenen Brief des in Nussdorf wohnenden Autors Martin Walser an Bastian Schweinsteiger veröffentlicht. Titel: „Schweinsteigers Kniefall“. Walser scheibt: „Die, die gewonnen haben, sind nicht halb so eindrucksvoll wie die, die verloren haben.“ Einige Absätze weiter heißt es: „Nichts gegen den wunderbaren Klose-Salto nach dem geschossenen Tor. Das ist das große Augenblicksgefühl. Das gibt es nur im Sport. Da ist der Körper das Ausdrucksmittel. An Ihre Haltung reicht das alles nicht heran. Sie sollen wissen, Sie hätten uns durch keinen Sieg so faszinieren, so bannen, so für sich einnehmen können, wie durch dieses Hinknien.“ Prädikat: Unbedingt lesenwert. So kann es nur ein Dichter sagen – eine Entschädigung für viele Live-Kommentare, die die Welt nicht brauchte.

Spielverderber Blog

Nicht empfehlenswert dagegen, weil zu miesepetrig, Chris Kurbjuhns Netzecke. Er schreibt, das Spiel um Platz drei sei das überflüssigste, dämlichste Spiel der Welt. Aber es sei ein Spiel. „Also bereiten wir uns entsprechend vor und schauen es an. Auch ein überflüssiges Spiel ist ein Spiel.“ Wer trotzdem lesen möchte, was Blogger zur Fußball WM einfällt, könnte auch noch einmal bei „rund um den Ball. Was andere so schreiben“ klicken.

Public Viewing am Seerhein

Offener Brief oder Blog, Salto oder Kniefall – zu sehen gibt es Jogis Jungs in Südafrika heute Abend zum aller letzten Mal beim Public Viewing in der Konstanzer Strandbar, in der Hafenhalle, auf der Überlinger Hofstatt, im Ravensburger Eisstadion und überall, wo Fernseher draußen stehen. Die Strandbar hat übrigens alle Spiele der Deutschen National-Elf und alle Finalspiele ab dem Achtelfinale der Fußball Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf Großleinwand übertragen. Heute Abend läuft auf der Leinwand das Spiel um den dritten Platz Deutschland gegen Uruguay. Anpfiff ist um 20.30 Uhr. Spielort ist Port Elizabeth.

Ein Kommentar to “Ein Brief von Martin Walser und Jogis Jungs in der Konstanzer Strandbar”

  1. dk
    10. Juli 2010 at 17:31 #

    ### (Walser in der SZ) … die Sportplätze sind nur ein Teil dieser Kampfplatz-Welt …

    Darüber hat man auch schon nachgedacht: über den Wettbewerb im Reallife und im Sport; z.B. beim Boxen – über Regelwerke, Schiedsrichter; Niederlage durch Abwinken, Ausschluss, KO oder nur Punkte und die medizinische Vor- und Nachvorsorge.

    Eigentlich ist das Reallife gar nicht so moralisch olympisch. Zum Glück gab es dann aber Medienberichte über Wettskandale und Massen-Doping und man war wieder selbstsicher: das Reallife ist doch moralisch olympisch.

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