Ein Konstanzer Theaterprojekt von Menschen mit und ohne Demenz

Premiere am Samstag, 25. Juni 20 Uhr Stadttheater – Die schöne Zeit geht wieder heim

Konstanz. „Die schöne Zeit geht wieder heim“ ist der Titel eines Theaterprojekts von Menschen mit und ohne Demenz. Regie führt Heinke Hartmann Der Text stammt von Hilde Schneider. Zu sehen ist es ab 25. Juni in der Werkstatt des Stadttheaters Konstanz. Auf der Bühne stehen 20 Menschen mit und ohne Demenz. Sie sind zwischen 22 und 95 Jahren alt und kommen aus der Region Konstanz – Winterthur.

Proben im Altenpflegeheim

Seit Mitte Februar treffen sich zwei Improvisationsschauspieler mit achtzehn Laiendarstellern mit und ohne Demenz regelmäßig im Altenpflegeheim St. Marienhaus in Konstanz. Im Zentrum der Treffen steht die Lebensrealität dementiell veränderter Menschen; zweieinhalb Monate lang wurde hier szenisches Material zusammengetragen. Die Autorin Hilde Schneider hat daraus ein Stück gemacht, das den Titel „Die schöne Zeit geht wieder heim“ trägt, und das – nach weiteren zwei Monaten Probenarbeit – ab 25. Juni auf der Werkstattbühne zu sehen sein wird.

Experten für ihre Lebenssituation

Wie bei allen ihren Projekten arbeitet die Regisseurin Heinke Hartmann auch hier wieder mit Laien, die Experten für ihre Lebenssituation sind: Wie Blinde Experten für das Nichtsehen sind („Ich sehe was, was du nicht siehst“, Theaterprojekt mit Blinden und Sehenden, 2008), sind Demenzkranke Experten für das Vergessen.

Mit dem Theater zurück ins Leben

Zwei der Hauptdarsteller, eine davon im Alter von 95 Jahren, reisen regelmäßig aus einem Heim in Winterthur in der Schweiz an, die anderen kommen aus Konstanz und Umgebung. „Die alten Menschen genießen die Aufmerksamkeit sehr. Die Schauspielerei belebt sie“, erklärt Hartmann. Auch die Angehörigen und Betreuer bestätigen, dass das Theaterspielen und die gleichberechtigte Arbeit mit Menschen anderer Altersgruppen den Senioren gut tut: bei Musik, Gesang, Sprech- und Improvisationsübungen bringen sie ihre Talente und Fähigkeiten voll zum Einsatz und überzeugen durch ein hohes Maß an Konzentration und Authentizität.

Bruchstücke aus Lebensgeschichten

In einer Vorbereitungsphase, die der konkreten Arbeit am Stück vorausging, kamen auch Angehörige und Betreuer der dementiell erkrankten Darsteller zu Wort. „Wir haben mit ihnen über die Lebensgeschichten gesprochen, über Alltagsrituale, die Sicherheit vermitteln, aber auch über Ängste und Schwierigkeiten, die durch die Krankheit entstehen“, erklärt Heinke Hartmann. Auch die Ergebnisse dieser Gespräche sind ins Stück eingeflossen.

Fiktive Schiffspassagiere leisten sich Gesellschaft

Die zentrale Handlung des Stückes lässt sich so umreißen: An Bord eines Schiffes kommen die Passagiere im Salon zusammen und leisten sich Gesellschaft beim Erinnern und Vergessen. Und während sie mit Singen, Rätseln, Reden und Schweigen die Zeit vertreiben, wiederholt sich, ganz nebenbei, das ewige Spiel des Lebens: zwei junge Menschen verlieben sich ineinander.

Ein Projekt – viele Unterstützer

Das Theaterprojekt findet in Kooperation mit dem Caritasverband Konstanz e.V., dem Kreisseniorenrat und dem Theater Konstanz statt und ist nur dank vieler Förderer möglich. Der Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg, der Kulturfonds der Stadt Konstanz, der Fonds Soziokultur der Kulturstiftung des Bundes sowie mehrere Caritas Stiftungen und Spenden finanzieren das Projekt. Günter Tomberg, Vorstand des Caritasverbands Konstanz e.V., Mit-Initiator und Förderer, liegt das Projekt besonders am Herzen: „Demenz ist für uns momentan ein wichtiges Thema. Daher schaffen wir in Konstanz auch das neue Haus Don Bosco für Demenzkranke.“ Mit dem Theaterprojekt möchte die Caritas das Thema Demenz nun verstärkt an die Öffentlichkeit bringen.

Die Akteure

Mit Fredis Feiertag, Elfriede Hodopp, Sara Mory, Monika Neuhaus, Martha Ruoss , Elke Sachs-Lettenewitsch, Marianne Sachs, Emma Schmocker, Caroline Schneider, Maria Schrodin, Ulrike Traub, Beatrice Weber, Margarete Zimmermann, Rolf Baur, Bernd Eberwein, Kurt Güldenpfennig, Georg Hohenester, Stefan Kreissig, Mario Müller, Martin Gotthard Schneider

Premiere am Samstag, 25. Juni 20 Uhr Stadttheater

Weitere Termine: 26., 29., 30., 05., 08., 09.06.2011 jeweils um 18.00 Uhr

Information und Reservierung unter 07531/900 150 oder theaterkasse@stadt.konstanz.de

Quelle: Information des Stadttehaters Konstanz

Foto: Stadttheater Konstanz Judith Schlosser

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