Grüne Fraktion LBU kämpft gegen altes Denken und Schildbürgerstreich in Überlingen

Gespenst Grabentrasse geistert wieder durch Überlinger Köpfe – Schneise mit Betonwänden mitten durch die Gräben

Überlingen. Sie meinen es ernst und sie sind empört. Am Donnerstag hatte die Liste Bürgerbeteiligung und Umweltschutz (LBU) zu einer Pressekonferenz in Überlingen eingeladen. Die LBU informierte über die Grabentrasse. Das Gespenst, eine neue Straße vom Franziskaner Tor bis zur Evangelischen Kirche, spukt durch Überlinger Köpfe. Die LBU will aufklären und sie will aufrütteln. Deswegen war die gesamte Gemeinderatsfraktion gekommen. Astrid Eilers, Franz Joseph Thalhofer, Sibylla Kleffner, Marga Lenski, Walter Sorms und Bernadette Siemensmeyer sowie Binita Kurz vom Vorstand sind entschlossen, einen Schildbürgerstreich in Überlingen zu verhindern.

Bürger will sich vor Bagger werfen

Der Konflikt um die Grabentrasse ist auch ein Konflikt zwischen altem, autogerechtem Denken und neuem, der Zukunft zugewandtem grünen Denken, das auf neuartige Mobilitätskonzepte setzt und Städte wieder lebenswerter machen könnte. Auf Twitter war am Abend zu lesen: „Wer die Grabentrasse baut, versündigt sich an Überlingen.“ An die Adresse der Oberbürgermeisterin twitterte ein Bürger: „Ich kündige sonst schon mal an, mich gegebenenfalls vor die Bagger zu legen.“

Vorschlag mit Spinnweben

Astrid Eilers, eine alte Häsin im Gemeinderat, sagte am Donnerstagmorgen kurz nach 9 Uhr im Hotel „Ochsen“: „Wir sind komplett, das unterstreicht unsere Position und die Wichtigkeit.“ Streng genommen sind die sechs Gemeinderatsmitglieder aus der den Grünen nahe stehenden LBU-Fraktion fassungslos. Nach Beendigung eines Bürgerbeteiligungsprozesses zettelten der Vorstand des Wirtschaftsverbunds Überlingen (WVÜ) und Teile des Gemeinderats eine Debatte über einen alten Vorschlag an, an dem schon Spinnweben hafteten. Astrid Ailers und allen, die sich schon länger kommunalpolitisch engagieren, kommt es vor wie ein Dejà vu.

Trasse mit hässlicher Einhausung

Als in den Jahren 2007 und 2008 über einen Tunnel in Überlingen diskutiert wurde, wurde die so genannte Grabentrasse gleich mit geprüft. Astrid Eilers legt zwei hässliche Skizzen auf den Tisch. Zu sehen sind Darstellungen von Planungsfällen für eine ein- oder zweispurige Straße durch die Gräben. Hohe Lärmschutzwände und Einhausungen würden die Straße umgeben. Diese Wände liefen nur fünf Meter von einer Häuserzeile entfernt. „Aus Lärmschutzgründen wären solche massiven Baumwerke nötig“, sagte Astrid Eilers. Die Grabentrasse säße wie ein viereckiger Klotz im inneren Stadtgraben. Der lebendige, im Graben fließende Bach würde bei einer Variante in ein Rohr gezwungen – wo andernorts verdohlte Bäche längst wieder an der Oberfläche plätschern. Die LBU-Fraktionsmitglieder sagen, dass sei unvorstellbar.

Abwärts an der Wiestorstraße

Astrid Eilers erinnert sich: Als es um den Tunnel und die Grabentrasse ging, debattierten die Überlinger darüber entweder schon beim ehemaligen Gasthaus „Raben“ oder aber am Minikreisel beim Franziskaner Tor nach unten zu gehen. Die Verlängerung der Wiestorstraße ist eigentlich ein alter Hut.

Schutz für die Gräben

Die Stadträte und Stadträtinnen sagen, dass das Grabensystem unbedingt erhalten werden muss. „Es ist ein wichtiges Wegenetz“, erklärt Fraktionssprecherin Eilers. Die anderen nicken. Die LBU redet von „kurzen“ und „geschützten“ Fußwegen. Für sie ist es schlicht nicht vorstellbar, dass dort eine vier oder auch 9,5 Meter breite Straße verlaufen könnte. Die Gräben, so sagen die LBU-Räte, seien ein Teil des Ökosystems und des Grünzugs durch die Stadt. Die Gräben seien eine Besonderheit und bedürften des besonderen Schutzes.

