Friedrichshafener SPD-Abgeordneter Norbert Zeller: Nach Regierungswechsel Gemeinschaftsschule

SPD verspricht zehntes Schuljahr für alle – Schulen in kleinen Orten sollen nicht sterben

Bodenseekreis. Bei Umfragen dümpelt die SPD sechs Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg in Umfragen nur bei knapp über 20 Prozent. Trotzdem hofft sie auf einen Regierungswechsel mit Hilfe der Grünen. Der SPD-Landtagsabgeordnete aus dem Bodenseekreis, Norbert Zeller, kündigte für diesen Fall einen radikalen Kurswechsel in der Bildungspolitik an.

Eine Perspektive auch für Meersburger Schule

Die SPD-Landtagsfraktion wolle bei einer Regierungsübernahme in allen weiterführenden Schulen des Landes bis zum Jahr 2016 ein zehntes Schuljahr einführen, wenn die Eltern und Schulträger es wollen. Dort sollten sowohl der Hauptschul- als auch der Realschulabschluss angeboten werden. „Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, dass für alle Kommunen ab 5000 Einwohnern eine weiterführende Schule auch bei weiterem Schülerrückgang gesichert ist“, sagte Norbert Zeller, Bildungspolitiker der SPD. Damit hätte zum Beispiel die Schule in Langenargen oder Meersburg eine klare Zukunftsperspektive. „Die Eltern und Schulträger sollen ihre pädagogischen Konzepte und Vorstellungen an den Schulen vor Ort endlich umsetzen können“, erklärt Norbert Zeller. „Während die Landesregierung die Initiativen von unten strikt ablehnt und die Bürger abwatscht, wollen wir pragmatische Lösungen“ sagte Zeller.

SPD will längeres gemeinsames Lernen

Die pädagogische Richtschnur ist für die SPD klar: individuelle Förderung und längeres gemeinsames Lernen. Sie wolle eine neue Lehr- und Lernkultur erreichen, um wirklich allen Schülern einen qualitätsvollen Abschluss an allen weiterführenden Schulen zu ermöglichen. „Die Gesellschaft kann es sich nicht mehr leisten, die Zukunft der vieler jungen Leute aufs Spiel zu setzen“, erklärt Norbert Zeller. „Es ist für alle Beteiligten wichtig, dass die jungen Leute nach der Schule nicht mehr in Warteschleifen geschickt werden oder auf der Straße stehen“, sagt Zeller.

Zehntes Schuljahr für alle Schüler

Ein zehntes Schuljahr mit dem wahlweisen Abschluss von Haupt- und Realschule solle es den Schülern ermöglichen, je nach Fähigkeiten und mit individueller Förderung voranzukommen. Die SPD wolle deshalb die heutigen Haupt- und Werkrealschulen in eine solche Gemeinschaftsschule umbauen. Ziel sei es, dass an jeder weiterführenden Schulart alle Abschlüsse absolviert werden könnten. Zudem wolle die SPD erreichen, dass die Klassengröße an Gemeinschaftsschulen auf 25 verringert werde. Im Anschluss an die zehnjährige Gemeinschaftsschule bestünden Übergangsmöglichkeiten ans Gymnasium, so der Landtagsabgeordnete aus dem Bodenseekreis.

Ein Kommentar to “Friedrichshafener SPD-Abgeordneter Norbert Zeller: Nach Regierungswechsel Gemeinschaftsschule”

  1. sparring
    17. September 2010 at 22:43 #

    Der Trend in Deutschland geht in Richtung höherer Schul-
    bildung. Notwendigerweise. D.h. die SPD hat schlechte Karten mit ihrem geplanten radikalen Wechsel in der Bildungspolitik. Sie bleibt letztlich selbst auf Hauptschulniveau hängen, – gute Nacht liebe kleine Volkspartei.

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