Frickingen beteiligt sich am Stadtwerk am See

Baden-Württemberg schaut in den Bodenseekreis – Zwei zufriedene Oberbürgermeister am See

Frickingen. Das Stadtwerk am See hat alles richtig gemacht. Die Gemeinde Frickingen am Bodensee tritt der Stadtwerk am See GmbH & Co. KG bei. Das entschied der Gemeinderat. Frickingen ist damit die erste Kommune, die das Beteiligungsangebot des neuen Stadtwerks annimmt, das erst kürzlich aus dem Zusammenschluss der Stadtwerke Überlingen und der Technischen Werke Friedrichshafen entstanden ist. Frickingens Bürgermeister Joachim Böttinger sieht für seine Gemeinde „ein neues Zeitalter im wirtschaftlichen Handeln“ anbrechen: „Das ist eine zukunftsorientierte Beteiligung an einem regionalen Stadtwerk.“ Das teilte das Stadtwerk am See mit.

Einzigartiges Modell im Land

Die Beteiligung schlägt auch in der baden-württembergischen Energielandschaft Wellen. Denn Frickingen ist mit der Beteiligung Pionier: „Dass sich eine kleine Gemeinde mit den weiteren Gesellschaftern Überlingen und Friedrichshafen an einem mittelgroßen Stadtwerk beteiligen kann, das ist einmalig im Land“, betont Stadtwerk am See-Geschäftsführer Alfred Müllner die Bedeutung der Beteiligung. Frickingen habe jetzt ein „eigenes Stadtwerk, kann gestalten, mitreden und verdient gutes Geld.“

Weitere Gemeinden können folgen

Wenn es nach den Verantwortlichen des Stadtwerks am See geht, sollen bald weitere Gemeinden dem Frickinger Beispiel folgen. Denn das Angebot gilt auch weiterhin für alle Kommunen der Region. Im Modell des Stadtwerks am See ist die Beteiligung von Kommunen ausdrücklich erwünscht. Das geschieht über die „SWSee Beteiligungsgesellschaft“, an der die Kommunen Anteile erwerben können. Diese Beteiligungsgesellschaft wiederum hält zehn Prozent Anteile am Stadtwerk am See. Die Gemeinden erhalten somit eine mittelbare Beteiligung an einem erfahrenen Energieversorger vor Ort.

Beteiligung: unter zwei Prozent

Frickingens Anteil am gesamten Stadtwerks-Kapital ist zwar mit unter einem Prozent auf den ersten Blick gering. „Doch wir haben ein sehr gutes Verhandlungsergebnis für unsere Gemeinde erzielt – die mögliche Wertschöpfung, die Mitwirkungschancen, die ökologische Ausrichtung und die Bürgereinbindung haben uns überzeugt“, so Böttinger. Ein Vertreter der Gemeinde nimmt zukünftig an den Aufsichtsratssitzungen des Stadtwerks am See teil. Und natürlich wird das Stadtwerk die Belange seiner Gesellschafter berücksichtigen, wie gering die Anteile auch sein mögen. „Das Stadtwerk am See ist ein Bürgerunternehmen für die gesamte Bodensee-Region und wird sich auch am Nutzen für die Gemeinde Frickingen ausrichten“, formuliert es Klaus Eder, neben Alfred Müllner Geschäftsführer des Stadtwerks am See. „Die Städte Friedrichshafen und Überlingen haben mit der Gründung des regionalen Stadtwerks am See den ersten Schritt gemacht, Frickingen hat die Chance ergriffen. Die Beteiligung der Kommunen ist damit kein Feigenblatt, sondern eine logische Konsequenz unserer Ausrichtung“, ergänzt Müllner.

OB Brand: Modell hochattraktiv

Einen „zentralen Bestandteil unserer Strategie“ nennt es auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand: „Für uns ist die Frickinger Entscheidung der Durchbruch und der Beweis, dass unser Modell hochattraktiv ist.“ Die Bodenseeregion müsse zusammenhalten, um Zukunftsaufgaben wie leistungsfähige Energienetze, sichere Wasserversorgung und superschnelle Glasfasernetze zu lösen, so der OB.

OB Becker: Kommunale Verantwortung

Auch Sabine Becker, Überlinger Oberbürgermeisterin und Aufsichtsrats-Vorsitzende des Stadtwerks am See, sieht die Idee des Stadtwerks am See bestätigt: „Regionale Verantwortung und Nähe zum Bürger sind uns wichtig. Die Entscheidung zeigt, dass das auch in den Kommunen so gesehen wird.“ Man sei mit den Kommunen intensiv im Gespräch und wisse, dass auch andere darüber nachdenken, eine Beteiligung am neuen Stadtwerk einzugehen. Umso mehr freue man sich über dieses „Startsignal“ durch die Frickinger Gemeinderäte. Denn: „Natürlich sind alle anderen Städte und Gemeinden der Region ebenfalls eingeladen sich zu beteiligen und so den regionalen Verbund zu stärken.“

Grafik: Stadtwerk am See

 

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