Autos mitten durch die Stadt

Doch nicht nur aus diesen Gründen sagt die LBU nein zur Grabentrasse. Sie sei schlicht keine Lösung. Werde die Grabentrasse gebaut, so sei das das Signal für Autofahrer weiterhin mitten durch die Stadt zu fahren. „Das wäre komplett falsch“, sagt Astrid Eilers. Auch die neuen Wohngebiete würden nur entlastet, wenn der Individualverkehr in Zukunft vor der Stadt abgefangen und auf die Umgehung B 31 geleitet würde. Mit Missfallen sehen die Mitglieder der LBU-Fraktion wie Autofahrer heute noch alle drei Überlinger Parkhäuser abklappern, um einen freien Parkplatz zu finden. Manche hätten sogar Parkhaus-Hopping betrieben, um die kostenlosen Parkzeiten auszunutzen. Der Stau in der Franziskaner- und Christophstraße sei ein Stau zum Parkhaus West, meint Astrid Eilers. „Der Stau wäre dann später eben in der Grabentrasse.“

Bürgerbeteiligung nicht ignorieren

Das sind natürlich keine belastbaren Aussagen. Wahrhaftig hingegen ist der Bürgerbeteiligungsprozess. Für die Liste Umweltschutz und Bürgerbeteiligung wäre die Grabentrasse die „Missachtung des Bürgerbeteiligungsprozesses“. So sagt es die LBU. Der „Frustrationsgrad wäre enorm“, weiß Astrid Eilers.

Bürger wollten die Trasse nicht

Sämtliche Bürgergruppen hatten die Grabentrasse entweder abgelehnt oder noch nicht einmal diskutiert. Das heißt, sie sei schnell ad acta gelegt worden. Zornig wird die LBU auch, wenn sie daran denkt, dass die Stadt die Prüfung der Grabentrasse erneut finanzieren müsste und dass dies die Umsetzung eines Verkehrskonzepts verzögern würde. Die Betonwände müssten genehmigt werden – die Folge wären unzählige Einspruchsverfahren. „Das würde sich über Jahre hinziehen“, sagt Astrid Eilers.

Mut zur Entscheidung

Astrid Eilers hält es für ausgeschlossen, dass das Land eine solche Trasse bezuschussen könnte. Bernadette Siemensmeyer sagte, der Denkmalschutz habe signalisiert, dass er die Grabentrasse nicht will. „Allein aus diesen Gründen brauchen wir keine Untersuchung.“ Die LBU Fraktion ist davon überzeugt, dass es jenen, die die Grabentrasse neu ins Spiel gebracht haben, vor allem darum geht, ein neues Verkehrskonzept zu verhindern. Sie hätten Angst vor Veränderungen, sagen die Gemeinderatsmitgleider aus der LBU. Astrid Eilers forderte: „Es braucht den Mut zur Entscheidung.“ Seit Jahrzehnten gebe es eine „Verzögerungstaktik“. Die Grabentrasse würde eine Gesamtlösung gefährden, warnt die LBU.

Einkaufsstadt würde profitieren

Die LBU fragt: Wer bringt dem Einzelhandel den Umsatz? Es seien doch Menschen, die zu Fuß unterwegs seien und ihr Auto im Parkhaus abgestellt hätten, sagte Walter Sorms. Die LBU ist sich einig, der Handel würde von einer höheren Aufenthaltsqualität nur profitieren. Im Moment mache es keine Spaß, in der Christophstraße vor einem Schaufenster stehen zu bleiben und sich dabei anrempeln zu lassen, weil die Gehwege viel zu schmal sind. Längst nutzen die Überlinger den Weg an der Stadtbücherei vorbei.

Blick auch zum Schättlisberg

Die LBU ist auch davon überzeugt, dass das Wohngebiet Zahnstraße/Schättlisberg von einem neuen Verkehrskonzept ebenfalls profitieren würde. Der Ziel- und Quellverkehr lasse sich nicht durch P+R, einen attraktiveren Pendlerparkplatz oder ein Park-Leit-System verringern. Schon der neue Supermarkt, der beim Krankenhaus entstehe, mache aber viele Fahrten zum Markt in der Lippertsreuter Straße überflüssig.

