Fasten macht (fast) glücklich

Von Aschermittwoch an 40 Tage Verzicht bis Ostern

Konstanz/Überlingen (wak) Nach der Fasnacht und der Fasnet kommt das Fasten. So langsam langt’s zum Glück auch den den Mäschgerle. Jetzt heißt’s Fasten statt Feiern und Fasten ist längst Lifestyle. Die Buchinger Klinik in Überlingen zählt zu den renommierten Fastenkliniken weltweit. Reiche und Schöne, Schauspieler und Wirtschaftsbosse nehmen sich hier eine Auszeit für Körper, Geist und Seele.

Fasten bis zur Osternacht oder auch nicht

Vom Schmotzigen Dunschtig bis zum Fasnetsdienstag haben es die Narren bunt getrieben und ausgelassen gefeiert. Seit Aschermittwoch aber ist alles anders: Das Häs hängt im Schrank. Jetzt ist erst einmal Schluss mit dem über die Stränge schlagen, der Verlärmung der Altstadt und auch mit der Völlerei und übermäßigem Alkoholkonsum. Für gläubige Katholiken ist die Zeit der Buße und des Verzichts angebrochen, die erst in der Osternacht endet.

Mönche behalfen sich mit nahrhaftem Bier

40 Tage lang fasten werden aber die wenigsten. 9 bis 15 Fastentage empfiehlt zum Beispiel die Klinik Buchinger bei einem zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalt. Selbst die Mönche ließen sich in ihren Klöstern so einiges einfallen, um die Tage bis Ostern nicht gänzlich ohne Nahrhaftes überstehen zu müssen: Fleisch war verboten, Fisch dagegen erlaubt. Die Gottesmänner brauten schon in früheren Zeiten nahrhaftes Bier und sie erfanden angeblich in einem südfranzösischen Kloster ein Fastengebäck, die Brezel. Inspirieren ließ sich der Brezelerfinder der Überlieferung nach von der Gebetshaltung seiner Mitbrüder: Er bildete mit dem Teig die zum Gebet gekreuzte Arme der Mönche nach.

Verzicht nicht mehr nur religiös motiviert

Heute ist fasten längst Lifestyle. Der Verzicht ist nicht unbedingt religiös motiviert. Fastende fliehen aus dem Alltagsstress und der Hektik. Die Enthaltsamkeit ist eine selbst gewählte Auszeit und soll Körper, Geist und Seele gut tun. Nichts essen kann jeder Gesunde – nur nicht gerade in einer besonders stressigen Lebensphase. Manche Fastende entscheiden sich für die Methode des österreichischen Arztes Franz Xaver Mayr und beschränken sich auf trockene Brötchen und Milch. Andere schwören auf die Schroth-Kur mit Trocken- und Trinktagen – am populärsten aber ist die Methode Otto Buchinger.

Promis fasten gern bei Buchinger in Überlingen

Die Überlinger Buchinger Klinik ist das Flaggschiff der Kliniken im Kneippheilbad Überlingen und zählt zu den renommiertesten am See. Die Gäste reisen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland an den Bodensee. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann war schon genauso da wie Literartur-Kritiker Helmuth Karasek, Film-Winnetou Pierre Brice, Mutter Beimer Marie-Luise Marjan aus der Lindenstraße oder „Emma“-Chefin Alice Schwarzer.

Anleitung zum Fasten

Die Promis checken in einem der sechs Häuser im parkähnlichen Klinikgelände über dem Überlinger See ein. Die exklusive Klinik ist auch ein bisschen Spa und der Swimmingpool das ganze Jahr über beheizt. Wer sich inspirieren lassen möchte, kann in Überlingen auf dem Otto-Buchinger-Weg direkt am Ufer des Sees entlang auf den Spuren des berühmten Artzes wandeln. Im Buch „Buchinger Heilfasten: Ein Erlebnis für Körper und Geist“ verrät Dr. Francoise Wilhelmi Toledo auch Anfängern alles übers Heilfasten.

Spirituelle Erfahrung

Die schöne Umgebung wenigstens haben die Überlinger schon einmal gratis. Wer verzichtet, macht auch eine spirituelle Erfahrung und gelangt zu einem tiefen Wohlgefühl. Die Seele profitiert. Fastende schlafen besser, erreichen einen Zustand tiefer Gelassenheit, der Blut- und Lymphkreislauf verbessert sich und sogar die Haut verjüngt sich.

Stress und Fasten – beides geht nicht gleichzeitig

Verzichten heißt nach der Methode Buchinger übrigens: pro Tag 1,5 bis 2 Liter Mineralwasser, Fruchtsäfte, Gemüsebrühe und Kräutertee mit Honig – mit insgesamt 250 kcal – zu trinken. Doch nicht nur der Verzicht auf Nahrung macht glücklich. Fastende brauchen Ruhe und Erholung, müssen Zeit für Sport und Massagen haben und sollten ihrem Chef deswegen am besten gleich eine E-Mail mit schicken und im mitteilen: Ich bin dann mal weg.

Lesetipp:

Magen leer, Seele high, Dr. Françoise Wilhelmi de Toledo und Hubert Hohler

zeigen in „Buchinger Heilfasten – Fastenratgeber” wie man erfolgreich – auch zu Hause – fastet. Ein Buch, das Sie während ihres Fastens und danach begleiten wird. Dabei erlaubt die Autorin Einblicke in ihre ganz persönlichen Fastenerfahrungen und öffnet gleichzeitig den Blick für die seelische Dimension des Fastens. Die köstlichen Rezepte von Hubert Hohler machen Lust auf die gesunden Genüsse „danach”. So inspirierend wie das Fasten selbst! Trias Verlag, 19,95 €

http://www.buchinger.com/

Fotos: Buchinger Klinik

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