Grün-rote Bildungspolitik setzt Zeichen im Bodenseekreis: Überlinger Wiestorschule wird Gemeinschaftsschule

Überlingen/Kreis Konstanz. Die Wiestorschule in Überlingen wird ab dem kommenden Schuljahr Gemeinschaftsschule. Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen aus dem Bodenseekreis, und sein Landtagskollege Klaus Käppeler, SPD-Betreuungsabgeordneter des Bodenseekreises, zeigen sich hoch erfreut über die Nachricht, die Kultusminister Andreas Stoch am heutigen Montag öffentlich verkündet. „Ich freue mich zusammen mit den Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrern und der Stadt Überlingen, dass die Wiestorschule dabei ist“, erklärt Martin Hahn. Auch die erfolgreichen Gemeinschaftsschulen im Kreis Konstanz bekommen Zuwachs. Ab dem kommenden Schuljahr wird die Grund-, Haupt- und Werkrealschule in Eigeltingen zur Gemeinschaftsschule. Der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz (SPD) freut sich ebenso über die Entscheidung, die das Kultusministerium heute verkündet. In Konstanz wird die Gebhardschule zur Gemeinschaftsschule sie gehörte bereits zu den 42 Starterschulen.

Überlinger Wiestorschule wird Gemeinschaftsschule

Die Gemeinschaftsschule, die ein eigenständiges pädagogisches Konzept hat und längeres gemeinsames Lernen fördert, sei eine eine echte Alternative. „Dass die Wiestorschule zur Gemeinschaftsschule wird, freut mich schon deshalb, weil die Schule auch in der Vergangenheit immer vorn mit dabei war, wenn es darum ging neue Konzepte auszuprobieren“, sagt Martin Hahn. Er erinnert daran, dass die Schule schon zu Zeiten des ehemaligen Schulleiters Waldemar Scheyhing mit Ganztagsangeboten und Projektarbeiten und neuen Formen des Unterrichts und der Betreuung auf sich aufmerksam gemacht hatte.

 114 Anträge landesweit

„Die Anzahl von 114 Anträgen zeigt: Die Gemeinschaftsschule, die stärker auf individuelle Förderung und weniger auf Auslese setzt, wird gewünscht“, erklärt der aus Überlingen stammende Klaus Käppeler, SPD-Betreuungsabgeordnete für den Bodenseekreis. Klaus Käppeler weiter: „Wir wünschen allen Beteiligten, vor allem den engagierten Lehrkräften und Eltern einen guten Start und viel Erfolg für die Zukunft.“

Bildungserfolg von sozialer Herkunft entkoppeln

Martin Hahn glaubt fest an den Erfolg der neuen Schulart: „Unsere Kinder werden davon profitieren. Sie können in einer leistungsstarken und sozial gerechten Schule länger gemeinsam lernen. Die individuelle Förderung und hohe Durchlässigkeit stehen hier im Vordergrund.“ In der Gemeinschaftsschule sei es Ziel, Herkunft und Bildungserfolg voneinander zu entkoppeln, damit jedes Kind in Baden-Württemberg gemäß seinen Talenten und Begabungen Bildungschancen bekomme, ergänzt Klaus Käppeler. „Jedes Kind ist an dieser Schule willkommen und wird als Teil der Gemeinschaft individuell gefördert“, verspricht Martin Hahn.

 87 neue Gemeinschaftsschulen

Bereits im letzten Schuljahr 2012/2013 gingen 42 Gemeinschaftsschulen als sogenannte „Starterschulen“ in Baden-Württemberg an den Start. „Sie sind die Pioniere“, sagt Martin Hahn. Im kommenden Schuljahr werde nun konsequent fortgeführt, was im letzten Jahr erfolgreich in Baden-Württemberg begann. „Wir schaffen mit den 87 jetzt genehmigten Gemeinschaftsschulen überall in unserem Land ein breites Angebot in der Schullandschaft“, so Martin Hahn. 