Teil der Verkehrs selbst verschuldet

Obwohl am Burgberg noch viel mehr Menschen wohnen, sei der Burgbergring weniger durch den Individualverkehr belastet, als das neue Wohngebiet. Das liege auch daran, dass das Stadtbusangebot vom Schättlisberg in die Innenstadt noch nicht so gut akzeptiert werde wie das vom Burgberg in die Stadt.

Zukunftsvisionen statt altes Denken

Bernadette Siemensmeyer schlug vor, sich bevor ein neues Gutachten in Auftrag gegeben würde, an einem runden Tisch zusammenzusetzen. Sie ist fest davon überzeugt, dass sich Mobilität in der Zukunft ändern wird. Andere Städte planen Mobilitätszentralen mit Carsharing Autos und Leihfahrrädern. Überlingen brauche Zukunftsvisionen. Die Grabentrasse sei noch im „alten Denken“ verhaftet. „Eine Grabentrasse wäre zu kurz gedacht“, urteilte Bernadette Siemensmeyer.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Ein großes Problem sei es, dass die Akteure in der Verwaltung und auch Mitglieder von Gemeinderatsfraktionen die alten Diskussionen nicht mehr kennen. „Sie haben das nicht miterlebt“, sagt Astrid Eilers. Weder die Oberbürgermeisterin noch der Bürgermeister seien 2007 und 2008 dabei gewesen. Damals seien die Tunnellösung und die Grabentrasse vom Gemeinderat abgelehnt worden. Die LBU hatte damals dafür gestimmt, die Variante Grabentrasse zu untersuchen, obwohl sie gegen die Trasse war. Die LBU wollte mit einer Untersuchung die Trasse beerdigen. Jetzt spukt das Gespenst schon wieder in den Köpfen einiger Überlinger. Am Mittwoch, 8. Februar, entscheidet der Überlinger Gemeinderat, ob die Grabentrasse nun erneut untersucht werden soll. In fünf Jahren sind dann wieder Oberbürgermeisterwahlen und das Spiel könnte wieder von vorn beginnen. Sabine Becker wäre sicher keine Oberbürgermeisterin mehr, wenn die Stadt noch immer Grabenkämpfe führen würde und kein zukunftsfähiges Verkehrskonzept hätte.

Hier geht es zur LBU Stellungnahme zur Grabentrasse im Wortlaut LBU Stellungnahme zur Grabentrasse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos/ Skizzen: wak und „Machbarkeitsstudie „Tunnel Stadtmitte-West und „Grabentrasse““, Sachstand 07.02.2008. Büro CDM Consult GmbH Gottmadingen

Zum Anschauen der zwei Skizzen ganz nach unten scrollen: oben zweispurige und unten einspurige Grabentrasse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17 Kommentare to “Grüne Fraktion LBU kämpft gegen altes Denken und Schildbürgerstreich in Überlingen”

  1. Thalos
    26. Januar 2012 at 21:32 #

    Die Bürger wollten auch keine komplette Innenstadtsperrung, wie diese die LBU jetzt fordert. Die LBU wird nun von den anderen Parteien mit ihren eigenen Waffen geschlagen.
    Der von der LBU favorisierte Planfall bedeutet eine enorme Mehrbelastung nahezu aller Wohngebiete. Unter Einfluss der LBU wurde bereits das Aufkircher Tor geschlossen und ein Abbiegerverbot zur Friedhofstraße eingeführt. Beide Maßnahmen führten zu einer Zunahme des Gesamtverkehrs in Überlingen und sorgten für eine enorme Mehrbelastung in anderen Wohngebieten, wo seltsamerweise kein einziges Mitglied der LBU wohnt. Seltsam, oder?
    Anstatt sich auf eine Verkehrsberuhigung der Kernstadt zu konzentrieren, wie auch das Ergebnis der Moderationsprozesses war, möchte diese Partei eine weitere Verkehrsverschiebung in die Wohngebiete. Diese Partei trägt keine ökologische Verantwortung, sondern steht für Umweltverschmutzung! Wen wundert es, dass dann auch wieder eine Grabentrasse ins Spiel kommt.

