Grüner Martin Hahn MdL aus dem Bodenseekreis will Windräder vorm Küchenfester

Bodenseekreis. Viele reden von Windrädern und von der Energiewende. Manche geben sogar vor, für Windkraft zu sein. Aber bitte nicht vor der eigenen Haustür und nicht in der eigenen Umgebung. Eine Ausnahme ist da Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen aus de Bodenseekreis. Er hätte nichts gegen Windräder und auch nichts gegen Windräder, die er von seinem Küchenfenster aus sieht. Wie sich jüngst ein Linker Kommunalpolitiker und Teile der Überlinger CDU faktisch zu einer Koalition gegen Windkraft in Überlingen verbündet haben, sieht er mit Erstaunen. Wer die Atomkraftwerke abschaltet, kann nicht sagen: Wasch mich, aber mach mir den Pelz nicht nass.

Windpark in Sichtweite des Helchenhofes

Martin Hahn stellt klar, dass er ein Befürworter von Windkraft auch in seinem Wahlkreis ist. „Aus gegebenen Anlass weise ich erneut darauf hin“, so Hahn. Gern beantworte er auch die von Roland Biniossek, Mitglied der Linken, aufgeworfene Frage. Hahns unmissverständliche Antwort auf die vom Linken in den Raum gestellte Frage lautet: „Ich trete für Windräder auch in Sichtweite des Helchenhofes in Bonndorf-West ein.“

Hof-Idylle

Der Helchenhof ist ein Biobauernhof. In Walperstweiler geht es links ab zum Hof. Mehrere Gebäude, darunter ein Stall, Hochregale mit Biogemüse und Wohnhäuser bilden ein Ensemble. Im Winter und wenn es regnet, stehen die Besucher im Matsch. Im Bauernhaus geht es von der geräumigen Wohnküche direkt hinaus auf eine Terrasse. Der Blick schweift über Wiesen und Landschaft. Die Landschaft rund um den Hof mit ihren Wiesen und dem nahen Waldrand wirkt intakt.

Was machen die Überlinger CDU-Herren?

Martin Hahn könnte sich auch eine veränderte Kulisse mit Windrädern vorstellen. Er ist konsequent und er will nicht nur abstrakt über die Energiewende reden. Als sich Teile der Überlinger CDU in einer Presseerklärung in der vergangenen Woche wieder einmal für regenerative Energien aber gegen Windkraft in Überlingen aussprachen, fehlte ihm jedes Verständnis.

Schizophrene Haltungen

Der Landtagsabgeordnete erklärt: „Genauso wenig wie ich die Äußerungen von Roland Biniossek verstehen kann, kann ich im übrigen die Haltung von Teilen der CDU nachvollziehen.“ Eine Reihe von CDU-Mitgliedern gebe zwar vor, die Energiewende politisch zu wollen, sie spreche sich aber immer wieder vehement gegen Windräder zum Beispiel in Überlingen aus.

Blick aus dem Küchenfenster

„Bonndorf-West ist neben dem Hochbühl bei Nesselwangen der zweite mögliche Standort für eine Windkraftanlage auf Überlinger Gemarkung“, so Hahn. Der Landtagsabgeordnete weiter: „Die Windräder zwischen Bonndorf und Walperstweiler könnte ich von meinem Küchenfenster und meiner Terrasse aus sehen. In der Vergangenheit habe ich mich immer wieder öffentlich für den Standort ausgesprochen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich die Zeichen der Veränderung der Energielandschaft täglich vor Augen hätte.“

Feriengäste sorgen sich nicht

Um Feriengäste auf seinem Bauernhof müsse sich Roland Biniossek nicht sorgen. Ein Tourismusgutachten des Landes Rheinland Pfalz habe eindeutig belegt, dass Urlauber Windräder eher positiv bewerten und als Zeichen für Nachhaltigkeit sehen.

Gewendeter Linker

Hahn erklärt: „Die Linke war bisher – soweit ich es weiß – für den Ausstieg aus der Atomenergie. Dass sich Roland Biniossek nun ähnlich wie der statische Teil der CDU gegen Windkraft positioniert, wundert mich.“

Alternativen benennen

Wer von anderen regenerativen Energien spreche, so wie es zuletzt die Überlinger CDU getan habe, solle bitte sagen, welche anderen erneuerbaren Energien gemeint sind und welche Menge Strom sich mit diesen Energien erzeugen ließe. „Wenn es konkrete Vorschläge gibt, bin ich gern bereit, über die Alternativen zu reden“, bietet Hahn an.

Windkraftgegner ohne wirkliche Idee

Er fordert: „Die Koalition aus Linken und CDU – oder wenigstens aus Teilen der CDU – gegen Windkraft am Bodensee fordere ich hiermit auf, Alternativen zur Windkraft zu benennen.“ Andernfalls müsste er annehmen, dass die Gegner von Windparks in der Region keine klaren Vorstellungen haben, mit welchen anderen regenerativen Energien sie in Zukunft Strom erzeugen wollen.

Foto: Sigrid Rossmann www.pixelio.de

Ein Kommentar to “Grüner Martin Hahn MdL aus dem Bodenseekreis will Windräder vorm Küchenfester”

  1. eikju
    30. Januar 2013 at 11:00 #

    Viele reden von Windrädern, manche machen ihn auch ohne sie !

    So wie Smartphones inzwischen zu Statussymbolen mutiert sind, so scheinen nach und nach auch Windrädern den persönlichen Fortschritt zu symbolisieren. Wer etwas auf sich hält, wird sich schon bald ein oder mehrere Windräder auf seinem Hausberg zulegen. Wenn der Spuk in einigen Jahrzehnten mal vorbei, weil die Technik fortgeschritten ist, dann bleibt dem Helchenhof dann immer noch die Chance, sich vielen erstaunten Besuchern als Museum zu präsentieren (primär als Technik- Museum). Also nur Mut, – gute Zeiten brechen an für grüne Vorreiter wie MdL Hahn (Mitglied der Luft-Bewegung).

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