Fliegt auch der deutsche Rettungsheli bald nachts?

FDP-Abgeordneter Wetzel erkämpft Erfolg bei Hubschraubereinsatz – Wenn Notfallpatient in Fachklinik muss

Bodenseekreis. Nach zweijährigem hartnäckigem Einsatz für den nächtlichen Einsatz von Rettungshubschraubern in Baden-Württemberg hat der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel einen ersten wichtigen Erfolg errungen: Der Ausbau eines der drei Intensivhubschrauberstandorte in Baden-Württemberg in einen 24-Stunden-Standort soll nun ins Auge gefasst werden.

Sozialministerium prüft

Das Sozialministerium beauftragte die Krankenkassen, einen solchen Ausbau „modellhaft“ zu überprüfen. Die Anregung dazu hätte ein Gespräch mit der FDP-Fraktion im Juni gegeben, das auf Initiative Wetzels zustande gekommen war. Dies teilte nun Dieter Hillebrand, Staatssekretär im Sozialministerium, Wetzel persönlich mit. Eine „entsprechende Vorabstimmung mit der DRF-Stiftung Luftrettung“, was einen eventuellen Ausbau angehe, habe das Sozialministerium bereits unternommen. Die drei Intensivhubschrauberstandorte sind Mannheim, Freiburg und Pattonville bei Stuttgart.

Süden wird von Schweizer REGA mitversorgt

Die DRF selbst hat laut Hillebrand bereits „erste konzeptionelle Überlegungen angestellt“ und tendiere zu einem Standort im mittleren oder nördlichen Teil Baden-Württembergs, da der Süden von der Schweizer Rettungsflugwacht REGA mitversorgt werde. Wetzel allerdings will sich damit nicht zufrieden geben. „Wir können uns nicht allein auf die Schweizer verlassen.“ Man müsste seiner Ansicht alle drei bisherigen Standorte ausbauen und möglichst noch Friedrichshafen dazu nehmen, damit in Baden-Württemberg auch nachts eine flächendeckende Luftrettung gewährleistet sei. Wetzel weiter: „Jetzt sind die Krankenkassen gefragt, die müssen sich bewegen. Sie können sich nicht um die nächtliche Luftrettung drücken, nur um Kosten zu sparen. Schließlich geht es um Menschenleben.“

Abgeordneter sorgte für bundesweites Aufsehen

Wetzel hat mit seinem Kampf gegen das Nachtflugverbot, das bis dato für Baden-Württembergs Rettungshubschrauber gilt, bundesweit für Aufsehen gesorgt. Anders als etwa in der Schweiz oder auch in Bayern, dürfen in Baden-Württemberg Rettungshubschrauber nur tagsüber starten und landen, da sie nicht mit den erforderlichen Nachtsichtgeräten ausgestattet sind. Bei mehrfachen Gesprächen, die Wetzel mit dem Sozialministerium führte, hatte dieses behauptet, dass die Primärrettung auch ohne nachts fliegende Hubschrauber gewährleistet sei. Es sei nämlich so, dass die bodengebundene Notfallrettung ausreiche und auch keine Zeitnachteile mit sich bringe, was „die Notarztzulieferung an die Unfallstelle und den raschen Transport des Notfallpatienten in das nächstgelegene geeignete Krankenhaus“ angehe. Wetzel hatte aber damals bereits betont: „Allerdings ist der nächtliche Einsatz von Rettungshubschraubern notwendig, wenn Patienten aus dringenden medizinischen Gründen zum Beispiel von einem Grund- und Regelversorgungskrankenhaus über eine größere Distanz in eine Fachklinik verlegt werden müssen.“

Nun scheinen Wetzels Bemühungen auch bei den zuständigen Stellen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein.

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