  2. Gertrud
    26. Januar 2012 at 21:53 #

    Die Grabentrasse sieht eigentlich ganz schnuckelig aus. Verstehe den Unmut der LBU überhaupt nicht, wenn diese 40 – 50 Meter das komplette Verkehrs-Fiasko lösen können.

    Der Eiffelturm in Paris wurde damals auch als Gespenst gesehen und ist heute als Wahrzeichen nicht mehr wegzudenken.

  3. eikju
    26. Januar 2012 at 22:08 #

    dieser artikel ist sehr unerfreuliche polemik und desinformation. die stadt hatte den auftrag gegeben zu prüfen, ob eine innenstadtberuhigung ohne mehrbelastung der wohngebiete und mit mehr verkehrsgerechtigkeit zu erreichen sei. die untersuchung zeigt, daß die drei ziele nicht zusammengeführt werden können.
    also entfällt entweder die innenstadtberuhigung oder aber es gibt noch ein paar wenige kluge köpfe, die eine bessere lösung parat haben. mit dem verteufeln einer einzigen alternativen lösungsvariante macht es sich die lbu verd…. leicht. Es ist ja auch viel bequemer, die eigenen grauen zellen (so vorhanden) zu schonen, wenn man stattdessen den bizeps einsetzen kann.

  4. Sybille
    26. Januar 2012 at 22:11 #

    Den letzten Schildbürgerstreich hat doch die LBU selbst veranlasst! Anhand der einseitigen Schließung des Aufkirchertors wurde der Verkehrsmüll verantwortungslos anderweitig abgeladen. Mindestens die Hälfte der oben aufgeführten Mitglieder haben dadurch persönlich profitiert!

  5. jw_fr
    26. Januar 2012 at 23:53 #

    Wer am lautesten schreit hat nicht Recht, liebe Vorkommentatoren. Frau Becker hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass im bisherigen Verfahren keine Gruppe einen Bau der Grabentrasse gefordert hat.

    Und das ist gut so, wer hier baut, verbaut Hunderte Jahre von Stadtgeschichte. Kaum eine Stadt hat ein solches noch erhaltenes Befestigungssystem wie Überlingen. Die Gräben sind nahezu einzigartig, anderswo hat man die alten Stadtgräben zugeschüttet und die Mauern abgetragen und mit Straßen beklatscht. In Freiburg macht man das jetzt mit viel Mühe rückgängig, um die Altstadt nicht von einem Motorband einzuschließen. Die Überlinger sollten die Fehler anderer Städte nicht 60 Jahre später machen, das wär ein echter Schildbürgerstreich.
    Die Grabentrasse muss ein Tabu bleiben, ob man die Innenstadt sperrt oder nicht. Dann lieber eine T-Lösung und Aufkircherstr. in beide Richtungen auf, persönlich bleibe ich aber davon überzeugt, dass es weitsichtig wäre die Innenstadt zu sperren. Bei der Sperrung der Münsterstraße haben auch alle geschrieben, jetzt will sie keiner mehr missen.

  6. Michael
    27. Januar 2012 at 07:34 #

    Die LBU macht hier klare Interessenpolitik und scheut sich auch nicht davor, für die eigenen Gemeinderäte auf diesem Weg Vorteile zu verschaffen. Die LBU vertritt ganz sicher nicht die Bürger in der Zahnstrasse oder am Schättlisberg – ganz im Gegenteil: Sie versucht jetzt erneut maximalen Schaden in diesen Wohnquartieren zu erzeugen. Sie hat den Menschen in diesen Wohngebieten ganz offensichtlich den Krieg erklärt!

    Der Mythos vom selbst verschuldeten Verkehr am Schättlisberg und in der Zahnstrasse ist genau das: ein Mythos. Weder die Zahlen von Modus Consult noch die Aussagen von Herr Gericke belegen diese Behauptungen. Es ist ein Falschbehauptung, mit dem der Widerstand in den betroffenen Wohngebieten diskreditiert werden soll.

    Die Bürgerbeteiligung war ein schlechter Scherz und vor Allem durch die Spitze der Stadtverwaltung gesteuert. Jeder Versuch im Rahmen der Bürgerbeteiligung auch eine Entlastung der Wohngebiete zu erreichen, wurde niedergebrüllt bzw. unter den Tisch fallen gelassen. Es wurde schnell klar, wohin die Reise geht und das nicht ergebnisoffen diskutiert werden soll.

