Friedrichshafens OB Andreas Brand beendet Zusammenarbeit mit Eicher

Friedrichshafen entwickelt eigenes Bäderkonzept – Keine Colani-Therme in Fischbach

Friedrichshafen. Nach mehr als zehn Jahren zieht die Stadt Friedrichshafen einen Schlussstrich. Oberbürgermeister Andreas Brand beendet die Zusammenarbeit mit Thermalbadinvestor Kurt Eicher. Eine Colani-Therme wird es in Fischbach nicht geben. Die Stadt plant jetzt neu und will eine Bäderkonzept auf den Weg bringen. Auch in Lindau wird gerade zusammen mit einem Privaten ein  Bäderprojekt geplant. Die Therme in Überlingen erweitert den Saunagarten und baut einen neue  Außensauna. Baubeginn soll im September sein.

Deadline für Coloni-Therme überschritten

Auch eine allerletzte Frist, um einen Finanzierungsnachweis zu bringen, hatte der Friedrichshafener Thermalbadinvestor verstreichen lassen. Bis gestern Abend um 24 Uhr hielt die Stadt noch still. Vom Schweizer Kurt Eicher will sie sich nun nicht mehr länger hinhalten lassen. „Herr Eicher hat innerhalb der festgesetzten Nachfrist keine Bankbürgschaft oder Bankgarantie über die Finanzierung des Thermalbades in Fischbach vorgelegt, deshalb werden wir die notwendigen Schritte zur Beendigung des Vertrages einleiten“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Brand.  Zuletzt hatte Eicher angekündigt, die Finanzierung stehe und nach eigenen Angaben einen Rechtsanwalt beauftragt. Das hat Oberbürgermeister Andreas Brand jetzt auch getan. Der Investor habe trotz der eingeräumten Nachfrist die wesentlichen Punkte des gemeinsam vereinbarten Bau-Rahmenvertrages  nicht einhalten  können. Die Stadt wird keiner weiteren Fristverlängerung zustimmen, so der OB. „Es geht vor allem darum, die Stadt Friedrichshafen angesichts eines 42 Millionen Euro umfassenden privaten Bauprojektes schadensfrei zu halten“, betonte der Oberbürgermeister, der auf finanzielle und rechtliche Unwägbarkeiten im Fall einer fehlenden Bankbürgschaft oder anderer unerfüllter Vertragsbedingungen hinweist.

Kein neues Bad gegen die Bürger

Das Fischbacher Frei- und Seebad wird in diesem Sommer, wie Brand ankündigte, nun noch einmal öffnen. Konkret solle nun alles dafür getan werden, damit das Frei- und Seebad bis spätestens Ende Mai eröffnen kann. „Es wird keine übereilten Entscheidungen geben. Wir werden nun ein maßgeschneidertes, gemeinsames Bäderkonzept für Friedrichshafen entwickeln“, so Oberbürgermeister Andreas Brand weiter.  Wichtig sei  für Oberbürgermeister Brand auch, dass ein neues Bad die Bürgerschaft nicht spaltet, sondern dass sich möglichst viele Häflerinnen und Häfler mit einem neuen Bad in Fischbach identifizieren können, heißt es in einer Medienmitteilung der Stadt. Außerdem sei ein solide zu finanzierendes Konzept die Basis für weitere Planungen.  „Ich möchte ein hohes Maß an Zustimmung der Bürger für ein neues Bad in Fischbach“, macht Brand deutlich. Weitere Fragen über das weitere Vorgehen will Oberbürgermeister Andreas Brand voraussichtlich noch vor der Sommerpause im Gemeinderat und den Ausschüssen  diskutieren.

Jahre lang an Eicher gefesselt

Länger als ein Jahrzehnt hatten Bürger in Fischbach gegen die Colani-Therme gekämpft. Thermalbadinvestor Eicher galt als höchst umstritten. Viele Termine verstrichen. Bereits Brands Amtsvorgänger Josef Büchelmeier hatte über Alternativen nachgedacht.  Die Stadt war aber vertraglich an Eicher gebunden.

3 Kommentare to “Friedrichshafens OB Andreas Brand beendet Zusammenarbeit mit Eicher”

  1. Wolfgang Münst
    18. April 2012 at 15:33 #

    Dies ist mir Sicherheit eine gute Nachricht für die Häfler und das Fischbacher Bad. Es werden sich nunmehr die Gerichte damit befassen dürfen, ob die Stadt von ihrem Rücktrittsrecht vom Erbbaurechtsvertrag zurecht Gebrauch machen durfte oder ob ggf. an Eicher Schadensersatzzahlungen zu leisten sind.

    Nach der Einlassung von Eicher, hat dieser keinen von einer Bank bestätigten Finanzierungsnachweis. Und die seit 2008 noch nicht ausgestandene Finanzkrise ist kein unvorhersehbares Ereignis (wie Naturkatastrophen).

  2. wak
    18. April 2012 at 15:41 #

    @Wolfgang Münst Ich war mal ein Jahr als Loklaredakteurin in FN. Ich denke, dass die Stadt selbst mit einer Schadensersatzzahlung besser leben kann als mit einem Bad gegen den Widerstand vieler Bürger und mit diesem Investor. Die Stadt teilte noch mit: „Die Frist kam nicht zufällig, sondern es war ein Vorschlag von Herrn Eicher und sein Versprechen, die Bankbürgschaft bis 31. März 2012 vorzulegen. Das war kein einseitiger Schritt oder gar ein Ultimatum der Stadt, sondern einvernehmlich vereinbart und beurkundet. „

  3. Andre J.
    19. April 2012 at 12:47 #

    Gott sei Dank verbauen wir Häfler nicht auch noch das letzte Stück grün in einen Betontempel.
    Ich und meine Familie begrüßen die Entscheidung sehr und freuen und auf eine weitere Saison im Fischbacher Strandbad der hoffentlich noch viele folgen werden.
    Meiner Meinung nach ist die Lösung die Herr Brandt vorschlägt, eine einheitliches Bäderkonzept für FN zu erstellen genau das richtige. Die Bäder zu sanieren und zu erneuern reicht doch völlig aus. Was ggf. fehlt wäre ein neues und größeres Hallenbad.
    Schön zu hören das wir gemeinsam mit H. Eicher nun Baden gehen…

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