Über die Gemeinschaftsschule

Ziel des grün-roten Bildungsaufbruchs ist es, individuelle Förderung in den Mittelpunkt zu stellen. Das Schulsystem in Baden-Württemberg ist bislang durch soziale Ungerechtigkeit und Sortierwahn geprägt. Die Gemeinschaftsschule ermöglicht dagegen offene Bildungswege ohne Barrieren. Gemeinschaftsschulen sind integrative und inklusive Schulen, die Kinder statt sie zu sortieren, in einer gemeinsamen Schule jeweils zu ihrem individuellen Bildungsziel führt. Gemeinsames Lernen und positiver Umgang mit Heterogenität sind hier Bestandteil eines Bildungskonzepts, in dem die Schule sich am Kind orientieren muss, statt umgekehrt. 

Gerechte Schule

Die Gemeinschaftsschule startete ab dem Schuljahr 2012/13. Sie ist eine leistungsstarke und sozial gerechte Schule, in der die SchülerInnen bis Klasse 10 gemeinsam lernen und in ihren Begabungen gefördert werden. Vor allem schülerzentrierte Lern- und Unterrichtsformen ermöglichen, dass sich individuelle Lernprozesse mit einem Optimum an gemeinsamem Lernen verbinden. Durch die Individualisierung des Unterrichts können Lernzeiten individuell ausgestaltet werden. Da die SchülerInnen der Gemeinschaftsschule je nach persönlichem Leistungsvermögen nach den Bildungsstandards der Hauptschule, Realschule und des Gymnasiums unterrichtet werden, werden auch alle Abschlüsse der angebotenen Bildungsstandards ermöglicht. Ein inklusives Bildungsangebot ist Bestandteil der Gemeinschaftsschule.

Verbindliche Ganztagsschule

Die Gemeinschaftsschule ist in verschiedenen Ausgestaltungen möglich. Sie ist in den Klassenstufen 5 bis 10 stets eine verbindliche Ganztagesschule mit rhythmisiertem pädagogischem Angebot. Eine Gemeinschaftsschule ist in der Regel zwei- oder mehrzügig, wobei der Klassenteiler bei 28 Kindern festgelegt ist. In Ausnahmefällen kann auch eine einzügige Schule zur Gemeinschaftsschule werden.

Jede Schule kann Gemeinschaftsschule werden

Grundsätzlich können sich alle allgemeinbildenden Schulen zu Gemeinschaftsschulen entwickeln. Nach Beschluss der Schulkonferenz kann der Schulträger beim Kultusministerium die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule beantragen. Zur Entwicklung zur Gemeinschaftsschule muss ein überzeugendes pädagogisches Konzept ausgearbeitet werden, die baulichen Voraussetzungen müssen gegeben sein und die notwendige Anzahl von Schülerinnen und Schülern muss nachgewiesen werden.

Die Starterschulen verfügen bereits über reiche Erfahrungen mit individualisiertem Lernen, neuen Lernformen und alternativer Leistungsbewertung.

Ein Kommentar to “Grün-rote Bildungspolitik setzt Zeichen im Bodenseekreis: Überlinger Wiestorschule wird Gemeinschaftsschule”

  1. Fafnir
    5. Februar 2013 at 20:45 #

    Sozialistische Einheitsbildung! Alle sollen gleich sein. Und zwar gleich dumm. Die Privatschulen wird es freuen. Denn wer es sich in Zukunft leisten kann, wird seine Kinder auf Privatschulen schicken, wo Leistung noch etwas zählt und der Wille da ist, echtes Wissen zu vermitteln. Wo es keine Menschenexperimente gibt und keinen pädagogischen Firlefanz auf Kosten der Kinder. Die staatlichen Schulen werden dank grünroter Gleichmacherei und Reformpädagogik zu Schulen zweiter Klasse. Wo die schlechtesten Schüler den Ton angeben, die guten Schüler nach unten gezogen werden und wo am Ende alle ihr Abitur bekommen. Weil es ja so schön „gerecht“ ist.

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