Freies WLAN für Konstanz kommt: Startzeitpunkt noch unklar

WLAN bem KaffeeKonstanz. Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hat sich gestern einstimmig für einen freien Internetzugang über WLAN in Konstanz entschieden. Das ist die gute Nachricht. Wie lange es dauert, bis die Konstanzer tatsächlich zum Beispiel auf der Marktstätte in der Sonne sitzen, einen Capucchino trinken und online gehen können, steht aber noch nicht fest. Die Gemeinderat hat die Stadtverwaltung am Donnerstag erst einmal damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Über das muss der Gemeinderat in einer weiteren Sitzung dann endgültig entscheiden. Ob das schon in der nächsten oder übernächsten Sitzung sein kann, steht nicht fest. Das ist die zweite und weniger erfreuliche Nachricht für alle, die dachten, dass es mit dem freien WLAN ganz schnell gehen könnte.

SPD-Stadtrat beantragte freies WLAN

Beantragt hatte das freie WLAN für Konstanz Bernd Sonneck, der im vergangenen Jahr in die SPD-Gemeinderatsfraktion nachgerückt war. Der Stadtrat erklärt auf seinem Blog: „Freier Internetzugang dient der Daseinsvorsorge, freier Zugang zu Information ist ein Menschenrecht, denn Transparenz ist Grundlage stabiler Verhältnisse jeder demokratischen Gesellschaft.“

Für die Jugend und für die Gäste

Der Stadtrat stellt klar für wen er freies WLAN möchte: „16,9 Prozent unserer Wohnbevölkerung sind unter 20 Jahre alt, das sind mehr als 14.000 Einwohner. Über 8.000 SchülerInnen gehen in 24 Schulen.“ Nahezu 17.000 Menschen lernen zwei Hochschulen, darunter auch internationalen Hochschulangehörige. Weiter rechnet Bernd Sonneck vor: „Mit Einpendlern arbeiten über 28.000 Beschäftigte in mehr als 4.100 Betrieben. Konstanz zählt über 650.000 Übernachtungsgäste; unzählige Tagestouristen steigern den Bekanntheitsgrad und die Attraktivität der Stadt, gerade in den nächsten fünf Jahren des Konzil-Jubiläums; selbstverständlich auch mit Smartphones und Tablets, via Whatsapp, Mail, Messengern, Facebook, Foursquare, Twitter, Skype, Blogs.“

Freies WLAN nicht nur Spielerei

Für Bernd Sonneck steht fest: „Freier Internetzugang via WLAN ist Daseinsvorsorge und trägt zur Markenbildung einer weltoffenen, liberalen, wirtschafts- und wissenschaftsfreundlichen Stadt bei. Wir werden damit unser Investitionsklima stärken, das den Verbleib von Arbeitskräften und Unternehmen in der Stadt unterstützt und Neugründungen und Neuansiedlungen von Unternehmen fördert.“

Das sagt die Stadt

Walter Rügert, Sprecher der Stadt Konstanz, erklärte, Konstanz werde sich zunächst in anderen Städten, die bereits freies WLAN eingerichtet haben und auch über mögliche Betreibermodelle informieren. Ob es einen freien Zugang zum Internet in Konstanz flächendeckend oder zunächst nur in einzelnen Bereichen gibt, sei Teil der Konzepts, das die Stadt nun erarbeitet. Klar sein müsse, wohin die Stadt will. Wann die Verwaltung dem Gemeinderat das Konzept zur Umsetzung des freien WLAN vorlegt, stehe noch nicht fest.

Das sagt SPD-Mann Bernd Sonneck

Bernd Sonneck hat sich die nächsten Schritte schon überlegt: Er schreibt auf seinem Blog: „Wir wollen jetzt wissen: 1. Wer wird das Netz betreiben, betreuen, abrechnen? – Hoffentlich eine externe Betreibergesellschaft! 2. Wie können sich die Stadtwerke Konstanz einbringen? – Mit ihrem Glasfasernetz, mit ihren Bussen, mit ihren Haltestellen und mit ihrem Know How! 3. Welcher Zeitplan und welche Ausbaustufen sind denkbar? – Wirtschaftsförderer Friedhelm Schaal sagt, im April werden wir so weit sein!“

