Freie Grüne Liste will Busnetz und Buslinien in Konstanz neu ordnen

Konstanzer Stadtbus

Konstanzer StadtbusKonstanz. Die Freie Grüne Liste (FGL) will das Konstanzer Busnetz umkrempeln und die Linien neu durch die Stadt führen. Betreffen könnte das alle Busnutzer. Möglicherweise wäre häufigeres Umsteigen nötig, weil Busse nicht mehr direkt zum Ziel zum Beispiel in der Innenstadt durchfahren. Die Stadtwerke sind eher skeptisch. Am Donnerstag beschäftigen sich die Konstanzer Räte mit dem Thema.

Neue Wohngebiete und Sportstätten schlecht erreichbar

Die Freie Grüne Liste meint, mit dem Umbau des Bahnhofsplatzes müssten auch die Linien optimiert werden. Nur so lasse sich die Attraktivität des Bussystems erhöhen. Viele Studierende, neue Wohngebiete und neue Arbeitsstätten machten eine Anpassung der Buslinien an die neuen Bedürfnisse nötig. So bemängelt die FGL in ihrem Antrag, den Anne Mühlhäuser und Fraktionssprecherin Charlotte Biskup unterzeichnet haben, dass zum Beispiel das neue Wohngebiet Petershauser Bahnhof nur sehr schlecht angebunden sei. Mangelhaft sei zudem die Erreichbarkeit der Schänzle Halle, wo Zweitligaspiele ausgetragen werden, und des Sportplatzes beim Schänzle sowie die Sportanlagen Schwaketen.

Stadtwerke reagieren zögerlich

Die Konstanzer Stadtwerke sehen den Vorstoß offenbar nicht mit großer Begeisterung. Sie halten eine Neuordnung für kompliziert. Der Omnibusbetrieb hielte vorab eins Konzept für nötig, ruft nach externen Planern und erklärt, dass eine Umstellung finanziert werden müsste. Zudem fehle es zunächst an Busspuren. Weiter als 300 oder 400 Meter wohne in Konstanz kaum jemand von einer Bushaltestelle entfernt.

Thema im Ratssaal

In seiner Sitzung am Donnerstag wird sich erstmals auch der Konstanzer Gemeinderat mit dem Thema befassen. Die Sitzung beginnt am Donnerstag, 28, Februar um 16 Uhr. Die Busse stehen unter dem Tagesordnungspunkt 17.

Foto: Pressefoto Stadtwerke Konstanz

Ein Kommentar to “Freie Grüne Liste will Busnetz und Buslinien in Konstanz neu ordnen”

  1. Erklärung des Fahrgastbeirats im Landkreis Konstanz zum Stadtbusverkehr in Konstanz
    Der Fahrgastbeirat begrüßt alle Bemühungen, bisher nicht erschlossene Stadtteile von Konstanz besser durch den städtischen Busverkehr zu erschließen. Dies darf jedoch auf keinen Fall zu Lasten der bestehenden Direktverbindungen aus den Stadtteilen in das Konstanzer Zentrum geschehen. Der Fahrgastbeirat hat von Anfang an die Begegnungszone auf dem Bahnhofplatz in Konstanz begrüßt, jedoch unter der Voraussetzung, dass der bestehende direkte Busverkehr ins Zentrum erhalten bleibt.
    Zu den großen Vorzügen des Konstanzer Busnetzes gehören die vielen Direktverbindungen in die City. Gerade die am wenigsten mobilen Nutzer des ÖPNV, z. B. Eltern mit Kleinkindern im Kinderwagen, Gehbehinderte jeder Altersgruppe und die im Zuge der demographischen Entwicklung zunehmende Zahl alter Menschen, benötigen möglichst viele Direktverbindungen. Der Fahrgastbeirat lehnt daher neue Umsteigezwänge im Busnetz ab. Erfahrungsgemäß führen Umsteigezwänge zu Fahrgast- und damit auch Einnahmeverlusten.
    Wir halten die Position der Stadtwerke, wie sie in den Äußerungen von Herr Kuno Werner und von Herrn Stöhr zum Ausdruck kommt, für richtig (Südkurier Nr. 49 K vom 27. Februar 2013, S. 21).
    Vorrangig erscheint uns, die Behinderungen des Busverkehrs durch den motorisierten Individualverkehr zu minimieren, insbesondere durch die Errichtung weiterer Busspuren.
    Vordringlich erscheint uns darüber hinaus, endlich den Haltepunkt Sternenplatz zu errichten; durch den dort zu erwartenden lebhaften Umsteigeverkehr könnten der Bahnhof Konstanz und der Bahnhofplatz, also auch die Begegnungszone, entlastet werden.
    Hanspeter Hafen, Henrich Tiessen
    Sprecher des Fahrgastbeirats
    P.S.: Dieser Erklärung schließt sich auch der „Sozialverband VdK – Ortsverband Konstanz“ an.

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