Feinstaubelastung in Konstanz auf Großstadtniveau

Schweizer Messergebnisse 2011 veröffentlicht – Höchste Feinstaubwerte in Zürich und Konstanz/Kreuzlingen

Konstanz. Die Feinstaubwerte in Konstanz sind so hoch wie in Zürich. Das vermeldete die Schweizer Ostluft. Im vergangenen Jahr wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an an der Messstelle im Paradies an der Ecke Wallgutstraße/Zasiusstraße zwölf Mal überschritten. Die Nachricht von den Überschreitungen kommt in Konstanz zu einem passenden Zeitpunkt: Morgen Dienstag, 10. Januar, beschäftigt sich der Technische und Umwelt Ausschus des Konstanzer Gemeinderats unter anderem mit dem Masterplan Mobilität.

Höchste Werte in Ballungsräumen

In „grösseren Agglomerationen“ werde der Tagesmittel-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Lufthäufig überschritten, heißt es in einer Medienmitteilung von Ostluft, der Luftqualitätsüberwachung der Ostschweizer Kantone und Liechtensteins. Besorgniserregender als anderswo  ist die Zahl der Überschreitungen in Konstanz aber noch nicht: Der EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft darf in Deutschland an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Gemessen wird von den Schweizern auch die Feinstaubbelastung an der Konstanzer Messstation bei der Wallgutschule, wo der Grenzwert im vergangenen Jahr insgesamt zwölf Mal überschritten wurde.

Größte Belastung in Zürich und Konstanz

Die höchsten Tagesmittelwerte wurden von Ostluft in den grösseren Ballungsräumen wie Zürich oder Konstanz-Kreuzlingen gemessen. Die Messungen ergaben Überschreitungen des Grenzwertes um bis zu 50 Prozent und an bis zu 22 Tagen, teilte Ostluft mit. Die meisten Überschreitungen wurden in Zürich Schimmelstraße (22) und in Konstanz-Kreuzlingen (zwölf) sowie an einigen weiteren anderen Messstellen in Zürich gemessen.

Belastung im Winterhalbjahr am höchsten

Feinstaub-Partikel (PM10) enthalten, neben krebserregenden Russpartikeln aus Dieselmotoren und aus rauchenden Holzfeuerungen, auch bedeutende Anteile sogenannter SekundärAerosole. Letztere entstehen erst in der Luft aus gasförmigen Vorläuferschadstoffen. Übermässige PM10-Belastungen treten typischerweise im Winterhalbjahr auf, wenn Schadstoffe bei ungünstigen Ausbreitungsverhältnissen nur wenig verdünnt werden.

Kleine Partikel dringen bis in die Lunge

Feinstaub PM10 sind Partikel von höchstens 10 Mikrometer (μm) Durchmesser. Es handelt sich um ein komplexes Gemisch aus festen und flüssigen Teilchen mit unterschiedlicher Herkunft, Zusammensetzung und Wirkung. Gewisse Feinstaubbestandteile werden direkt als Partikel ausgestossen (z. B. Russ), andere bilden sich erst in der Luft aus gasförmigen Vorläufersubstanzen.

Gesundheitliche Auswirkungen

Feinstaub PM10 kann gesundheitliche Auswirkungen haben. Zahlreiche Studien belegen laut Wikipedia  den Zusammenhang zwischen der Feinstaubbelastung und Atemwegserkrankungen, Herz-/Kreislaufkrankheiten, Krebserkrankungen und Todesfällen. Zu den Auswirkungen gehören die Verstärkung von Allergiesymptomen, die Zunahme von asthmatischen Anfällen, Atemwegsbeschwerden und Lungenkrebs sowie ein gesteigertes Risiko von Mittelohrentzündungen bei Kindern. Daneben werden auch Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt) angenommen. Das Ausmaß der Auswirkung von Partikeln auf die Atemwege hängt, neben der Toxizität der Partikel u. a. Blei, Vanadium, Beryllium und Quecksilber, auch von der Größe der Partikel ab: je kleiner ein Partikel ist, desto tiefer kann es in die Lunge eindringen. Feinstaub PM10 erreicht teilweise die Lunge, da die Filterwirkung des Nasen-Rachenraumes für feine Partikel mit weniger als 10 Mikrometer Durchmesser nicht ausreicht.

Über Ostluft

Ostluft ist die gemeinsame Luftqualitätsüberwachung der Ostschweizer Kantone AI, AR, GL, SG, SH, TG und ZH, des Fürstentums Liechtenstein sowie Teilen des Kantons GR. Das Ostluft-Messnetz umfasst derzeit 19 kontinuierlich messende Stationen.

Feinstaub auch im Rheintal

Betroffen von hohen Feinstaubbelastungen sind aber nicht nur Ballungszentren, sondern zum Beispiel auch das Rheintal. Oftmals hängt tagelang anhaltende Nebel über dem gesamten Rheintal. Die Region ist sowohl an das schweizerische (A13) und österreichische Autobahnnetz (A14), sowie im Anschluss an die A14, an das deutsche Autobahnnetz angebunden. Transitverkehr, Ziel- und Quellverkehr sowie der Urlauberverkehr bereiten allerdings zunehmend Schwierigkeiten (Feinstaubbelastung). In vielen deutschen Ballungszentren gelten wegen des Feinstaubs Fahrverbote. Autos ohne Umweltplakette/Feinstaubplakette müssen draußen bleiben. In Konstanz gibt es keine Umweltzone.

 

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.