  7. Franz Leinweber
    27. Januar 2012 at 12:25 #

    Egal wer welche Lösung im Moment für sich vorzieht und egal wer welche Lösung sich im Moment gar nicht vorstellen kann. Es muss geprüft werden, was geht gelogisch unter welchen Bedingungen. Was kommen für bautechnische und sicherheitstechnische Anforderungen auf die jeweiligen „Macher “ zu und was bedeutet, das für die Stadt an Kosten, also kann sich das Überlingen überhaupt finanziell leisten. Ich glaube die umfassende Klärung dieser Fragen wird die Grabentrasse sofort sterben lassen. Das wäre ein Glück für Überlingen, außer man will die Altstadt bewußt gefgährden.

  8. Rosemarie Sessler
    27. Januar 2012 at 13:40 #

    Es war wirklich höchste Zeit, dass eine Gemeinderatsfraktion in Überlingen sich öffentlich dem Gespenst aus der Mottenkiste, der Idee einer Grabentrasse, entgegenstellte. Jedem Überlinger muss vor dieser Idee grausen- abgesehn davon, wie es eigentlich eine Entlastung geben soll mit einer Straße, die an einer der engsten Stellen der Stadt den Verkehr wieder auf die Christophstrasse bringt. Soll denn die Auferstehungskirche dem Verkehrsstrom weichen???? Es verwundert sehr, dass die Mehrheit des Gemeinderates sich immer wieder von der sellben Personengruppe ausbremsen lässt, die nun seit Jahrzehnten eine Lösung der Überlinger Verkehrsprobleme verhindert. Eine erneute Machbarkeisstudie, die es ja nicht zum Nulltarif gibt, wo die erste gerade mal 5 Jahre alt ist- und das in einer Situation, in der grausige Spardebatten zur Sanierung des städtischen Haushalts laufen, wäre blanker Hohn.

  9. Anton
    27. Januar 2012 at 17:46 #

    baut doch endlich die Trasse und habt mal Mut zu einer Entscheidung.
    Dies ist wohl die letzte Möglichkeit im Zuge der Landesgartenschau, um an Geld heranzukommen. Ansonsten können wir auf diese verzichten. Die LBU blockiert mal wieder den ganzen Verkehrsberuhigungsprozess der Kurstadt Überlingen. Einen richtigen Vorschlag vermisse ich seit Jahren von dieser Partei. Bisher haben sie im Bezug auf den Verkehr nur Schaden angerichtet – siehe Aufkircher Tor. Eine Schande!
    Es geht eben nicht immer nur um die Innenstadt !!!!!! und der Verkehr löst sich eben nicht in Luft auf !!!!!!!

  10. jw_fr
    27. Januar 2012 at 17:49 #

    Aha die Woge Zaneli war wieder aktiv. Das merkt man meist daran, dass Leute beschimpft werden (man erinnere sich an die gehässigen Plakate unter der Gürtellinie in der Zahnstraße), oder ihnen Vorteilsnahme unterstellt wird. Nur weil sie selbst St.-Florians-Politik betreiben, sollte man das noch längst nicht jedem unterstellen.

  11. eikju
    27. Januar 2012 at 18:18 #

    hallo jw_fr, irgendwie haben anscheinend bis heute nicht mitbekommen, daß die 2008er hauruck-aktion im dorf voll über die knochen der wohngebiete ging. z.b. zahnstraße plus 6.000 kfz, in der aufkircher verblieben nur 3.600, die friedhofstraße wurde von 5.000 auf 550 kfz runtergefahren. und jetzt sollen zur innenstadtberuhigung in den wohngebieten noch einmal ein paar tausend kfz zusätzlich durch die wohngebiete fahren ?

    wenn das in ihren augen ok ist, dann sollten sie vielleicht mal nachhilfe in soziologie nehmen, denn dann haben sie ein echtes defizit ! (s 21-syndrom).

  12. Erwin
    27. Januar 2012 at 22:17 #

    @jw_fr: Die Überlinger LBU lebt doch die St.-Florians-Politik. Schauen Sie sich doch mal wo der Verkehr gelandet ist und welche Mitglieder der LBU davon direkt und indirekt profitierten. Das Verhalten dieser Leute ist zum kotz…..

    Ich frage mich, wie das eine LBU überhaupt mit Ihren Grundsätzen vereinbaren kann.

