Ein ganz Großer im Konstanzer Theater: Bienvenue Alfred Grosser

Deutsch-französischer Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler eröffnet neue Talkshow fight club

Konstanz. Meinhard Schmidt-Degenhard ist ein Fernsehmann, der manchmal in Konstanz weilt und das Konstanzer Stadttheater mag. Zusammen mit Intendant Professor Christoph Nix hat er in diesem Herbst ein Baby gezeugt. Es heißt fight club und erster Gast der neuen live Talkrunde ist ein ganz großer deutsch-französischer Publizist. Bienvenue Alfred Grosser. Auf roten bequemen Theatersesseln werden sie sitzen und lauschen.

Konstanzer Talk mit Meinhard Schmidt-Degenhard

Zum Auftakt der neuen Reihe fight club – Konstanzer Theater Talk schilderte Meinhard Schmidt-Degenhard (ARD), der die Reihe moderieren wird, zusammen mit Intendant Prof. Dr. Christoph Nix und Dramaturgin Sophia Lungwitz, was sich hinter dem Titel der Reihe verbirgt. Die neue Reihe ist ein Konstanzer Theater Talk, ein fight club und was für einer. Meinhard Schmidt-Degenhard  (ARD), der die Reihe moderieren wird, sagte, er werde als Mann und Moderator darauf achten, dass es nicht allzu brutal zugehe. „Aber selbst, wenn mir dies auf der Bühne gelingt, dann bleibt noch das wahre Leben da draußen und da sehen wir Männer ziemlich alt aus“, so Meinhard Schmidt-Degenhard. Der Mann als Auslaufmodell.

Mehr Mädchen als Jungen bestellt

Bevor Meinhard Schmidt-Degenhard übnerhaupt etwas konkret zum ersten fight club sagte, stellte er drei aktuelle Beobachtungen zum Thema Mann und Frau in den Raum: Zum einen eine Meldung, dass in US-amerikanischen Befruchtungskliniken inzwischen mehr Mädchen als Jungen geordert werden. Zweitens Alice Schwarzer, die als objektive BILD-Berichterstatterin im Dienste von Opfer und Wahrheit dem „Wetterwüstling“ Kachelmann auf die Pelle rücke und sich nicht scheue, sich des alten Klassenfeindes, der barbusigen „BILD“ eben, zu bedienen. In den 70er und 80er Jahren wäre das noch unvorstellbar gewesen. Und drittens Fußball-Nationaltrainer Jogi Löw, der – für seine Vorgänger wie Sepp Herberger, Helmut Schön und Jupp Derwall sicher ebenfalls undenkbar – auf dem Rasen mit dem Leder in der Hand Werbung für Männerkosmetik  macht.

Galanten Grandseigneur im Gespräch

Zurück zum fight club – „zutiefst verunsichert“, so Schmidt-Degenhard, gehe er in die neue Talk-Reihe am Konstanzer Theater. Denn auch er sei nur ein Mann. Für den ersten Abend hat er sich einen galanten Grandseigneur an die Seite geholt – nicht zufällig einen Franzosen: Alfred Grosser. Warum gerade der Politologe und Historiker, dieser deutsch-französische Versöhner zum Auftakt? Bei der Aufzeichnung eines Interviews, das Schmidt-Degenhard mit ihm führte, sagte Grosser recht fordernd zu ihm: „und am Ende möchte ich gern noch etwas über Männer und Frauen – und über die Ehe sagen.“ Was er damit gemeint hat, wird er am 1. November 2010 um 20 Uhr auf der Bühne des Stadttheaters erneut vorbringen können.

Schönen Gruß an Sigmund Freud

Den beiden Männern zur Seite steht Walta Reuther-Dommer – in Konstanz und Basel praktizierende Psychoanalytikerin. Nicht nur, aber auch eine Hommage an Sigmund Freud, der angeblich bis zu seinem Lebensende umtriebig über die Frage nachsann: „Was will eigentlich das Weib?“ „Mann und Frau – Wer wird draus schlau?“ Die Frage des ersten Abends ohne Rückbesinnung auf Altvater Freud beantworten zu wollen, wäre ebenso vermessen wie der Vergeblichkeit ausgeliefert, meinte Schmidt-Degenhard.

Ausfechten, was alle angeht

Als Dritte in der Runde wird am 1. November Julia Philippi vom Konstanzer Ensemble auf der Bühne sitzen, die „Antigone“ im gleichnamigen Stück (am 22. Oktober ist Premiere). Übrigens, sei es nun Zufall oder Hintersinn: Beim ersten fight club werden drei Generationen aufeinander treffen – auch das macht einen besonderen Reiz aus, nämlich das diesjährige Spielzeit-Motto im Gespräch der Generationen auszufechten. Zum Ziel gesetzt hat sich Schmidt-Degenhard, ins Mark zu treffen, mit seinen Gästen auf der Bühne die Gäste im Saal nachdenklich zu unterhalten, denn das mache ja Theater und auch den Theater-Talk aus: Dass da oben auf der Bühne die Sache Aller verhandelt werde. nach Auskunft des Stadttheaters verzichten die Promis auf ihre üblichen Gagen. Sie kommen auch Schmidt-Degenhard und Nix zuliebe, die die meisten persönlich sehr gut kennen.

Termin: 1. November 2010 um 20 Uhr auf der Bühne des Stadttheaters Konstanz

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