Friedrichshafener ZU präsentiert Daily: Das neue digitale Schaufenster für Forschung

Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität Friedrichshafen hat eine News-Portal online gestellt. „ZU|Daily“ soll das neue digitale Schaufenster für Forschung und forschungsbasierte Projekte der Zeppelin Universität werden. Der Anspruch lautet: Wissenschaft selbst vermitteln, statt es den Medien zu überlassen.

Steckbrief „ZU|Daily“

Der neue Auftritt ist attraktiv. Das Portal wirkt aufgeräumt. Auf der Startseite stehen Titel, prägnante, kurze Leads und Fotos sind als Hingucker sehr gut platziert. Beim Weiterklicken und Lesen einzelner Beiträge zeigt sich, dass Usability beim Screen Design eine sehr entscheidende Rolle spielte. Die Spalten sind fix und die Schrift auf hellem Hintergrund lässt sich angenehm lesen. Auf dem News-Portal finden sich Beiträge zu ganz unterschiedlichen, gesellschaftlich relevanten Themen wie „Stadttheater als Thinktank der Gesellschaft“ oder auch „Geschichten sollen politische Kommunikation wachküssen“. Wer die Beiträge von ZU|Daily im Web, sei es über den Nachrichtendienst Twitter oder Social Media weiterverbreiten will, kann das mit einem Klick tun, was aber selbstverständlich ist.

Kommunikation in beide Richtungen

Der Anspruch ist gewaltig: Unter www.zu-daily.de stellt die ZU Inhalte tagesaktuell online, kündigte die ZU an. Das ist auch eine Fleißarbeit. Die Hochschule verpflichte sich multidisziplinär zusammenzuarbeiten und kooperiere mit universitären sowie außeruniversitären Institutionen, heißt es in einer Mitteilung. Der Infokanal ist in beiden Richtungen geöffnet: „Und was ZU-Forscher dabei über die Gesellschaft herausfinden, soll dort auch wirken“, heißt es. „Genauso sollen Fragen aus der Gesellschaft zu den Forschern kommen. ZU|Daily bietet für beides eine Plattform“, verspricht die ZU.

Das Team

Für tagesaktuellen, frischen Inhalt sorge ein Team von studentischen Redakteuren unter journalistischer Leitung. In den Formaten Text, Video, Audio und Fotografie wollen sie Forschungsergebnisse dokumentieren, von ZU-Experten würden online tagesaktuelle Geschehnisse kommentiert und Forschungszusammenhänge vertiefend erläutert. „Dabei bietet ZU|Daily sortierte Informationen mit Substanz – so wie eine gute Wochenzeitung jenseits der Hast der Nachrichtenportale. Mit einem Unterschied: ZU|Daily erscheint trotzdem jeden Tag neu“, sagt Tim Göbel, Vizepräsident und Verantwortlicher für Universitätskommunikation, strategische Projekte & Weiterbildung der ZU.

Leser außerhalb der Wissenschaft

ZU|Daily wolle insbesondere auch außerhalb der Forschungswelt eine breitere Leserschaft ansprechen, die an gesellschaftlichen Fragen interessiert ist. Der Zugang zu konkreten Studien ist hier genauso gewollt wie der direkte Kontakt mit den Forschenden. Die Gestaltung der Beiträge solle beides leicht ermöglichen.

Schönen Gruß an Luhmann

„Aber warum wird überhaupt eine Universität zum Mitspieler auf dem Medien-Markt?“, fragt sich die ZU in ihrer Mitteilung schließlich selbst. ZU-Präsident Professor Dr. Stephan A. Jansen gibt die Antwort und beruft sich auf Niklas Luhmann und dessen Aussage, alles über die Gesellschaft wüssten wir durch die Medien. Jansen sagt: „Und da muss man sich als Universität natürlich fragen, warum es die Medien sind, die das Wissen vermitteln und nicht die Wissenschaft selbst.“ Die Antwort hierauf laute ZU|Daily.

Wissenschaft und Medien

Vielleicht, so könnte sich herausstellen, gibt es jenseits von Jansen aber auch gute Gründe, weshalb die Medien Wissenschaft vermitteln. Einer dieser Gründe könnte sein, dass Forschungsergebnisse übersetzt werden müssen und Vermittlung mit der Verständlichkeit steht oder fällt. Auch wenn es Forscher gelegentlich gruseln dürfte, ein bisschen plakativ darf es da schon auch sein. Und merke, gute journalistische Texte zu schreiben, ist eben auch ein Handwerk. Wer das nicht schafft, verliert seine Leser genauso wie Bürgerblogs. Aber Good Luck  ZU|Daily, das Portal macht Lust regelmäßig vorbeizuschauen.

Weitere Informationen unter www.zu-daily.de und per Mail über redaktion@zu-daily.de.

4 Kommentare to “Friedrichshafener ZU präsentiert Daily: Das neue digitale Schaufenster für Forschung”

  1. Detlev Küntzel
    14. Dezember 2012 at 12:44 #

    Das Design der Website ist genial und die Inhalte zusätzlich noch spassig, wenn „Wissenschaft“ zum Nachdenken hilfreich anregen will: eine sehr gelungener Ansatz zur „Partizipation des Intellekts“.

    Wenn ich nun aber gar kein „mündiger Bürger“ mehr werden möchte?