  13. sparring
    28. Januar 2012 at 17:59 #

    mir kommt die ganze aufregung vor wie ein verfehlter fasnachts-scherz. da bläst doch einer/eine nur die backen auf, um heiße luft abzulassen, – sonst ist nichts drin.
    die tatsache, daß man ohne die geringsten gewissensbisse den
    wohngebieten die gleiche verkehrsfrequenz aufbürden will, die z.z. noch die franziskanerstraße (hauptgeschäftsstraße) hat, zeugt von nicht besonders großer sozialkompetenz. hier werden von der lbu schamlos bürger zweiter + dritter klasse produziert.
    eigene konkrete verbesserungsvorschläge gibt es nicht, nur (s.o.) heiße luft aus dicken backen.

  14. Jürgen Hess
    28. Januar 2012 at 19:27 #

    Die fundierte Stellungnahme der LBU zur Verkehrsführung durch den Stadtgraben zeigt deutlich auf, wie unsinnig der erneute Versuch des WVÜ ist, dieses Projekt realisieren zu wollen.
    Zu hoffen ist nun, dass die Stellungnahme, die ja erfreulicherweise bei den Medien auf fruchtbaren Boden fiel – zumindest was die Berichterstattung anbelangt – die Bürgerinnen und Bürger der Stadt aufrüttelt und zu einer hoffentlich fruchtbaren Diskussion führt.

    Das Machbare ist nicht immer das Gute. Abgesehen davon, dass das Zubetonieren des Grabens schon finanziell in absehbarer Zeit kaum machbar sein dürfte, sollte der Gedanke der Nachhaltigkeit doch bei einem solchen Projekt obenan stehen. Die Vorwürfe kommender Generationen über die Zerstörung historischer, kultureller und ökologischer Werte an diesem bedeutenden Punkt der Stadt würden wir vielleicht nicht mehr erleben, die Verantwortung für die Realisierung eines solch unverantwortlichen Vorhabens würde jedoch auch an den Gegnern haften bleiben.

    Haben wir das nicht schon einmal gehört?: „Warum habt ihr nichts dagegen getan?“

  15. loewe
    28. Januar 2012 at 21:04 #

    @ Herr Jürgen Hess,

    Grabentrasse hin oder her, aber finden Sie es angemessen, wenn die LBU eine komplette Innenstadtsperrung fordert, die eine fatale Verkehrsmehrbelastung der Gesamtstadt bedeutet und wo familienfreundliche Wohngebiete zusätzlich mit Verkehr überflutet werden?

    Ist das etwa die Handschrift einer ökologischen Partei?
    Das ist das einzige Machbare gemäß der Überlinger-LBU und steht somit nicht für das Gute, sondern für das Böse!

    Weshalb bringt die LBU keinen einzigen Vorschlag zur Reduzierung des Gesamtverkehrs auf den Tisch?
    Warum schert sie sich nicht um die Gesamtstadt?
    Überlingen ist eine Kurstadt und besteht nicht nur aus der Innenstadt!

  16. eikju
    28. Januar 2012 at 22:01 #

    lieber herr hess, bei allem respekt vor ihrer persönlichen meinung, aber man merkt, daß vor ihrer haustür nicht über
    8.000 kfz täglich vorbeifahren.
    lösen sie sich doch mal von der fixen idee „grabentrasse“ und
    machen sie einen (nur einen einzigen) vernünftigen vorschlag, wie man die total ungerechte verkehrsmisere in überlingen lösen kann. ohne menschen zweiter + dritter klasse zu schaffen.

    dann höre ich ihnen gern zu und überlege mir, ob die lbu vielleicht nicht doch ein bißchen respekt verdient. im moment
    ist sie davon jedenfalls weit entfernt.

  17. panther
    22. Februar 2012 at 19:11 #

    Die Frage für die LBU müsste lauten: „Warum habt ihr nichts getan, außer an euren eigenen Vorteil zu denken!“ Zudem sei bemerkt, dass es in der Vergangenheit keine gehässigen Plakate gab, sondern polemische. Die Wirkung haben die Plakate offenbat nciht verfehlt. Übrigens wurden einige Plakate der WOGE- ZaNeLi abgefackelt – aber daran erinnert sich im Dorf niemand mehr.
    Fest steht aber auch: Es könnten wirklich „gehässige Zeiten“ anbrechen, sollte die LB nicht bald wieder
    konstruktive Gedanken entwickeln.

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