Gay-Lussac Humboldt-Preis für Vitalyi Gusev

Forschungsaufenthalt des renommierten Akustik-Forschers Vitalyi Gusev an der Universität Konstanz

Konstanz (red) Der Physiker Professor Dr. Vitalyi Gusev wurde mit dem Gay-Lussac Humboldt-Preis der Alexander-von-Humboldt Stiftung ausgezeichnet. Der hochgradige deutsch-französische Wissenschaftspreis würdigt Gusevs Lebenswerk im Bereich der Akustik und unterstreicht seine Mittlerrolle in der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Der mit 60.000 Euro dotierte Forschungspreis ermöglicht seinen Preisträgern eine Konzentration auf ein einjähriges Wissenschaftsprojekt und erlaubt es ihnen, ein langfristiges Forschungsvorhaben in länderübergreifender Zusammenarbeit mit Fachkollegen aus dem Partnerland zu verwirklichen. Professor Dr. Vitalyi Gusev wird seinen Forschungsaufenthalt ab Juli 2010 an der Universität Konstanz in den Arbeitsgruppen der Professoren Thomas Dekorsy und Paul Leiderer am Fachbereich Physik verbringen.

Vitalyi Gusev ist Professor an der Universität Maine im französischen Le Mans und Mitglied des „Institut Universitaire de France“. Seine Forschungsgebiete sind photothermische und photoakustische Phänomene, Ultraschall im Pikosekunden-Bereich und nichtlineare akustische Phänomene. Bekannt wurde Vitalyi Gusev als Verfasser des Standardlehrbuches im Bereich der Photoakustik.

Das Forschungsgebiet der Nanoakustik ist von aktuellstem Interesse: Da die Abmessungen in heutigen Computerprozessoren in den Nanometer-Bereich vorrücken, ist ein gutes Verständnis des Wärmetransports in solchen Strukturen die Grundlage für technologische Weiterentwicklungen. Wärme wird in Festkörpern durch Gitterschwingungen übertragen. Diese Gitterschwingungen sind akustische Anregungen eines Kristalls, allerdings in einem viel höheren Frequenzbereich, als dass unser Ohr sie wahrnehmen könnte. Die Erforschung von Akustik und Wärmetransport steht somit in unmittelbarem Zusammenhang.

Der Gay-Lussac Humboldt-Preis ist ein deutsch-französischer Forschungspreis. Er wird seit 1983 an herausragende Wissenschaftler aus beiden Ländern vergeben, die über ihre wissenschaftlichen Verdienste hinaus in besonderer Weise für den deutsch-französischen Wissenschaftsaustausch stehen, und stellt damit für den Preisträger eine besondere Ehrung dar. Der Gay-Lussac Humboldt-Preis ist verbunden mit der Möglichkeit, ein Forschungsjahr im Partnerland zu verbringen.

In Zusammenarbeit mit den experimentell ausgerichteten Arbeitsgruppen der Professoren Thomas Dekorsy und Paul Leiderer wird Vitalyi Gusev in Konstanz die Wechselwirkungen akustischer Schwingungen und Laserbestrahlungen in Nanostrukturen erforschen.

Die Konstanzer Arbeitsgruppen entwickelten eine neue Untersuchungsmethode zu akustischen Schwingungen von Nanostrukturen auf der Basis von Femtosekunden-Laserpulsen, die neue Möglichkeiten für die Erforschung von Wärmetransport in Nanostrukturen eröffnet. Die Zusammenarbeit von Vitalyi Gusev, der die Theorie zu diesem Forschungsbereich entwickelt hat, und der experimentellen Arbeitsgruppen der Universität Konstanz erlaubt es, neue theoretische Vorhersagen experimentell zu überprüfen.

Foto: Universität Konstanz

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