    Im zunehmenden Alter werden die Intervalle der geistigen Belastung und Konzentrationsfähigkeit kürzer und man muss seine Ressourcen sorgfältig gewichten und gezielt einsetzen.
    Es ist noch nicht entschieden, ob nun das Lesen von ZU-Daily oder Blogs (inkl. Videos sehen) über Design- und Internet-Entwicklungen mehr Freude bereitet:
    z.B. erinnere ich mich bei Blogs von IT-Konzernen gerne an seine (Fach-)Hochschul-Professoren, die viel von ihren Themengebieten aus der Praxis zu erzählen haben. Besonders aus dem Marketing und der UN-Psychologie, also angewandte „Wissenschaft“ im besten Sinne (auch des Web2.0, wobei derzeit das „Web3.0 Mobile rc1“ gerade entsteht).

    Etwas Schade finde ich, dass es keine Möglichkeit gibt, Anfragen an die Redaktion zu stellen:
    Marketing und UN-Psychologie (inkl. Change-Management) wurden nur im Grundstudium besucht. Aufgrund der vorigen Berufstätigkeit wurde diese Vertiefungsrichtig nicht gewählt: schade, sonst wäre ich heute auch noch Marketing-Experte beim Verköstigen von Wein, Sekt und Keksen. Vielleicht hole ich das dann bei der 4-jährigen Konzilfeier nach.

  2. Detlev Küntzel
    14. Dezember 2012 at 21:45 #

    Nachtrag:
    Für die unternehmerische Praxis dürfte auch der Wandel im Personalwesen, insbes. der Personalführung, sein.

    Im Zuge der globalen Märkte sind auch Osteuropäer verschiedenster Ausbildung an den Bodensee gekommen. Gemeinsam ist allen das Fehlen der traditionellen demokratischen Streitkultur, die in Jahrzehnten seit 1945 entwickelt worden ist.

    Teilweise hört man den neuen Mitmenschen den Ursprung sprachlich noch etwas heraus, häufig auch nicht mehr und sofern der Vorname etwas ungewohnt (slawisch) erklingt, kann man rätseln: Ossi oder deutscher Migrant oder eingebürgerter Osteuropäer.
    Für Super-Neugierige kann sich daraus eine intensive Kommunikation mit tiefem Vertrauen und langer Freundschaft ergeben.

    Der Wandel wurde auch in einem zufällig entdeckten Youtube-Video des IT-Konzernes aus Redmont/USA dokumentiert. Es handelte sich um ein Rekrutierungs-Video, was erst am Ende durch die Einblendung einer entsprechenden Email deutlich wurde. Die Geschichte war eigentlich eine andere: ein Mitarbeiter besuchte die Zweigstelle in Vancouver in Kanada und traf dort auf Kollegen aus der ganzen Welt: Südamerika, Süd- und Osteuropa, Skandinavien, Nahen bzw. Mittleren und Fernen Osten. Alles leger gekleidet, in gutem Englisch, in unvorbereiteten ungezwungenen Dialogen, sogar der ältere Inder mit seiner typischen Kopfbedeckung wirkte entspannt wie zuhause. Ähnliches dürfte sonst nur in einem Frauenbetrieb geschehen, wenn eine neue Mitarbeiterin neben der Kaffeemaschine begrüsst wird.
    Die Wirklichkeit als PR-Marketing dank Internet-Kultur? Sind Konzerne nun der Gegenpol von Internet-Exzessen und Shitstorms? Was macht man in den USA anders?

    Die ZU dürfte noch genügend Themen für die nächsten Jahrzehnte finden, notfalls auch dank des Internets.

  3. yvonne von hunnius
    18. Dezember 2012 at 12:10 #

    Vielen Dank, Herr Küntzel, für Ihren Beitrag im Zusammenhang zu zu-daily.de.
    Ich will nur kurz anmerken, dass Sie die Möglichkeit haben, bei jedem einzelnen Artikel (unter dem Fragezeichen-Symbol in der linken Leiste) nicht nur dem Autor eine Mail zu senden, sondern in den meisten Fällen auch dem im Beitrag erwähntem Wissenschaftler.

    Zudem gibt es eine Kommentarfunktion unter dem Artikel.

    Gerade das ist uns sehr wichtig!
    Und wir freuen uns auf Ihr Feedback!
    Yvonne von Hunnius

  4. dk
    21. Dezember 2012 at 21:21 #

    Hallo Frau v.Hunnius,

    ZU-daily ist vom Design sehr innovativ, weil es Gestaltungs-Elemente von mobilen Geräten verwendet, und auch inhaltlich völlig neuartig, weil wissenschaftliche Forschungen mit persönlichen Einschätzungen ergänzt werden und zum eigenen Nachdenken auffordern, auch wenn es nur ein Abgleich mit seiner eigenen Erfahrungswelt ist.

    Einen ähnlichen Ansatz hatte ich in einer Fachhoschule in S-Anhalt erlebt, wo der Pioniergeist nach der Wende im Rahmen des Neuaufbaus zu spüren war: hierbei wurden allerdings Einschätzungen durch Fallbeispiele, Studien, Projekte der ProfessorInnen ersetzt.
    Ein Ost-Professor hatte einmal das Wort von „der Freiheit der wissenschaftlichen Lehre“ erwähnt, was wir als sein Eingeständnis betrachteten, dass die Vorzüge des Westens wesentlich sind.
    Diese Praxis nach der Theorie machte den Stoff nicht nur kurzweilig, sondern trainierte nicht nur das Gehirn, sondern auch die Sehkraft, d.h. das Erkennen von Fragestellungen (für die eine Problemlösung sinnvoll wäre).

    Da Friedrichshafen als Wirtschaftszentrum (mit internat. Kontakten) gilt, dürften Themen zur Wirtschaftsfragen (BWL, VWL) nicht ausgehen, zumal es auch Wechselbeziehungen zu anderen Bereichen gibt. Vielleicht danken nicht nur Leser Ihren Aufwand, sondern auch die heimische Wirtschaft.

    Viele Grüsse und frohe Festtage inkl. Erfolg für ZU-Daily.

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