Erinnerung an Nacht in der Synagogen brannten: Mahnwache zum 9. November auch in Konstanz

Mahnwache und Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht – Initiative Stolpersteine lädt zum Polieren der Stolpersteine

Konstanz. Die Initiative Stolpersteine für Konstanz wird sich auch dieses Jahr am 9. November an einer zentralen bundesweiten Mahnwache zur Pogromnacht beteiligen. Bei der Mahnwache anlässlich der Pogromnacht wird aller Opfer des Nationalsozialistischen Regimes gedacht. Die Mahnwache soll ein Zeichen in Erinnerung an die Opfer setzen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung und jede Form von Rassismus. Am 10. November ist noch eine Gedenkveranstaltung im Wolkensteinsaal geplant.

Mahnwachen ab 18 Uhr

Bei der Mahnwache werden am 9. November in der Zeit von 18.00 bis 18.30 Uhr alle Stolpersteine in der Stadt geputzt und zum Gedenken wird an jedem Stein eine Kerze entzündet und eine Blume niedergelegt. Die Mahnwache steht unter dem Motto „Den Toten ehrendes Gedenken und Mahnung für heute!“. Weiterführende Informationen zur zentralen Mahnwache gibt es im Internet. In Konstanz hat Oberbürgermeister Uli Burchardt die Schirmherrschaft übernommen. Informationen zur Mahnwache in Konstanz  gibt es ebenfalls im Internet.

121 Stolpersteine in Konstanz

Da in Konstanz mittlerweile 121 Stolpersteine verlegt sind, hat die Initiative die Stadt in Bereiche aufgeteilt und für diese Bereiche Verantwortliche benannt. Mehr Infos gibt es auf der Website.

Veranstaltung zum Pogromgedenken

Anlässlich des Gedenkens an die Pogromnacht ist am 10. November ab 19.30 Uhr außerdem eine Gedenkveranstaltung mit Dr. Verena Buser geplant, die sich mit der Geschichte von Heinrich Demerer, der als Kind in NS-Konzentrationslagern war, beschäftigt hat. Die Erinnerungen von Heinrich (Heniek) Demerer, hatte die Historikerin und Soziologin Verena Buser 2007 durch Zufall im Bundesarchiv Ludwigsburg entdeckt. Sie sind ein seltenes Zeugnis über die Jahre der Verfolgung und die KZ-Haft, reflektiert mit dem Blick eines Kindes. 1943 ist Heinrich einer der jüngsten Häftlinge des Lagers Blechhammer, sein Vater Karl ist dort Lagerältester. Beide überleben bei Kriegsende mehrere Todesmärsche. Die Aufzeichnungen von Heinrich Demerer sind ein eindrückliches Zeugnis des Überlebens polnisch-jüdischer Kinder im Holocaust.

Über Verna Buser

Dr. Verena Buser war Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung und hat 2009 mit einer Arbeit über das Überleben von Kindern und Jugendlichen in den KZ Sachsenhausen, Auschwitz und Bergen-Belsen promoviert. Sie arbeitet als freiberufliche Historikerin in Berlin. Die Veranstaltung im Wolkensteinsaal, Kulturzentrum am Münster beginnt um 19.30 Uhr und dauert bis 21.00 Uhr. Organisiert wird sie in Zusammenarbeit mit der Deutsch Israelischen Gesellschaft (DIG) und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ).

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