WLAN im öffentlichen Raum

Bernd Sonneck erklärt: „Wir sagen: In der ersten Ausbaustufe sollten der Bahnhofsvorplatz, die Marktstätte, der Hafen mit freiem WLAN versorgt werden, im nächsten Schritt beispielsweise der Zähringerplatz. Wenn wir sagen, die Versorgung muss flächendeckend sein, dann meinen wir den öffentlichen Raum: Zuerst die wichtigen Straßen und Plätze, Busbetriebe, Fähren, Schiffsbetriebe; die städtischen Ämter, Behörden und Eigenbetriebe, die Hochschulen und Unternehmen der freien Wirtschaft, natürlich Beherbergungsbetriebe und Gastronomie. Denn 3G sendet mit bis zu zwei Watt, WLAN aber nur mit unbedenklichen 100 mW.“

Hier geht es zum Blog von SPD-Stadtrat Bernd Sonneck

5 Kommentare to “Freies WLAN für Konstanz kommt: Startzeitpunkt noch unklar”

  1. Detlev Küntzel
    1. Februar 2014 at 10:44 #

    Die Ausführungen von Hr. Sonneck beeindrucken, weil er seine Denkweisen an Projekt-Manager mit Berufserfahrung erinnern.
    Und dann noch als Krönung noch das Zahlenmaterial !!!
    Mehr würde ich gar nicht an „Bürgerbeteiligung“ oder „Transparenz“ wünschen. Leider gibt es auf Wahlplakaten nicht soviel Platz.

    Ein paar Links zu „Pforzheim“ (badisch!!!) + „WLAN“ + „Hotspot“

    http://www.ws-pforzheim.de/tourismusmarketing/projekte-des-tourismusmarketings/aktuelle-highlights-und-projekte.html

    http://www.computerwoche.de/a/freies-wlan-fuer-pforzheim,2545640

    http://winfuture.de/news,77732.html

    http://www.n-tv.de/technik/Pforzheim-rollt-grosses-WLAN-Netz-aus-article11301611.html

    Konstanz ist wirklich international geworden: nicht nur wegen den CH-Nachbarn und den diverseb Dialekten in Süddeutschland. Man staunt über Großstädtler aus dem Norden (z.B. Hamburg, Berlin), die den Weg zu „Deutschlands letztem Zipfele“ finden. Hohna Roh.“

  2. Timo
    1. Februar 2014 at 13:49 #

    Bei dieser Aussage „1. Wer wird das Netz betreiben, betreuen, abrechnen? – Hoffentlich eine externe Betreibergesellschaft!“ läuft es mir kalt den Rücken herunter.
    Mit einer solchen Gesellschaft muss man sehr genau klären, wie man das Netz haben will, sonst wird das nur wieder ein verkrüppeltes Netz, das nichts ermöglicht.

    Es soll ein freies WLAN sein, das bedeutet auch, dass man es direkt benutzen kann, ohne sich vorher irgendwo zu registrieren oder einzuloggen, ohne dass bestimmte Ports gesperrt sind (=bestimmte Dienste wie Skype, Messenger, beliebige Netzwerkanwendungen nicht funktionieren) und so, dass man eine einigermaßen passable Geschwindigkeit hat und kein Zeit- oder Volumenlimit.

    Ich bin sehr skeptisch, dass eine externe Betreibergesellschaft so etwas hinbekommen kann, diese sind doch meist auf solche Hotspot-Modelle wie der T-Online Hotspot o.ä. spezialisiert und versuchen eher, verknapptes und eingeschränktes WLan bereitzustellen.
    Eine von der Stadt eingerichtete Stelle, die eben die Interessen der Bürger (s.o. Anforderungen an das Netz) im Blick hat und dann mit einigen Netzwerkprofis aus der Freifunk-Community zusammenarbeitet, würde mir vielversprechender wirken.

  3. Dr. Joachim Kremer
    6. Februar 2014 at 20:42 #

    dümmer geht’s nicht mehr – jedenfalls werden es die Schüler durch Wlan !

    und der Oberbürgermeister weiss dazu bestens Bescheid

    http://www.maes.de/9%20WLAN/maes.de%20ZITATE%20WLAN.PDF

  4. Dr. Joachim Kremer
    7. Februar 2014 at 17:32 #

    die Karten liegen schon lange auf dem Tisch
    aber noch gilt das Motto – es kann nicht sein, was nicht sein darf

    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/mobilfunkstrahlung-ia.html

  5. Thomas Rahner
    8. Juni 2014 at 15:34 #

    gibt es Neuigkeiten?

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