Erster Teil der Kunst-Trilogie zeigt Raritäten mit Geschichte und Geschichten

Radolfzeller Ausstellung zeigt Kostbarkeiten aus Biedermeier und Historismus

Radolfzell (red) Die Kur- und Ferienstadt Radolfzell am Bodensee widmet sich im ersten Teil einer bedeutenden Kunstausstellungs-Trilogie dem 19. Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert war nicht nur politisch, sondern auch in Gesellschaft und Kultur eine außerordentlich bewegte Zeit.

Biedermeier trifft Historismus

Wichtige und dabei sehr gegensätzliche Epochen stellen neben dem Klassizismus das Biedermeier und der Historismus dar. Die Sonderausstellung „Triumphzug, Prunkgefäß und Plauderstündchen“ vom 7. Mai bis 26. September im Stadtmuseum zeigt faszinierende Beispiele dieser Epochen aus der bildenden Kunst und dem Kunsthandwerk. Den Kernbestand bilden zwei hochkarätige Privatsammlungen, die der Öffentlichkeit bisher nicht gezeigt wurden. Hinzu kommen in allen Ausstellungsbereichen Leihgaben von renommierten öffentlichen Sammlungen und Museen. Neben typischen Genrebildern von Carl Spitzweg sind auch außergewöhnliche Exponate aus der Goldschmiedekunst, aus Porzellan, Glas und Elfenbein zu sehen. Ein umfangreiches Begleit- und Führungsangebot machen den Besuch dieser exquisiten Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis.

Exponate aus bedeutenden Sammlungen

Der reich bebilderte Ausstellungs-Katalog zeigt unter anderen herausragende Kunstobjekte wie den Triumphzug von Kaiser Maximilian, der nach Vorlagen von Albrecht Dürer als Elfenbeinschnitzwerk in der Zeit um 1880 in Dresden entstanden ist. Zahlreiche Exponate stehen in besonderem Maße mit der Geschichte in Zusammenhang, bieten oftmals aber auch ganz individuelle Geschichten zu ihrer Entstehung oder Herkunft. Ein Beispiel hierfür ist ein bildhauerisch vorzüglich gearbeiteter Bronze-Wandbrunnen, der für die berühmte Hermesvilla der Kaiserin Sissi bestimmt war. Als typisch für die Zeit des Biedermeier gelten einige Genrebilder von Carl Spitzweg, die als Leihgaben aus den Kunstbeständen der Bundesrepublik oder aus Privatbesitz kommen. Das Gemälde „Das Plauderstündchen“ stammt aus einer Privatsammlung und wird ausschließlich in dieser Ausstellung zu sehen sein. Mehrere Exponate sind aus dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg und aus weiteren bedeutenden Sammlungen und Museen zu sehen.

Exkurs zu Carl Spitzweg und Victor von Scheffel

Die Ausstellung nimmt eine biedermeierliche Grundhaltung auf, zeigt Entwicklungen bis zum Ende des Historismus und widmet sich insbesondere Themenbereichen wie der Entwicklung der privaten Bürgerlichkeit. Auch Tendenzen wie die in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dominierende Rückbesinnung als Suche nach Identität finden hier ihren Ausdruck. Ein kleiner Exkurs gilt Carl Spitzweg und Victor von Scheffel, die von 1844 bis 1852 gemeinsam für die „Fliegenden Blätter“ in München tätig waren. Die facettenreiche Präsentation der Sonderausstellung lässt sich durch ein vielseitiges Führungsprogramm intensiv erleben. Hinzu kommen weitere Angebote wie beispielsweise Biedermeier-Modenschauen für Kinder sowie das attraktive Pauschalen-Rahmenprogramm für einen abwechslungsreichen Aufenthalt in der reizvollen Bodenseestadt.

Fortsetzung ab November

Der zweite Teil der Ausstellungs-Trilogie zeigt vom 27. November 2010 bis 27. März 2011 Kostbarkeiten aus kirchlichen Schatzkammern; der dritte Teil widmet sich im Frühjahr/Sommer 2011 den Höhepunkten süddeutscher Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert. Zur ersten Ausstellung „Triumphzug, Prunkgefäß und Plauderstündchen“ gibt es unter http://www.stadtmuseum-radolfzell.de fortlaufend aktuelle Informationen sowie den Ausstellungsflyer als Download.

Foto: S.R. Gnamm/Dieser kunstvolle Kerzenständer „Maria auf dem Schiff“ ist das Präsent einer spanischen Klostergemeinschaft für Papst Leo XIII. anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums um 1887. Er gehört zu den außergewöhnlichen Exponaten der Sonderausstellung „Triumphzug, Prunkgefäß und Plauderstündchen“, die ab dem 7. Mai 2010 in Radolfzell am Bodensee zu sehen ist.

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