Ein glückliches Neues Jahr 2011!

See-Online wünscht einen entspannten Start ins Neue Jahr

Glücksbringer SchornsteinfegerShit happens. Jetzt ist nicht bloß ein verrücktes Jahr vorbei, sondern sogar schon das erste Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Gemerkt haben es viele: Glücksschweine und Schornsteinfeger waren heute ausverkauft.

So wie es aussieht wird am Bodensee heftig gefeiert,aber in der Konstanzer Altstadt erstmals nicht geböllert. Das finden viele übertrieben. Ich nicht. Bei uns hat am Silvesterabend 1998/1999 eine unten in der Gasse abgefeuerte Silvesterrakete den Dachstuhl in Brand gesetzt. Eine Wohnung brannte komplett aus. Deshalb bin ich persönlich sehr froh über die von der Stadt Konstanz erlassene Allgemeinverfügung, die das Abbrennen von Silvesterfeuerwerken verbietet.

Böllerverbot heißt: Schwein gehabt. Fassen wir zusammen: Mit ein bisschen Glück kommen wir in wenigen Stunden also mutmaßlich stress- und feuerfrei ins Neue Jahr. Ein bisschen Glück reicht aber an Silvester nicht. Vorsichtshalber habe ich heute deswegen noch eine Tüte Fruchtgummikonfekt „Fred Ferkel“ gekauft. Sie enthält 200 Gramm Schweinchen mit Himbeer-, Kirsch- und Erdbeeraroma.

Noch einmal zur Erinnerung, für alle die das mit Schwein gehabt vielleicht nicht ganz verstanden haben: Das Abschießen und Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen, insbesondere von Feuerwerkskörpern wie Kleinfeuerwerken, Raketen, Schwärmern, Knallkörpern und Batterien, ist im mittleren Bereich der Altstadt heute Nacht verboten. Das Verbotsgebiet wird umgrenzt von der Katzgasse, dem Münsterplatz im Norden, der Konzilstraße, dem Fischmarkt, dem Bahnhofplatz im Osten, der Bahnhofstraße, der Oberen Augustinergasse, dem Augustinerplatz, der Hieronymusgasse im Süden und der Oberen und Unteren Laube im Westen.

Und für alle, die gar nichts verstehen: Wer erwischt wird, zahlt ein Bußgeld. Der städtische Ordnungsdienst ist am Silvesterabend erstmals in der Altstadt unterwegs. Die Widerstände gegen das Verbot sind aber so groß, dass es in einem Jahr womöglich schon wieder nicht mehr gelten könnte. Dabei sind Raketen, die auf den See hinaus gefeuert werden, viel schöner anzuschauen, Ihr Knaller.

Sprechen wir am letzten Tag des Jahres aus aktuellem Anlass am besten noch kurz über das psychische Trauma. Wir reden also über das „Leid der Ohnmächtigen“, wie es heißt. Heute ist bekannt, dass ein traumatisches Erlebnis nicht spurlos am Menschen vorübergeht. Viele Opfer entwickeln schwere psychische Störungen. Über die langfristigen seelischen Folgen wurde in der Medizin und der Öffentlichkeit lange geschwiegen; sie wurden verdrängt und tabuisiert. Sagen wir es einmal so: Ein brennendes Haus in der Neujahrsnacht ist sicher nicht ganz so schlimm wie ein schwerer Unfall oder zum Beispiel sexueller Missbrauch. Aber ohne Folgen ist so ein Feuer nicht. Silvester bleibt immer noch ein blöder Tag. Shit happens.

Und weil wir schon beim Thema Feuerwerke und Glücksbringer sind, kommen wir vom Glücksferkel Fred ganz zu allerletzt noch zum Schornsteinfeger. Der schwarze Mann gilt seit dem Mittelalter als Glücksbringer. Das hatte damit zu tun, dass von gekehrten Kaminen keine Brandgefahr ausging. Die Bürger mussten ihre Schornsteine deshalb mindestens zweimal im Jahr reinigen lassen. Wer das nicht tat, wurde, wenn Schadensfeuer durch einen Schornsteinbrand entstanden, mit mehreren Goldstücken Strafe belegt. Entwickelte sich aus dem Schadensfeuer gar ein verheerender Großbrand, drohte  sogar die Todesstrafe. Der Schornsteinfeger bewahrte also durch seine Tätigkeit (Schornsteine fegen = vorbeugender Brandschutz) seit jeher Städte vor Hausbränden und in der Folge vor schweren Brandkatastrophen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Der Schornsteinfeger ist auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts noch immer für den vorbeugenden Brandschutz und das persönliche Glück zuständig. :-)

Rutschen Sie gut ins Neue Jahr, ein glückliches 2011!

Foto: Lars Schneemann PIXELIO www.pixelio.de

Ein Kommentar to “Ein glückliches Neues Jahr 2011!”

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.