Friedrichshafen begeht am Freitag Holocaust-Gedenktag

Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus spricht OB Brand – KZ-Häftlinge in Friedrichshafen beschäftigt

Friedrichshafen. Der Friedrichshafener Oberbürgermeister Andreas Brand und das Bündnis „Friedrichshafen für Toleranz und Demokratie“ laden die Bürgerinnen und Bürger zur Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus am Freitag, 27. Januar, auf den Fridolin-Endraß-Platz ein. Beginn der Veranstaltung ist 18 Uhr.

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Am Freitag, 27. Januar, jährt sich zum 67. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus treffen sich Vertreter der Stadt Friedrichshafen und des Bündnisses „Friedrichshafen für Toleranz und Demokratie“ auf dem Fridolin-Endraß-Platz. Als Vertreter des Bündnisses „Friedrichshafen für Toleranz und Demokratie“ wird Bernd Fuchs sprechen. Anschließend wird Oberbürgermeister Brand in seiner Rede an die Geschehnisse erinnern. Das Schlusswort spricht als Vertreterin der Gewerkschaften, Lilo Rademacher. Umrahmt wird die Gedenkstunde vom Trompetentrio der Musikschule Friedrichshafen. Zu der Gedenkfeier sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

KZ-Außenlager in Friedrichshafen

Auschwitz ist für viele das Synonym für den Massenmord der Nazis an den europäischen Juden. Deshalb wurde auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog dieser Tag zum „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ ausgerufen. Seit 1999 gedenken die Bürgerinnen und Bürger in Friedrichshafen alljährlich der Opfer des Nationalsozialismus – auf dem Platz, der nach einem Friedrichshafener Widerstandskämpfer benannt wurde: Fridolin Endraß. Während der Naziherrschaft waren Zwangsarbeiter und KZ-Häftlingen in Friedrichshafen beschäftigt. Das KZ-Außenlager Friedrichshafen des Konzentrationslagers Dachau bestand vom 22. Juni 1943 bis zum 26. September 1944 in Friedrichshafen. Die vermutlich bis zu 1200 Häftlinge des Außenlagers produzierten Einzelteile des Aggregats 4; eine Rakete, die unter der Propagandabezeichnung „Vergeltungswaffe 2“ bekannt wurde. Ausführlich ist das bei Wikipedia  nachzulesen. Viele der KZ-Häftlinge kamen zu Tode. Die Benennung des Platzes nach Fridolin Endraß war in Friedrichshafen zunächst umstritten. Der damalige Oberbürgermeister verweigerte sich – die Bürger setzen sich aber durch.

Ein Kommentar to “Friedrichshafen begeht am Freitag Holocaust-Gedenktag”

  1. dk
    25. Januar 2012 at 14:04 #

    Bei diesem Anlass könnte man auch an die äusserst positive Entwicklung der dt. Polizei vom Kaiserreich bis heute erinnern.
    In der NS-Zeit hätte ich nicht unbedingt Polizist in bestimmten Einheiten werden wollen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Polizei_%28Deutschland%29#Polizei_im_Nationalsozialismus_1933.E2.80.931945

    http://einestages.spiegel.de/static/image_without_story/3150/was_machten_angehoerige_der_polizei_1941_in_russland.html

    Vor einigen Tagen kam gegen Mitternacht eine TV-Sendung über ein Massengrab, das für Wehrmacht, Sonderkommandos der SS und Polizei-Batallione belastend war. Die Wehrmacht hat bei der „Logistik“ unterstützt und ihre Aufgabe mit den Worten „schiessen müsst ihr selbst“ abgeschlossen.

    Sicher hatte nicht jede WM-Einheit Zeit für solche Aufgaben, da die Ziele in einem sehr ergeizigen Eroberungskrieg selbst unter hohen Zeitdruck verfolgt wurden. Eine Schuld oder Unschuld bei diesen Verbrechen dürfte pauschal ziemlich schwierig sein.
    Bei aller heutigen Aussöhnung (sofern überhaupt geschehen) blieb in Erinnerung, dass die jüdische Bevölkerung den „kultivierten Deutschen“ solches nicht zugetraut haben und völlig ahnungslos waren. Die Erschiessung von 30.000 Menschen an 2 Tagen wurde als Erfolg nach Berlin gemeldet; man stand im „Wettbewerb“ mit anderen Ost-Regionen.

    http://www.radiobremen.de/wissen/bremerpolizeibataillone102.html

    http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/bremerpolizeibataillone104.html

    Bei Google gibt es noch mehr: „polizei weltkrieg“ als Suche

    Als nachfolgende Generation hat man keine Schuldgefühle, ist jetzt aber dankbar, dass man eine solche Generation ist und auch von der BRD in die DDR reisen durfte.
    Das Gefühl ist schon komisch, wenn man als Deutscher keine spontane Mitmenschlichkeit erwarten darf, sondern eher ein vorsichtiges Abtasten. Das Lebensgefühl wurde durch 30 min verändert. Europa ist nicht nur ein „wirtschaftliches Projekt“.

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